Großes Interesse an Info- und Diskussionsabend

Grünen-Minister Meyer auf Visite in Stemmen

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Vor einem glücklichen Schwein (v.l.): Kreistagsabgeordneter Ulrich Thiart, Volker Meyer, Armin Valet, Gabriele Schnellrieder, Christian Meyer, Birgit Brennecke, Olaf Wilkens, Carolin Grieshop und Jörn Ehlers.

Stemmen - Von Wieland Bonath. Der Wolf oder Minister Meyer? Für diesen Abend, so Landvolkchef Jörn Ehlers habe er zwei Veranstaltungsoptionen gehabt und sich dann für Stemmen entschieden. Für den Minister für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz, für die Probleme der Landwirtschaft und seiner Berufskollegen. Darum und um das Thema „Gesunde Lebensmittel und Landwirtschaft im Wandel“ ging es am Mittwoch im Hotel Landgut Stemmen in einer Infoveranstaltung des Kreisverbandes der Grünen. Und wie der war, ähnlich wie vor drei Wochen, als es um das Thema Windkraft ging, der Saal voll besetzt.

Am 15. Oktober sind Landtagswahlen, Koalitionspartner Die Grünen haben zusammen mit Christian Meyer unter dem Motto „Die sanfte Agrarwende in Niedersachsen“ viel bewegt und auch Lob sowie Kritik einstecken müssen. Und das von allen Seiten. Der Abend, organisiert von Gabriele Schnellrieder, Kreissprecherin der Grünen aus Fintel, stieß Fragen an, die die Interessen von Verbrauchern, Landwirten, Naturschützern und Produzenten gleichermaßen berührten.

Moderiert von Hans-Jürgen Schnellrieder waren neben Minister Meyer („Ich habe Lust, weiterzumachen“) diese Experten nach Stemmen gekommen: Olaf Wilkens, Biolandwirt aus Riepholm, Besitzer eines 73-Hektar-Betriebes mit Viehhaltung, Ackerbau und Grünlandnutzung, Obst und Heidelbeerplantage; Jörn Ehlers aus Holtum-Geest (Kreis Verden), Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes Rotenburg-Verden und Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolks, bewirtschaftet einen Hof mit 175 Hektar (Schweinemast); Volker Meyer, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Rotenburg-Land, der in diesen Bereichen 80 000 Abnehmer mit Trinkwasser versorgt; Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ein Verein, der die Interessen für alle Verbraucherinnen und Verbraucher wahrnimmt; Carolin Grieshop aus dem Landkreis Vechta und Geschäftsführerin des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen. Eine Institution, die Projekte realisiert, umstellungsinteressierte Landwirte berät und viele andere Facetten des Ökolandbaus bedient.

Mit dabei war am Mittwochabend auch Birgit Brennecke, Unternehmerin aus Hemslingen und Landtagskandidatin der Grünen. Sie hat das Thema Fracking zu ihrem besonderen Anliegen gemacht.

„Lebensmittel haben höheren Preis verdient“

Die Einkommensverluste der Milchbauern, das Sterben vieler Betriebe – darauf wies Minister Meyer hin und betonte: „Die Lebensmittel haben einen höheren Preis verdient.“ Meyer erwähnte Erfolge und Fortschritte im Bereich des Artenschutzes und des Tierwohls. Er wies auf die Halbierung des Antibiotikaeinsatzes, auf das neue Düngemittelgesetz und auf die Stärkung des Ökolandbaus hin.

Ökolandbau – hier hinkt der Landkreis Rotenburg mit seinen 1,5 Prozent bei 48 Biobetrieben und 35 Verarbeitern im Vergleich zu benachbarten oder Kreisen der näheren Umgebung noch teilweise weit zurück. Zum Beispiel: Verden: 4,7 Prozent, Osterholz: 8,2 Prozent, Heidekreis: 11,1 Prozent, Harburg: 5,7 Prozent, Stade: 4,1 Prozent, Cuxhaven: 2,9 Prozent, Dannenberg: 13,7 Prozent und Gifhorn: 4,9 Prozent.

Dafür gehört, was den Nitrateintrag im Zusammenhang mit der Gülle betrifft, der Wümmekreis mit zu den Spitzenreitern. Eine mögliche Gefährdung des Lebensmittels Wasser, von dem künftigen Generationen betroffen sein können.

Blick auf Maismonokulturen und Biogasanlagen

Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang als Hauptursachen Maismonokulturen und Biogasanlagen, von denen im Kreis Rotenburg zur Zeit 140 stehen. Hier gibt es jedoch erste Beispiele von Rückbauten.

Der Info- und Diskussionsabend war geprägt von beruflicher Ausweglosigkeit der Landwirte. Der grundsätzlichen Bereitschaft, an Veränderungen und Verbesserungen der aktuellen Situation mitzuwirken und von den Grenzen, die Zwickmühlen den Bauern immer wieder legen.

Dieser Wunsch und diese Forderung klang in Diskussionsbeiträgen immer wieder an und wurde von einer Besucherin so formuliert: „Wir alle sind in der Verantwortung, als Bürger für die Zukunft unserer Enkel zu sorgen.“

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