Schütteln und schmökern

Elbautorinnen sorgen im Landpark Lauenbrück für reichlich Lesestoff und Mitmachaktionen

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Die Autorinnen Susanne Orosz (v.l.), Marlies Bardeli und Annette Mierswa sind begeistert von der Leseaktion im Landpark.

Lauenbrück - Von Marié Detlefsen. Wer schreibt eigentlich die Bücher, die abends vorgelesen oder selbst verschlungen werden, die Kinder, Eltern und Großeltern in andere Welten eintauchen lassen und miteinander ins Gespräch bringen? Klar, es sind die Autoren, welche ihre Erlebnisse, Abenteuer und Fantasien in ihren Werken niederschreiben. Die „Elbautoren“, ein 2017 gegründetes Netzwerk von Kinder- und Jugendbuchautoren in und um Hamburg, versuchen, dieses weiter in die Öffentlichkeit zu tragen und gastierten im Rahmen dessen am Sonntag im Landpark Lauenbrück für drei Lesungen.

Im Zuge der bundesweiten „Woche der Sprache und des Lesens“ trugen Susanne Orosz, Annette Mierswa und Marlies Bardeli Auszüge aus ihren Büchern vor und brachten die Kinder durch Bilder, Musik, Tanz und Mitmach-Aufgaben aktiv in ihre Lesungen ein. Los ging es mit der Geschichte „Warum wächst Schokolade nicht auf Bäumen?“ von Susanne Orosz. Zuerst erzählte die Elbautorin, wo die Kakaobohne herkommt und wie man sie zubereitet, doch auch selber hatten die Kinder die Möglichkeit, ihr Wissen zu präsentieren. In einem kleinen Quiz konnten sie das Gelernte unter Beweis stellen und wurden später mit eigener Schokolade belohnt.

Ihr sei es besonders wichtig, dass die Leser erfahren, wo das Essen überhaupt herkommt, so Orosz. „Ich habe für längere Zeit Führungen auf einem kleinen Bio-Bauernhof gegeben und festgestellt, dass viele Leute gar nicht wissen, woher die Lebensmittel überhaupt stammen.“ Das Schreiben habe ihr generell schon immer Spaß gemacht. „Irgendwann habe ich angefangen, Kinderbücher zu schreiben und gemerkt, wie viel mir daran liegt.“

Nach der Schokolade gab es noch eine weitere Geschichte – diesmal über die Herkunft der Milch. Der Höhepunkt dabei war die Herstellung eigener Butter. Dazu verteilten die Autorin und Parkchefin Katharine von Schiller leere Einmachgläser. Diese haben die Kinder anschließend mit etwas Sahne gefüllt, verschlossen und solange geschüttelt, bis Butter herauskam. Diese schmierten sie gleich auf frisches Brot und auch die dabei entstandene Buttermilch wurde genüsslich verspeist. „Die Milch schmeckt super lecker“, stellte die junge Lykka Fabian fest. „Wenn ich aufgegessen habe, mach‘ ich gleich noch mehr.“ Da das Schütteln gute fünf bis zehn Minuten in Anspruch nehmen kann, gab es tatkräftige Eltern, die zur Unterstützung eilten.

Auf die Idee für die Leseaktion war Katharine von Schiller gekommen. „Aufgrund der Woche der Sprache und des Lesens wurde ich von einer Organisation aus Berlin angesprochen, ob wir nicht auch an dem bundesweiten Projekt teilnehmen wollen. Ich war von dem Vorschlag begeistert und bin dadurch auf die Elbautoren aufmerksam geworden.“ Ihre Anfrage bei den Schriftstellern stieß auf riesige Resonanz. Etwa die Hälfte der mehr als 40 Elbautoren stellte sich für die Lesungen bereit. „Leider haben wir uns in der kurzen Zeit nur auf drei beschränken können“, so von Schiller. Außerdem sei der Organisationsaufwand sehr hoch und auch die Kosten ließen sich nicht nur durch Förderer decken.

Nachdem die Kinder mit Schokolade und eigener Butter versorgt waren, gestaltete sich der Anklang für die nächsten beiden Lesungen nicht mehr ganz so groß. Dies soll sich aber bei der geplanten Lesefestaktion im September ändern. „Dort wollen wir einen ganzen Tag im Sinne des Lesens gestalten. Wenn alles klappt, laden wir diesmal sogar bis zu 20 Autoren ein“, so von Schiller.

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