Ein Sammelsurium von anno dazumal 

Stemmer Hotelflohmarkt zieht hunderte Besucher an

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Alle Hände voll zu tun hatte Derk-Alexander Trau (l.) vom Landgut Stemmen damit, aussortierte Bestände aus dem Hotelfundus an den Mann zu bringen.

Stemmen - Wer hätte so etwas nicht gern Zuhause: einen antiken Sekretär aus einem Traditionshotel, ein Set edler Sektgläser oder einen gerahmten Klimt-Nachdruck an der Wand? Das Interesse am Hotelflohmarkt am Sonntag im Landgut Stemmen war jedenfalls groß. „Die ersten Gäste standen schon um 8.30 Uhr vor der Tür“, so Chef Derk-Alexander Trau – offizieller Startschuss für die zweite Ausgabe war um 10 Uhr.

„Hier gibt es ja auch ganz viel anderes“, wunderte sich die Scheeßelerin Renate Pittwald, die aus der Zeitung vom Event für Schnäppchenjäger erfahren und das gute Wetter für eine Fahrradtour genutzt hatte. In der Tat: Flankiert von den hoteleigenen Ständen mit Beständen aus der langen Tradition des Hauses wurde an 40 Tischen ein buntes Sammelsurium feilgeboten; die Geschäfte liefen für die meisten Verkäufer gut. „Die Leute sind heiß – es ist einer der ersten allgemeinen Flohmärkte im Jahr, noch dazu warm, im Trockenen und mit einem klasse Ambiente“, meinte Anbieterin Ute Luers, während sie einen Verkauf abwickelte: Ein überdimensionaler historischer Rechenschieber, nach eigenem Bekunden „seit langer Zeit ein Ladenhüter bei Flohmärkten“, ging über den liebevoll dekorierten Tapeziertisch. Wenige Minuten vorher hatten zwölf Spazierstöcke inklusive Stocknägeln aus vergangenen Wandertagen gerade ihre Reise nach Polen angetreten.

„Es ist so, wie wir uns das gewünscht haben“

Im Zentrum des Interesses der mehreren hundert Besucher standen jedoch unbestritten die Bestände des Landguts selbst. Das hatte auch Torsten und Anna Witte aus Scheeßel angelockt: „Wir richten gerade unseren Partykeller neu ein, mal sehen, ob etwas dabei ist“, so die junge Familie. Im Fundus: antike Lampenschirme, Staubsauger, Martinigläser, Wandschmuck, Stühle und Sessel, aber auch elektrische Geräte von anno dazumal wie Fernseher oder Einbauradios von Telefunken – „halt alles, was sich so im Lauf der Zeit angesammelt hat und viel zu schade zum Wegwerfen ist“, so Trau, und mit Blick auf ein makelloses Set Weingläser: „Wo wir früher 24 Stück eingekauft haben, müssen es heute eher 240 oder 400 sein“.

Auch diese fast schon historischen Staubsauger fanden ihre Liebhaber.

Noch in der Nacht hatte er mit seinem Team den Saal umgebaut – Hüpfburg und eine Ecke für die kulinarische Stärkung inklusive. Die Nachtschicht hatte sich gelohnt: Die Resonanz auf den Flohmarkt der etwas anderen Art, der Besucher bis aus Bremen und Hamburg anzog, sei mehr als zufriedenstellend: „Es ist so, wie wir uns das gewünscht haben!“ Dennoch kann er sich gut vorstellen, dass nach der nunmehr zweiten Auflage Schluss ist: „Irgendwann ist man ja auch froh, wenn der eigentliche Zweck erreicht und all die Sachen weg sind.“

hey

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