Auf der Suche

Vorstand des Verkehrsvereins sucht Nachwuchs

Handlich und informativ: Die vom Verkehrsverein aufgelegte Broschüre bietet einen umfassenden Überblick über die Attrationen in Lauenbrück. Foto: Warnecke
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Handlich und informativ: Die vom Verkehrsverein aufgelegte Broschüre bietet einen umfassenden Überblick über die Attrationen in Lauenbrück.

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Vieles zwischen Fintau und Eurostrand trägt seine Handschrift - die des Verkehrsvereins der Samtgemeinde Fintel. Nun soll ein Generationswechsel eingeleitet werden. Der Vorstand ist auf der Suche nach Nachwuchs.

Wie viele Projekte der rührige Verein seit seiner Gründung vor gut zehn Jahren für Einheimische wie Auswärtige umgesetzt hat, davon konnten sich am Donnerstag die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses ein recht imposantes Bild machen. Der Lauenbrücker Heino Peters, seit Beginn an im Amt des Vorsitzenden, und sein Stellvertreter Volker Steinbruch aus Fintel waren der Einladung von Bürgermeister Tobias Krüger gefolgt, einen Abriss über die Aktivitäten zu geben und vielleicht auch auf manche Sorgen und Nöte zu sprechen zu kommen.

Und ja, vor dem Hintergrund, dass beide sich demnächst von ihren Vorstandsposten zurückziehen wollen, blicke man gegenwärtig noch in eine etwas ungewisse Zukunft, wie Peters deutlich machte. „Wir sind ja nicht mehr im jugendlichen Alter, irgendwie muss auch Erfrischung kommen“, so der ehemalige Leiter der Fintauschule. „Das Beste ist, wenn auch junge Leute aus unserer Samtgemeinde zum Verein stoßen und Verantwortung übernehmen würden.“ Dem konnte der Verwaltungschef nur beipflichten. Sein Appell an die Politiker, sich doch einmal in deren persönlichem Umfeld umzuhören, wer an einer Vorstandsarbeit womöglich interessiert sein könnte, fand wohlwollend Gehör.

Was Krüger persönlich doch sehr überrascht habe: Obwohl der Verein sich stark für das Allgemeinwohl einsetze, sei ihm der Status der Gemeinnützigkeit vom Finanzamt bisher abgesprochen worden. „Obwohl wir da viel Arbeit reininvestiert haben“, bemerkte Peters. So habe die Behörde ihm und seinen Mitstreitern (zum Vorstand zählen noch Marietta von der Wehl aus Lauenbrück und Bernd Mahnken aus Stemmen) zu verstehen gegeben, dass die Förderung des öffentlichen Fremdenverkehrs kein gemeinnütziger Zweck sei, da ja regelmäßig wirtschaftliche Einzelinteressen verfolgt würden. „Es stimmt, es treten bei uns auch Vermieter auf, die ihre Wohnungen für Gäste zur Verfügung stellen“, so Steinbruch. Dass man aber ein tüchtiger Geschäftsverein sei, das könne man so nicht stehen lassen. „Fakt ist, dass wir als Vorstand überhaupt keine Auslagen geltend gemacht haben - weder haben wir Telefon- noch Fahrtkosten erhoben, obwohl uns das natürlich zustehen würde.“

Ohnehin, ergänzte Heino Peters, müsse der Verein mit einem vergleichsweise recht geringen Etat auskommen. Sponsorengelder könnten wegen der fehlenden Gemeinnützigkeit steuerlich nicht geltend gemacht werden. Also habe man sich nach Kooperationspartnern umsehen müssen, die ihre Dienste kostenfrei zur Verfügung stellen - und diese auch unter anderem mit dem Team des Lauenbrücker Bauhofs sowie einzelnen Privatpersonen gefunden. „Schwerpunkt unserer Vereinsarbeit muss es also weiterhin sein, gute Ideen zu haben und selbstengagiert mitzuwirken, um dies oder das in den Mitgliedsgemeinden hinzubekommen“, gab der Vorsitzende zu verstehen.

Welche Projekte in den zurückliegenden zehn Jahren schon alle umgesetzt worden sind, davon gibt ein Flyer nebst Wanderkarte Zeugnis, der seit zwei Jahren im Umlauf ist. Sie alle fußen auf der vereinseigenen Satzung. Darin, so Peters, habe man sich neben der Tourismusförderung unter anderem auch die Unterhaltung von örtlichen Spazier- und Wanderwegen, der Initiierung von Umweltprojekten sowie die Pflege der Kulturlandschaft zum Ziel gesetzt. „Im Endeffekt geht es uns darum, Erholung und Gesundheit zu pflegen und die Natur nachhaltig erlebbar zu machen“, erklärte er.

Nun, da er sich bald von seinem Amt verabschieden wolle, „stehe ich kurz vor dem Ziel, was ich alles umsetzen wollte“. Demnächst würde vor dem Lauenbrücker Rathaus eine Vitrine mit einem Übersichtsplan aller fünf Mitgliedsgemeinden bestückt. „Mein Traum wäre es noch, an gleicher Stelle ein Wasserspiel zu gestalten“, so der Noch-Vorsitzende. „Darüber müssen wir künftig reden, aber zunächst ist das, was geschafft worden ist, eine Menge - und das ist die Arbeit des Verkehrsvereins.“

Info: Ein Verein mit Vorgeschichte

Gegründet hat sich der Verkehrsverein der Samtgemeinde Fintel im Jahr 2008. Seine Wurzeln reichen aber schon viel länger zurück, denn hervorgegangen ist er aus dem Verkehrsverein Fintel/Vahlde. Der war 1974 ins Leben gerufen worden und hatte vor allem zwei Schwerpunkte: die Interessen von Vermietern zu berücksichtigen und sich um (Wander-)Wege sowie Ausschilderungen zu kümmern. Nachdem 1989 die Finteler einen eigenen Heimatverein bekommen hatten, stand der Verkehrsverein sieben Jahre später kurz vor der Auflösung. Grund: Die meisten Mitglieder hatten bei den Brauchtumspflegern ihre neue Heimat gefunden. Am Ende war es dem Finteler Hans-Joachim Schmidt zu verdanken, dass der Verkehrsverein fortbestehen konnte. Er bot sich als Vorsitzender an. Nach der Auflösung wurde er gleich wieder als eingetragener Verein neu installiert.

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