Gemeinderat fasst Aufstellungsbeschluss

Solarpark für Lauenbrück kommt

Sonnige Aussichten: Auf diesem Acker am Lauenbrücker Ortsrand, direkt an der Bahnlinie, soll der Solarpark entstehen.
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Sonnige Aussichten: Auf diesem Acker am Lauenbrücker Ortsrand, direkt an der Bahnlinie, soll der Solarpark entstehen.

Lauenbrück – Die Aussicht klingt verlockend: zusätzliche Einnahmen für die Gemeinde Lauenbrück aus dem Erlös, mehr Gewerbesteuer und Bürger, die Genossenschaftsanteile in Höhe von maximal 1000 Euro dazukaufen können. Das alles versprechen die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), eine Genossenschaft mit Sitz im Schwarzwald, wenn sie im Gegenzug einen Solarpark am Rande des Ortes realisieren kann.

Am Bahnseitenweg, vorbei an der Hundefreilauffläche, kurz vor der Ortsausfahrt in Richtung Benkeloh soll dann auf einer 7,1 Hektar großen, im Privatbesitz eines Investors befindlichen Ackerfläche für etwa 25 Jahre alternativer Strom erzeugt werden – sauber und umweltfreundlich. Damit, erklärte Bürgermeister Jochen Intelmann (SPD) am Donnerstagabend in einer Ratssitzung, könnte man über den Daumen gepeilt dann rund 2 000 Haushalte versorgen.

Eckdaten zu dem Projekt waren schon im letzten Bauausschuss bekannt worden – etwa, dass der Park 5,5 bis 6,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen werde. Auch zur Ausgestaltung, zum Beispiel, wie weit die einzelnen Solarmodule auseinanderliegen, erfuhren die Ratsmitglieder nichts Neues. „Im Grunde genommen sind jetzt alle Daten da, die wir für den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan brauchen“, so Intelmann. Den Beschluss fasste der Rat in seiner vorletzten Sitzung vor der Kommunalwahl auch – einstimmig. Für eine Flächennutzungsplanänderung wird derweil die Samtgemeinde noch tätig werden müssen.

Ökologisch, befand der Bürgermeister, sei ein Solarpark allemal wertvoller als Acker- oder Grünland. Da könne unter den Modulen dann wachsen, was wachsen will. Zweimal im Jahr solle die Fläche, auf der sich unter anderem die Möglichkeit böte, bienenfreundliche Blumen zu sähen oder gar Schafe grasen zu lassen, gemulcht werden.

Schafe als lebende Rasenmäher

Wie CDU-Ratsherr Horst Milbrodt zudem erklärte, solle das komplette Gelände später zwar eingezäunt werden, allerdings so, dass Kriechtiere wie Hasen oder Igel noch durchkämen. Die Idee, Schafe vor Ort quasi als lebende Rasenmäher einzusetzen, die Panele selbst hätten etwa eine lichte Höhe von 80 Zentimetern, seien so also ebenfalls untenrum passierbar, halte er jedenfalls für die ökologisch sinnvollste.

Wie Intelmann ausführte, sei der Grundsatz, dass jeder Hektar Solarfläche ein Jahr lang in die Gemeindekasse einzahlt, durchaus gegeben. „Damit ist der Eigentümer nach Rücksprache mit ihm auch einverstanden, da werden wir noch entsprechend einen Vertrag machen.“

Ob die Gemeinde bei dessen Gestaltung, was genau für den Park vorgesehen sei, denn auch ein Wörtchen mitsprechen könne, wollte Monika Freitag (Grüne) wissen. „Ich gehe mal davon aus, dass die EWS für Vorschläge offen sein wird“, erwiderte Intelmann, „es hörte sich jedenfalls nicht danach an, dass die ein festes Muster haben, was dort dann passieren muss.“

Zur weiteren Verfahrensweise, nachdem die Weichen für einen Solarpark in Lauenbrück nun gelegt sind, erläuterte er, dass die Genossenschaft als Nächstes nun ihre Architekten mit der Erstellung einer Bauleitplanung beauftragen werde. „In dem Zusammenhang müssen wir unsere Vorstellungen mit einbringen, die wir als Gemeinde haben.“ Abschließend verdeutlichte er die Bedeutung eines solchen Projektes für Lauenbrück: „Alle Welt redet davon, dass wir die Energiewende schaffen wollen – wenn wir hier einen mehr als sieben Hektar großen Solarpark aufstellen können, ist das ein guter Beitrag.“ Es sei definitiv eine „runde Sache“, auch, weil die Gemeinde selbst davon profitieren werde.

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