Mehrere Bienenvölker von Amerikanischer Faulbrut befallen

Stemmen ist Sperrzone für Bienen

Faulbrut möglichst früh erkennen: In gesunden Bienenvölkern beißt sich der Nachwuchs durch die Wachsdeckel aus den Waben heraus. Bleibt die Brutzelle geschlossen, ist das ein Hinweis auf die Krankheit. - Foto: Krüger

Stemmen - Von Lars Warnecke. Mehrere Bienenvölker sind in der Gemeinde Stemmen von der Amerikanischen Faulbrut befallen. Die Seuche wird durch Bakterien übertragen, greift die Bienenlarven an und lässt diese absterben. Das Veterinäramt ließ am Wochenende ein Sperrgebiet errichten und ordnete in Teilen die Verbrennung der betroffenen Bienenvölker an.

Tierseuche – das klingt unangenehm und für den Menschen bedrohlich. Im Fall der Amerikanischen Faulbrut müssen sich die Stemmer allerdings nicht den Kopf zermartern, wenn das Veterinäramt des Landkreises meldet, dass dort ein Sperrbezirk wegen der Bienenkrankheit eingerichtet wurde. „Für Menschen oder andere Tiere ist die Faulbrut ungefährlich“, betont Veterinäramtsleiter Joachim Wiedner. Allein für Imker bedeutet die Faulbrut ein Problem. Sie ist ansteckend – und, weil nicht jedes Bienenvolk, das im Landkreis durch die Luft schwirrt, gemeldet ist, gibt es einen Unsicherheitsfaktor.

„Dieses Jahr hatten wir im Gebiet bereits zwei Ausbrüche der Seuche“, erklärt Wiedner. Nachdem schon Mitte April ein Fall gemeldet worden war, sei man einen Monat später, im Rahmen von Nach- und Umgebungsuntersuchungen, auf ein weiteres befallenes Bienenvolk gestoßen, so der Experte. Bestätigt sich der Verdacht, ist der Handlungsablauf durch die Tierseuchenverordnung geregelt: „Wir bilden um das befallene Bienenvolk einen Sperrbezirk. Dieser beträgt mindestens einen Kilometer“, erklärt Wiedner.

Imker könnten ihre Tiere nicht zu 100 Prozent vor der Amerikanischen Faulbrut schützen, erklärt Carsten Frömming, Vorsitzender vom Verein Freizeitimker Wümme-Region. „Bienen stecken sich durch den Kontakt mit infizierten Tieren oder kontaminierten Honig an.“ Wiedner, selbst Hobby-Imker, verdeutlicht die Problematik an einem Beispiel: „Wenn man ein Glas mit belastetem Honig ins Altglas gibt, Bienen diesen Honig aufnehmen und in ihren Stand fliegen, verbreitet sich die Seuche.“ Die Krankheit greife dabei den Nachwuchs der Bienen an und könne dazu führen, dass Bienenlarven sterben. Imker müssten prophylaktisch ihren Stand „in Ordnung“ halten, auf Veränderungen der Brutwaben achten und bei einem Verdacht entsprechend früh reagieren. Die Amerikanische Faulbrut gehört zu den anzeigepflichtigen Seuchen.

Im Stemmer Fall ist es zurzeit nicht erlaubt, Bienenvölker aus dem Sperrgebiet – die Gemarkung Stemmen mit Ausnahme der Bereiche südöstlich der Wümme sowie die Gemarkung Lauenbrück mit Ausnahme der Bereiche östlich des Rieper Weges – woanders hinzubringen oder in das Sperrgebiet zu holen, bis nicht alle dort befindlichen Völker auf die Seuche hin amtsärztlich untersucht wurden.

Innerhalb der Sperrzone ist es verboten, Bienenvölker, lebende und tote Bienen, Waben, Wabenteile und -abfälle, Wachs, Honig und Futtervorräte, Bienenwohnungen sowie benutzte Geräte aus den Stöcken zu nehmen. Einzige Ausnahme: Honig, der für den menschlichen Verzehr gedacht ist. Sind doch die Bakterien nur für die schwarz-gelben Insekten selbst gefährlich.

Bestätigt sich der Verdacht der Faulbrut, werden die kontaminierten Bienenvölker entweder getötet (abgeschwefelt) oder durch das sogenannte „Kunstschwarmverfahren“ desinfiziert. Letzteres funktioniert aber nur, wenn die potenzielle Ausbreitung begrenzt ist. „Im aktuellen Fall müssen die Völker getötet und die Stände verbrannt werden“, so Wiedner.

Sämtliche Bienenvölker im betroffenen Bereich würden derzeit auf die Krankheit untersucht, erklärt Carsten Frömming. Ein aufwendiges Verfahren: Mit einer Aufhebung des Sperrbezirkes sei nicht vor einem Vierteljahr zu rechnen.

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