Das Symbol für Vielfalt zieht weiter

Die beiden Stelzenläuferinnen vor den illuminierten Flaggen bieten den Besuchern im Landpark Lauenbrück ein schönes Fotomotiv. Foto: Heyne

Lauenbrück – Mal wird er als fliegender Teppich an der Bremer Kunsthalle inszeniert, mal als Symbol für Vielfalt von friedlichen Hamburger Demonstranten beim G-20-Gipfel getragen, „aber zwischen Bäumen illuminiert wurde er noch nie“. Sozialunternehmerin Sibilla Pavenstedt muss es wissen, ist der Weltschal, der am Sonnabend bei der Finisage im Landpark Lauenbrück symbolisch von zwei Stelzenläuferinnen abgehängt wurde, doch ihr „Baby“.

Der 2015 von Flüchtlingsfrauen im Näh- und Strickprojekt „Made auf Veddel“ gestrickte und in den vergangenen Monaten im Landpark Lauenbrück ausgestellte Schal mit mehr als 200 Nationenflaggen stehe für Vielfalt der Länder und Kulturen, „und wir stehen für eine Vielfalt der Natur – eine schöne Symbiose“, so Landpark-Gastgeber Friedrich Michael von Schiller bei seiner Begrüßung zum Finissagen-Spaziergang durch den dunklen, illuminierten Park.

Das für die ganze Familie angekündigte Event blieb weitgehend aus; eher im internen Kreis genossen rund 50 Besucher, darunter Aktive aus den Projekten „Made auf Veddel“ und des daran angelehnten „Landateliers“, Gastgeber Katharine und Friedrich-Michael von Schiller und Moderatorin Alexa von Busse aus Bremen, den Anblick des mit Feuerkörben und Strahlern in Szene gesetzten Parks. An mehreren Stationen von der Orangerie bis zum Eselstall interviewte von Busse, selbst langjährige Besucherin, einige der Beteiligten. So erfuhren die Besucher von Initiatorin Pavenstedt, dass der Schal beim G-20-Gipel mehr internationale Beachtung gefunden habe als in der deutschen Presse: „Das Zeichen der Bürger für Brückenschlag und Verständigung wurde hierzulande kaum gezeigt.“

Welche Geschichten hinter den einzelnen Flaggen steckten, erörterte ein Vertreter der Leo-Trepp-Stiftung – dem letzten Rabbiner von Oldenburg vor dem Zweiten Weltkrieg, der nach der Flucht nach Amerika eine Stiftung gegründet hatte, deren Beitrag wiederum die Realisierung der Israel-Flagge ermöglicht hatte.

Eine Station weiter erinnerte Katharine von Schiller an die Anfänge des Konzepts „Landatelier“. Zwei Jahre habe man daran gefeilt, bis Förderer, der Verein „Made auf Veddel“ und das Sozialministerium, mit im Boot gewesen seien. Der Start sei verhältnismäßig klein ausgefallen: „Am Anfang haben wir alle Frauen hier noch persönlich abgeholt – die hätten sonst nicht gewusst, wie sie herkommen sollen.“ Das Problem sei inzwischen durch die Förderung eines Transporters behoben; auch für 2020 hofft sie auf Förderung, langfristig verbunden mit der Hoffnung auf eine Landwerkstatt.

Auch der Weltschal hat eine spannende Zukunft vor sich: Im Mai geht die Reise nach Italien, im Juli an Bord der Queen Mary nach New York, Ende nächsten Jahres, so ist die Planung, soll es erstmals auf den afrikanischen Kontinent gehen.  

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