Auf du und du im Landpark Lauenbrück mit Schaf, Ziege und Esel

Tierpaten unter sich

Die Esel sind bei den Paten natürlich besonders beliebt – und zwar nicht nur bei den jüngsten Besuchern.
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Die Esel sind bei den Paten natürlich besonders beliebt – und zwar nicht nur bei den jüngsten Besuchern.

Lauenbrück – Die Idee der Tierpatenschaften gibt es im Lauenbrücker Landpark schon lange. Ein echtes Tierpaten-Treffen wiederum gab es bisher noch nie. Nun fand diese Premiere statt, die Idee stieß auf große Resonanz. „Wir haben 44 Anmeldungen“, freut sich Nina Grünewald, die im Landpark für das Marketing zuständig ist.

Lange Zeit konnte der Tier- und Landschaftspark seine Tore nicht öffnen, seit Mai sind Besucher wieder erlaubt. Die Einladung einer größeren Gruppe ließ sich erst jetzt realisieren. „Unsere Paten sind teilweise schon lange bei uns, und wir haben sogar Tierpaten, die ganz woanders leben, zum Beispiel in Australien“, weiß Grünewald. Die Dame sei heute aber nicht vor Ort, schmunzelt sie. Gekommen sind heute vor allem diejenigen Paten, die in diesem etwas schwierigem Jahr ganz neu auf die Idee gekommen sind, eine solche Patenschaft zu übernehmen – auch, um so etwas Unterstützung anzubieten. „Viele kennen ihr Tier noch gar nicht, das wollen wir heute ändern“, so Hausherr Friedrich-Michael von Schiller. Mit seiner Frau Katharine hat er seine Gäste zu einem Stück Kuchen eingeladen, „wir wollen heute Danke sagen“, so die beiden. Nach einigen einführenden Worten geht es dann los zu einem Rundgang durch den insgesamt 25 Hektar großen Park.

„Kommt alle rein“, fordert von Schiller seine Truppe auf und marschiert munter auf die Weide der Esel. Wer nun denkt, dass diese sich ängstigen, täuscht sich. Gelassen stehen die Fellnasen auf der Wiese. „Mit unserer Anlage wollen wir Menschen Wohlbefinden vermitteln“, so der „Chef“ von Schiller. Dieses Wohlbefinden vermittelt er mit seinem Team über eine ganze Reihe von Angeboten. Diese fangen bei den Tierpaten an und gehen bis hin zur tiergestützten Therapie – keine Frage, Ideen haben die Macher des Parks viele, und das begeistert. Heute dreht sich aber alles um die Tierpatenschaft. Diese kann man als Einzelperson abschließen, es können sich aber auch mehrere Personen ein Tier „teilen“. Gemeinsam mit den Verantwortlichen aus dem Park wird dann ein Tier ausgewählt. Der Pate erhält ein Foto, lernt den Namen des Tiers kennen und beteiligt sich an den anfallenden Pflegekosten.

„Wir sind seit der Geburt unserer Tochter regelmäßig und sehr gerne hier im Park“, berichten zum Beispiel Christine und Arne. „Während der Corona-Zeit hat uns das richtig gefehlt“, so die beiden. Sie besitzen ohnehin schon lange eine Jahreskarte. „Als wir dann mitbekommen haben, dass der Park ein wenig Unterstützung gebrauchen könnte, haben wir uns sofort zur Patenschaft entschlossen“. Tochter Nike nickt, sie kann endlich Esel Camillo kennenlernen. „Bisher haben wir unser Patentier in der Tat noch nicht gesehen, aber gleich wird es soweit sein“, freuen sich die drei. Auch Tamara und Alena sind schon aufgeregt. Die beiden Freundinnen aus Stemmen sind Nachbarn des Parks, „wir sind ja hier aus der Gegend und daher regelmäßig vor Ort“. Auch sie hatten im Frühjahr davon gehört, dass die aufgrund der Pandemie entstandenen Verluste den Park belasten. „Wir finden es großartig, was die Familie von Schiller hier aufgebaut hat“, so die beiden. Der Park verändere sich ständig, man könne immer wieder kommen und neues erleben. „Die Freilauffläche, der Barfußweg und vieles mehr – das ist doch klasse“, so Tamara. Als Patentier haben sie eine Ziege ausgewählt, „wir sind total gespannt, die Ziege Kassandra heute kennenzulernen“, sagen sie schmunzelnd.

Am liebsten besuchen die Freundinnen den Park, wenn sie selbst Besuch von ihren „Menschen-Patenkindern“ haben, so die beiden mit einem gut gelauntem Augenzwinkern. Die Kinder würden die Ziegen ganz besonders lieben, „bei denen ist immer Action, das macht wahnsinnig viel Spaß“, wissen sie. Auch Familie Steinke aus Schneverdingen ist heute gekommen, um das neue Patentier kennenzulernen. „Wir haben ein Coburger Fuchsschaf“, berichten die beiden stolz. „Als der Lockdown begann, hatten wir überlegt, wie wir unterstützen können“, so Thomas Steinke. Durch die Patenschaften hätte man ein klein wenig das Gefühl, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, das sei schön, ergänzt seine Frau. „Vielen Menschen fehlt heute der Bezug zur Natur, und hier kann man diesen Bezug erleben. Das Angebot richtet sich dabei an ganz viele Bevölkerungsgruppen, es werden hier einfach tolle Ideen realisiert“, so Steinke weiter. Und auch wenn die eigenen Kinder schon studieren würden, wären diese auch begeistert gewesen, von der Idee, ein Schaf zu „adoptieren“.

Von Judith Tausendfreund

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