Digitale Revolution hinterlässt Spuren

Sparkasse in Lauenbrück schließt

Sparkassenvorstand Olaf Achtabowski (v.r.), Vorstandsvertreter Klaus Schröder sowie Steffen Brunckhorst, Leiter der Marktbereiche, mit dem Team, das ab April in Fintel für seine Kunden da ist: Nils Haucke, Katrin Peters, Uwe Cordes, Kurt Wahlers, Bianca Brandt und Jan Steinnagel. Regina Winter und Meike Tietjen beraten ihre Kunden künftig in der Sparkassen-Hauptstelle in Scheeßel.

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Immer weniger Kunden am Schalter. Immer weniger Beratungsbedarf. Die Sparkasse Scheeßel zieht für ihre Filiale in Lauenbrück die Konsequenzen. Sie wird geschlossen und in eine Selbstbedienungsfiliale (SB) umgewandelt. Die Umstellung erfolgt zum 29. März. 

„Das SB-Foyer behält seinen Standort, alle bekannten SB-Geräte sind weiterhin vorhanden“, betonte gestern der Vorstandsvorsitzende Jürgen Lange. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Olaf Achtabowski stellte er die strategische Ausrichtung der Sparkasse vor.

Ja, man sei sich darüber im Klaren, dass dieser Schritt, der mit dem Verwaltungsrat in vielen Gesprächen sorgfältig abgewogen worden sei, nicht jedem Kunden gefalle, so Lange. Die bisher an der Bahnhofstraße beschäftigten Mitarbeiter würden künftig in den Filialen in Scheeßel und Fintel eingesetzt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Volksbank Zeven ihre Geschäftsstelle in Lauenbrück dicht gemacht – im Gegensatz zur Sparkasse aber auf eine Fortführung als SB-Filiale verzichtet. „Die Filiale wurde nicht mehr stark frequentiert“, hieß es damals zur Begründung.

Weniger Kunden in den Filialen

Tatsächlich, bestätigt Olaf Achtabowski, sei die Bankenwelt in Zeiten von PC, Tablett, Smartphone, Apps und Internet in Bewegung, das Kundenverhalten ändere sich. Immer weniger Kunden würden die Dienstleistungen in den Filialen nutzen. Lange ergänzt: „Im Durchschnitt besucht ein Sparkassen-Kunde einmal im Jahr seine Filiale vor Ort für ein Beratungsgespräch. Einen Geldautomaten nutzt er 24 Mal im Jahr und gut 100 Mal wird von einem Rechner aus Kontakt zu uns aufgenommen. Und durchschnittlich fast 200 Begegnungen mit der Sparkasse via Smartphone im Jahr drücken aus, wie rasant sich die Gewohnheiten unserer Kunden geändert haben.“

Niedrigzinsphase spielt ebenfalls eine Rolle

Doch damit nicht genug: Neben dem veränderten Kundenverhalten drücke die lang anhaltende Niedrigzinsphase auf die Ertragslage. „Diese ‚Welt ohne Zinsen‘ muss man nicht mögen, aber sie ist und bleibt Realität, vor der wir nicht die Augen verschließen können“, meint Achtabowski. 

„Seit etlichen Monaten grassiert dieses Thema; kleine und große Banken müssen handeln, niemand kann sich auf Dauer ein Ungleichgewicht von Kosten und Erträgen leisten. Natürlich beobachten auch wir seit Jahren die wirtschaftliche Entwicklung unserer Filialstandorte und untersuchen, ob die vorhandene Kundenfrequenz das Vorhalten einer qualitativ hohen Beratungskompetenz betriebswirtschaftlich rechtfertigt.“ Im Ergebnis, so das Vorstandsmitglied, wolle die Sparkasse Scheeßel ihre „hohe Beratungsqualität“ an den großen Filialstandorten bündeln.

Filialen in Bothel, Elsdorf und Fintel nicht zur Disposition

Die kundenbetreuenden Filialen in Bothel, Elsdorf und Fintel stehen nicht zur Disposition. Ferner unterhält die Sparkasse in ihrem 30.000 Einwohner zählenden Geschäftsgebiet SB-Filialen in Scheeßel, Brockel, Gyhum und Heeslingen – und demnächst auch in Lauenbrück. „Nach Oktober 2016 wird dies der letzte Schritt zur Straffung unseres Filialnetzes sein“, sagen die Vorstände.

Übrigens: Eine Nachnutzung für die frei werdenden Räume ist bereits in Sicht: Die Gemeinde Lauenbrück will per Ratsbeschuss das Sparkassengebäude erwerben und zu einem Gemeinschaftshaus für den Ort umbauen lassen.

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