Finteler Rat entscheidet sich für Erweiterung

Der Weg ist frei für einen Supermarkt-Anbau

Ein Neubau für einen Supermarkt in Fintel ist vom Tisch. Der Rat hat sich dafür entschieden, dass der Weg für eine Erweiterung des Bestandsgebäudes geebnet wird. Foto: Witte
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Ein Neubau für einen Supermarkt in Fintel ist vom Tisch. Der Rat hat sich dafür entschieden, dass der Weg für eine Erweiterung des Bestandsgebäudes geebnet wird.

Fintel - Größer soll er werden, der Supermarkt in Fintel. Das ist für die örtlichen Ratsmitglieder anhand der beiden Optionen, über die entschieden werden sollte, schon länger klar gewesen. Im Detail hat die Frage, ob neuer Standort oder Anbau auf dem derzeitigen Gelände, aber für viele Entscheidungsschwierigkeiten gesorgt. In der Ratssitzung am Donnerstagabend ist die Entscheidung aber nun gefallen – wenn auch denkbar knapp. Sieben Stimmen waren dafür, sechs dagegen, dem Antrag der Eigentümergemeinschaft Behrens zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für einen Anbau an dem bestehenden Supermarkt-Gebäude nachzukommen. Doch die Lokalpolitiker haben sich schwergetan mit der Entscheidung, wie sie in der Diskussion zuvor verdeutlichten. Die Abstimmung selbst erfolgte dann auch geheim.

Zwei Möglichkeiten lagen den Volksvertretern auf dem Tisch. Einerseits war ein neuer Standort im Gespräch, auf dem ein Investor bauen würde. Und zwar in der Größe, die sich der jetzige ansässige Marktbetreiber Edeka auch wünschte – mit einer Verkaufsfläche von 1 200 Quadratmetern. Ein Neubau, das betonte Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD) während der Sitzung einmal, böte nunmal alle Möglichkeiten, während eine Erweiterung daran nicht heranreiche.

Allerdings brachte Steffen Florin (CDU) eine Sorge in die Diskussion ein, die viele teilten. So sei schließlich noch nicht klar, ob der Neubau an dem nördlicher gelegenen Standort Richtung Ortsausgang überhaupt vom Landkreis genehmigt würde. Der Landkreis könne hier argumentieren, dass nicht Fintel sondern Lauenbrück als Mittelzentrum gilt und den Neubau damit ablehnen. Für die Gemeinde stelle diese Ausgangslage zumindest ein finanzielles Risiko dar, so der Bürgermeister. Denn der Investor, der den Neubau finanzieren würde, würde die Planungskosten nur dann übernehmen, wenn auch wirklich gebaut werden darf.

Die Planung für den Anbau am jetzigen Supermarkt-Gebäude hingegen würde die Eigentümergemeinschaft zahlen. Was die Genehmigungsfähigkeit betrifft, gebe es vom Landkreis nach Gesprächen ein positives Signal – dort spiele der Bestandsschutz in die Entscheidung mit rein.

Der Verbleib am alten Standort hätte den Vorteil, dass nicht mehr die Gefahr eines Leerstandes bestünde. Das sah Dietmar Röhrs (CDU) auch als einen Aspekt, den es zu beachten gilt. „Wenn noch ein weiterer Leerstand in Fintel dazukommt, wäre das schlecht“, meinte er.

Ralf Behrens von der Eigentümergemeinschaft war als einer der Antragsteller auch in der Ratssitzung im Lauenbrücker Rathaus dabei und schilderte den Politikern vor der Entscheidung noch einmal die Pläne für den Anbau. Demnach habe das Gebäude derzeit drei Schwächen. Zum einen sei die Verkaufsfläche mit 845 Quadratmetern zu klein. „Der Laden ist überfrachtet“, hatte Wilfried Behrens zuvor schon das Gesamtbild gezeichnet, dass neben dem Supermarkt in dem Gebäude auch die Post, ein Bäcker und ein Blumenladen untergebracht sind. Außerdem gebe es zu wenig Parkplätze und die Ladefläche sei ungünstig platziert, hieß es von Ralf Behrens. Der Anbau sei so gedacht, dass das Gebäude an einer Seite verlängert wird. Die Ladefläche werde verlagert, um zu vermeiden, dass die Lkw auf der Parkfläche stehen und dort den Platz einschränken. Auch werde ein angrenzendes Grundstück erworben, um mehr Parkplätze bereitstellen zu können.

„Noch nie habe ich mich so schwergetan“, sagte Florin angesichts der beiden Optionen, über die die Ratsmitglieder entscheiden sollten. Damit sprach er wohl einigen seiner Mitstreiter aus der Seele. Denn auch, wenn die groben Pläne für den Anbau vorgestellt wurden – einen Einfluss ob und wie genau das umgesetzt wird, hat die Gemeinde später nicht. Sie kann mit dem Bebauungsplan nur einen Rahmen für das Machbare setzen.

Auch bleibe ungewiss, wer am alten Standort den Supermarkt betreibt. Derzeit ist das Edeka, die den Vertrag verlängern könnte. Ob das mit einem Anbau passiert, sei aber unklar. Denn eigentlich war der Wunsch der Supermarkt-Kette, in Fintel in einen entsprechend großen Neubau zu ziehen. Rewe habe allerdings laut Ralf Behrens auch Interesse angemeldet – sogar für den Markt, wie er derzeit beschaffen ist. Die Aussagen der Supermarkt-Betreiber, gab der Bürgermeister zu Bedenken, seien allerdings nicht rechtsverbindlich.

„Das Thema verfolgt uns schon seit einiger Zeit“, so Steffen Florin. Das CDU-Ratsmitglied verdeutlichte, dass ein Supermarkt wichtig für die Innen- und Außenwirkung der Gemeinde sei. Werner Kahlke (SPD) drängte auch auf die Entscheidung. „Wir sollten nicht auf Rechtssicherheit warten, sonst läuft uns das weg.“

Einen Entschluss hat der Rat schließlich auch getroffen. Der neue Standort ist vom Tisch, entsprechend angeschobene Planungen nach einem Ratsbeschluss im vergangenen Jahr werden gestoppt. Stattdessen geht es nun im Bauausschuss in der Sache weiter. Der wird sich jetzt mit der Aufstellung eines Bebauungsplans für die Erweiterung eines alten Standorts beschäftigen.

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