Öffnung nicht vor August

Sanierung: Finteler Freibad bleibt erstmal geschlossen

Großbaustelle am Finteler Freibad
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Großbaustelle: An Öffnung ist unabhängig von Corona aktuell nicht zu denken.

Fintel – Das Bad im Wiesengrund hat die Pforten geschlossen. Wen wundert es, dass das Finteler Freibad angesichts der aktuellen Pandemieverordnungen die Badegäste nicht wie sonst am 1. Mai zum Anbaden begrüßen durfte?

Ein Blick auf die Sandberge und die Armada an Baufahrzeugen auf dem Gelände offenbart jedoch noch einen zweiten Grund, warum das Freibad geschlossen ist, und das vermutlich noch lange über die coronabedingte Schließung hinaus: Hier wird gebaut, und das nicht zu knapp.

Bereits im vorigen Jahr wurden im ersten von zwei Bauschritten die gesamte Technik inklusive Filteranlage und Steuerung des 1974 eröffneten Bades renoviert und auf den aktuellen Stand gebracht. Ventile, die früher noch von Hand betätigt werden mussten, sind nun zeitgemäß automatisch mit Druckluftsteuerung ausgestattet, „die Steuerung kann unsere Schwimmmeisterin dank neuester EDV sogar von Zuhause aus kontrollieren“, freut sich Bürgermeister Wilfried Behrens. Derzeit ist im zweiten Bauabschnitt das Außenbecken an der Reihe. Auch hier haben 47 Jahre Badebetrieb ihre Spuren hinterlassen. „Sämtliche Zu- und Abläufe der Beckenhydraulik müssen im Zuge einer verbesserten Beckendurchströmung erneuert werden“, erklärt der Bürgermeister.

Zum Einbringen neuer Leitungen ist das Becken bereits komplett freigelegt. Allein: die Witterung der vergangenen Wochen machte den Handwerkern einen Strich durch die Rechnung und den Zeitplan – denn bei Nachtfrost können die Leitungen nicht über Nacht draußen gelagert werden, an Schweißarbeiten ist nicht zu denken. „Das hätte eigentlich schon vor sechs Wochen fertig sein sollen“, bedauert Behrens. Er sieht den Öffnungstermin in dieser Saison in weitere Ferne rücken, und das auch noch aus einem anderen Grund: Im Verlauf der Bauarbeiten habe sich herausgestellt, dass auch die Fliesen des gesamten Beckenkopfes erneuert werden müssen.

Das wirft das Projekt mit dem üblichen verwaltungsrechtlichen Prozedere, der Ausschreibung und den beim Vergabeverfahren einzuhaltenden Fristen um weitere Wochen zurück: „Wenn jetzt alles nach Plan läuft, können wir Anfang August einen Testlauf machen“, so Behrens. Darüber, ob in dieser Saison überhaupt noch eine Öffnung sinnvoll ist, kann er nur spekulieren.

Um die Leitungen neu zu verlegen, ist das Becken freigelegt. Doch die Arbeiten in diesem Bereich haben sich witterungsbedingt verzögert.

Als „Gedankenkonstrukt“ vorstellbar sei eine mehrwöchige Öffnung bis in den September hinein, um den Triathleten des TuS Fintel die Möglichkeit offenzuhalten, ihren im Vorjahr ebenfalls ausgefallenen traditionellen Triathlon austragen zu können.

Bereits im Vorjahr hatte das Bad im Wiesengrund bis Mitte September geöffnet – unter dem gebotenen Hygienekonzept in drei Schichten mit zwischenzeitlichen Desinfektionspausen und begrenzter Besucherzahl ein enormer Aufwand – und einer, den die Gemeinde sich etwas kosten lässt, ist das Bad wie wohl jedes in öffentlicher Hand doch ein Zuschussgeschäft. Zusätzlich zu den Gesamtbaukosten von rund einer Million Euro, die nur zu einem Fünftel vom Landkreis bezuschusst wird, beträgt das jährliche Defizit im Betrieb durchschnittlich 700 000 Euro, und es sei im Vorjahr rund doppelt so hoch ausgefallen, erklärt der Rathauschef – um das aufzufangen, müsste man die Eintrittspreise verdoppeln. „Das kommt aber auf keinen Fall in Frage – die große Mehrheit der Bürger trägt das gern mit.“ Dabei geht es nicht nur um den Freizeitwert, sondern auch um die Schwimmkurse für Kinder. „Da haben wir durch das letzte Jahr einen Überhang an Anfragen“, so Behrens.

Derzeit suche man nach Alternativlösungen. Angedacht sei, auf benachbarte Bäder auszuweichen. Ein anderer Vorschlag, das Hallenbad im Eurostrand zu nutzen, werde gegenwärtig geprüft.  

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