Plan: Sieben Hektar Solarpark in Lauenbrück

Idee nimmt Formen an

Ein Solarpark.
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Ein Solarpark in Lauenbrück rückt zurzeit mehr und mehr in den Fokus der Politik. Dabei geht es um eine etwa sieben Hektar große Fläche direkt neben den Bahngleisen.

Lauenbrück – Im Lauenbrücker Bau- und Planungsausschuss ging es um Visionen, die Realität werden können. Vorgestellt wurde die Idee eines Solarparks, das Thema ist auch in vielen anderen Kommunen brandaktuell. Dabei müssen Investoren und Gemeinden zusammenarbeiten: Die eine Seite muss die Fläche zur Verfügung stellen. Die Verwaltung muss die entsprechenden Planungen in die Wege leiten, damit die Anlagen auf den Flächen erstellt werden können.

Im Ausschuss wurden Felix Kübler, Projektleiter der EWS (Elektrizitätswerke Schönau) und Thomas Kompa (Wirtschaftsingenieur und Geschäftsführer der Enerkraft GmbH), vorstellig, um ihr Konzept zu präsentieren. Das Besondere an der EWS mit Sitz im Schwarzwald ist die Entstehungsgeschichte der Genossenschaft: Diese entstand ursprünglich aus einer Bürgerinitiative heraus, gegründet als Reaktion auf die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Heute agiert die Initiative als eingetragene Genossenschaft und Ökostromanbieter. Nach der Vorstellungsrunde ging es um die konkrete Lauenbrücker Idee.

Als Standort wurde eine etwa sieben Hektar große Fläche benannt, die sich im Privatbesitz eines Investors befindet. Das Flurstück liegt direkt neben den Bahngleisen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Bahnstrecke befinden sich die Ziegelteiche. „Das Grundstück ist fast quadratisch und nicht verschattet“, so Kübler. Rein rechnerisch könnten mit dem angedachten Solarpark etwa 2000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Der Strom wird in das normale Stromnetz fließen, erläuterte der Projektleiter. Als erwartete Stromproduktion benannte er 5,5 bis 6,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Die Initiatoren rechnen mit einem Betriebszeitraum von 20 bis 30 Jahren. Durch die Anlage könnten pro Jahr immerhin 2 500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. „Bisher wurde für den Strom aus solchen Anlagen eine Einspeisevergütung über des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Anspruch genommen“, erklärte Kübler. Durch die sinkenden EEG-Vergütungssätze und die steigenden Strompreise sei der in größeren Fotovoltaikanlagen erzeugte Strom inzwischen konkurrenzfähig zu anderen Formen der Stromerzeugung.

Flächensuche ist immer der erste Schritt

Bürgermeister Jochen Intelmann (SPD) wollte wissen, wie oft die Genossenschaft schon einen Solarpark in einer solchen Größe umgesetzt habe. Intelmann stellte auch fest, dass die benannte Fläche mit Blick auf die erforderlichen Genehmigungen gut passen würde. „Es ist in der Tat immer der erste Schritt, eine solche Fläche zu finden“, so Kübler. „Wir sind im Raum Lüneburg gerade dabei, Gespräche über eine noch größere Anlage zu führen“, ergänzte Kompa.

Weitere Details wurden besprochen, etwa dass die Anlage zwischen einem und drei Meter hoch werden wird und auch, wie der potenziell zu erstellende Zaun aussehen wird. „Es handelt sich um eine elektrische Anlage, die geschützt werden muss“, so Kübler. Innerhalb dieses Zauns könnte sich eine Art eigenes Biotop entwickeln.

Im Rahmen der Diskussion wurde auch über die Frage gesprochen, ob die Gemeinde Lauenbrück Mitglied in der Genossenschaft werden könnte. „Wir können prüfen, ob wir einen lokalen Stromtarif anbieten können, sodass jeder Bürger der Gemeinde davon profitieren würde“, gab der Projektleiter an.

Er erklärte auch, dass dann die Anwohner als EWS-Kunden Genossenschaftsmitglieder werden könnten. Mit Blick auf diese Aussichten beschlossen die Politiker einstimmig, dem Rat für die kommenden Augustsitzung zu empfehlen, einen Aufstellungsbeschluss für den Solarpark zu fassen.

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