Streuobstpädagogen lernen weiteres Modul der Ausbildung in Fintel

Auch die richtige Apfelernte will gelernt sein

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Lehrer der besonderen Art: Sabine Washof (l.) und Beate Holderied.

Fintel - Von Tobias Woelki. Pädagogen gibt es viele. Aber Streuobstpädagogen? Davon haben wohl die wenigsten Zeitgenossen je gehört. Denn erst seit dem vergangenen Jahr bilden der BUND Niedersachsen und die Streuobstschule aus Baden-Württemberg in einem Vorzeigeprojekt diese besondere Art der Pädagogen aus.

Der aktuelle Ausbildungsjahrgang traf sich nun zu einem weiteren Schulungsblock „Apfelernte“ in Theorie und Praxis als Teil ihrer Ausbildung am Sonnabendmorgen an der Finteler Mosterei von Uwe Engelmann. Dort fuhren die Teilnehmer, die aus ganz Niedersachsen angereist waren, zu einer Obststreuwiese nach Lünzen. Dort demonstrierten Uwe Engelmann und Beate Holderied von der Streuobstschule aus Süddeutschland den Teilnehmern das richtige Pflücken mit Hilfsmitteln wie zum Beispiel mit einem Schüttelhaken. Wieder zurück in der Mosterei, wurden die Äpfel zu Saft verarbeitet.

„Die Ausbildung zum Streuobstpädagogen erfolgt als Jubiläumsprojekt der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung in Kooperation mit dem BUND Niedersachen“, sagt dessen Sprecherin Sabine Washof. „Dies ist nun der zweite Lehrgang mit 18 Teilnehmern aus einem Gebiet von Ostfriesland bis zum Weserbergland einschließlich einer Person aus Nordrhein-Westfalen.“ Mittendrin Marion Hinz aus Fintel, die Lebensgefährtin von Uwe Engelmann.

Die Ausbildung ist auf mehrere Module unterteilt, wobei die Teilnehmer alles über die Streuobstwiese lernen: Vom Schnitt, von der Geschichte der Flächen über die Fauna und Flora. Washof: „Wir unternahmen dazu eine Vogelexkursion in der Lüneburger Heide, der Imker informierte und die Teilnehmer haben den Umgang mit der Sense gelernt.“

Was macht denn nun ein Streuobstpädagoge? „Wir wollen auf die Vielfalt der Landschaft mit ihren Obstbäumen aufmerksam machen, besonders die Kinder in den Grundschulen“, schildert Beate Holderied von der Streuobstschule. „Die Pädagogen zeigen den Kindern welche Tiere auf der Wiese wohnen, welche Pflanzen darauf wachsen und präsentieren, wie unterschiedlich Äpfel schmecken. Über die Kinder möchten wir die Begeisterung und das Bewusstsein der Erwachsenen erreichen, damit Streuobstwiesen noch in 50 Jahren existieren.“

woe

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