Arbeiten zum Bau einer Klärschlammvererdungsanlage in Lauenbrück sind angelaufen

Der Startschuss ist gefallen

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich starteten Harald Best (Baufirma, v.l.), Dieter Tschentscher (Planungsbüro), Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger und Tomma Freesemann (Baufirma) die Arbeiten zur Errichtung der Klärschlammvererdungsanlage.

Lauenbrück - Der symbolische erste Spatenstich für das Millionenprojekt kam mit etwas Verspätung. Er erfolgte erst, nachdem die Baufahrzeuge schon einige Tage auf dem Gelände der Abwasseranlage in Lauenbrück arbeiteten. Dort entstehen jetzt drei Schilfbeete für eine sogenannte Klärschlammvererdungsanlage. Diese ist für die Entwässerung und biologische Verarbeitung des gesamten Klärschlammes der Kläranlage und der daran angeschlossenen Einwohner ausgelegt.

Ingesamt mehr als 800 000 Euro wird das Projekt kosten. Trotz der hohen Investition soll es den Geldbeutel der Bürger aber entlasten, berichtet Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger anlässlich des offiziellen Baubeginns. „Die Klärschlammvererdungstechnik bietet mit ihren sehr niedrigen Betriebskosten und geringen Verwertungsmengen Flexibilität und Sicherheit für den Betreiber.“ Ein ökologisch-wirtschaftliches Konzept, das Bürgern und kommunalen Betreibern gleichermaßen zugute kommen werde. Krüger: „Mit dieser Technik wird die Umwelt geschont und gleichzeitig werden die aktuellen gesetzlichen Anforderungen eingehalten.“

Betreiben wird die Samtgemeinde die Anlage – es ist im Landkreis bereits die fünfte ihrer Art – gemeinsam mit einer Fachfirma aus dem nordhessischen Neu-Eichenberg, die auch mit dem Bau beauftragt ist. „Mit dieser Entscheidung erhalten wir jahrzehntelange Entsorgungssicherheit im Bereich Klärschlamm, unabhängig von den politischen Entscheidungen, die auf Bundesebene zu diesem Schwerpunkt getroffen werden“, erläutert Tobias Krüger den Vorteil.

Zusätzlich sei die Wahl der innovativen Ökotechnik seinen Worten nach ein ökonomischer Weg, den anfallenden Klärschlamm zu verarbeiten. „Das ist besonders wichtig, da die Verarbeitung des Klärschlammes ein großer Kostenblock für die Städte und Gemeinden darstellt.“

Wie die moderne Technik funktioniert, erklärt Harald Best von der Baufirma. Danach würden rund 15 000 Schilfpflanzen die biologischen Prozesse in der Anlage unterstützen. „Der flüssige Klärschlamm wird in den Schilfbeeten verteilt, das Schlammwasser sickert durch die Filter- und Wurzelschicht, der Schlamm verbleibt oberhalb der Wurzelschicht. Das Schilf belüftet den Schlamm, in dem Mikroorganismen in Symbiose mit den Pflanzen leben und dem Klärschlamm gemeinsam an die Substanz gehen.“

Innerhalb eines Jahres könnten so rund 6 500 Kubikmeter Klärschlamm aufgenommen und lautlos bearbeitet werden. Die ersten Kubikmeter Klärschlamm sollen bereits ab Herbst auf die Schilfbeete laufen. Nach etwa sechs bis acht Jahren wird ein Beet ausgebaggert und das Material geht in die Verwertung.

Die erste Räumung ist im Jahr 2024 vorgesehen. - lw

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