Tatort Griemshop

Feuerengel-Frontmann Boris Delic hat von Müllsündern die Nase voll

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Boris Delic ist so schnell nicht aus der Ruhe zu bringen. Bei den wilden Müllkippen, wie hier im Graben an der Straße nach Griemshop, hört für den Sänger der Rammstein-Tribute-Band Feuerengel aber der Spaß auf.

Griemshop - Von Lars Warnecke. Eigentlich ist Boris Delic die Ruhe in Person – wenn er nicht gerade irgendwo mit seiner Band Feuerengel ein Flammeninferno entfacht. Doch das, was ihm dieser Tage in Griemshop, seinem Heimatort, unter die Augen gekommen ist, macht Delic wütend: Unbekannte haben ihren Unrat in der Landschaft abgeladen, quasi fast vor seiner Haustür – und das, obwohl die Entsorgungsanlage in Rehr keine zwei Kilometer vom Fundort entfernt ist.

Gelegenheit macht Diebe, sagt der Volksmund. Oder sie ruft solche Zeitgenossen auf den Plan, die sich in einem unbeobachteten Moment von ihrem Müll trennen. Getreu der Devise: „Hauptsache, ich bin ihn schnell los.“ In Griemshop, dem beschaulichen 20-Seelen-Ort am Rande von Helvesiek, ist die Welt jedenfalls alles andere als in Ordnung, seitdem die Bewohner immer mal wieder abgeladenen Unrat entdecken. Selbst auf komplette Kleiderschränke, erzählt Delic, sei man schon gestoßen. Überhaupt auf jede Menge Sperrmüll.

Seit zwölf Jahren in Griemshop

Seit zwölf Jahren wohnt er mit Frau und Sohn in der vermeintlichen Idylle, in einem alten Bauernhaus. Und immer mal wieder stößt er in den Wäldern auf Dinge, die dort eigentlich nicht hingehören. Das, worauf der Feuerengel-Frontmann erst am Donnerstag wieder gestoßen war, lässt ihn wieder einmal nur mit dem Kopf schütteln: Zwei volle Eimer mit weißer Wandfarbe lagen da im Straßengraben, etwas versteckt hinter einem Baum. „Ich finde es einfach krass, den Müll einfach in die freie Natur zu schmeißen“, macht er seinem Ärger Luft.

Jemandem habhaft geworden sei man bis jetzt noch nie. Über die Motivation einiger, Wald und Wiese als Müllhalde zu nutzen, kann der 42-Jährige nur spekulieren: „Die fahren mit ihrem Kram zur Entsorgungsanlage, ohne die Öffnungszeiten zu beachten.“ So würden halt jene, die vor verschlossenem Betriebsgelände stehen, offenbar nur ungern ihre Ladung wieder mit nach Hause nehmen, sich ihrer stattdessen auf dem Rückweg (die Straße durch Griemshop bildet von der Landesstraße aus eine Abkürzung zur Deponie) flott in der Landschaft entledigen.

Kein Kavaliersdelikt

Delic will die Eimer nun auf eigene Faust nach Rehr bringen. „Löblich“, findet Stefanie Stargardt. Sie ist die Ordnungsamtsleiterin in der Samtgemeinde Fintel und kennt das Problem mit wilden Müllkippen – nicht nur in Griemshop, sondern auch anderswo. Das Abladen von Sperrmüll, Bauschutt oder anderem Unrat in der Landschaft sei kein Kavaliersdelikt, prangert sie schlechte Vorbilder an, sondern eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld belegt ist. Hin und wieder komme es vor, dass Bürger sich im Rathaus melden, die wieder einen Fund gemacht hätten. „In der Regel müssen dann unsere Bauhofmitarbeiter ausrücken und den Unrat beseitigen“, sagt Stargardt. „Wer Müllsünder erwischt, sollte Zivilcourage beweisen und diese melden, damit sie zur Kasse gebeten werden können“, appelliert sie. Vorgekommen sei das noch nicht, erinnert sie sich zurück. „Und das wird es wohl auch nicht“, ist Boris Delic überzeugt. „Wer will schon überall Wildkameras aufstellen und abwarten, bis jemand beim Abladen vor die Linse gerät?“

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