Rutschpartie im Namen des Glaubens

Hoher Wümmepegel macht Tauffest zu einem besonderen Erlebnis

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Der hohe Pegel der Wümme erforderte beim Tauffest viele helfende Hände.

Lauenbrück - Hände, die sich nach Täuflingen strecken, geflutete Jeans und das ein oder andere unfreiwillige Bad in der Wümme: So schnell werden die Teilnehmer des diesjährigen Taufgottesdienstes diesen Vormittag im Wald nicht vergessen.

Die heftigen Regenfälle der Vortage haben die Taufe an der Wümme hinter der Lauenbrücker Kirche, das die drei Gemeinden Scheeßel, Lauenbrück und Fintel in guter Tradition gemeinsam am Pfingstmontag begehen, zu einer rutschigen Angelegenheit gemacht.

So viele Täuflinge wie noch nie

Dabei lebt das Tauffest unter freiem Himmel auch bei trockeneren Verhältnissen von seiner besonderen Atmosphäre: Aufgestellte Klappstühle, ein Altar aus Baumstämmen und einer Holzplanke für die selbst gestalteten bunten Taufkerzen, ein Kreuz aus Birkenholz und zwei Sträuße mit Flieder, mehr braucht es nicht, um inmitten von Vogelgezwitscher diesen Gottesdienst zu feiern.

Diese Ursprünglichkeit ist denn auch für viele Täuflinge ein Grund, sich für diesen Termin zu entscheiden. „20 Täuflinge, so viele hatten wir noch nie“, konstatiert Pastor Lars Rüter erfreut. Der Scheeßeler Jens Ubben – nicht wie sein Lauenbücker Kollege mit Trekkingsandalen statt Gummistiefeln beschuht – ergänzt: „Die ersten Anfragen sind schon vor einem dreiviertel Jahr eingetrudelt.“

Fluss statt Taufbecken

Obgleich die Taufe selbst dieselbe Qualität habe wie in der Kirche, schätzt auch er das außergewöhnliche Ambiente: „Am schönsten ist der Moment, wenn man ins Wasser steigt. Er ist oft ein besonderer Grund zum Schmunzeln.“ Wie Recht er damit behalten sollte, war ihm zu Anfang des Gottesdienstes, als er von vollgelaufenen Pfarrhauskellern in Scheeßel und Lauenbrück erzählte, wohl nicht klar.

Marlon Behrens, einer der ersten Täuflinge, unterschätzte wie alle die Wassertiefe und nahm ein unfreiwilliges Bad. Trotzdem bereute der Vorkonfirmand die Entscheidung nicht. Für ihn und Mutter Martina war spätestens nach der Ortsbegehung vor einigen Wochen beschlossen gewesen, dass es das Richtige sei. Sie schätzt vor allem die bunte Mischung der Täuflinge: „Hier treffen sich Groß und Klein, Kleinkinder, Vorkonfirmanden und Erwachsene.“ Ähnlich sah das Merle Porthmann, die an diesem Tag ihren 14. Geburtstag feierte. „Damit ist sie religionsmündig und kann die Entscheidung zur Taufe auch ganz offiziell selbst treffen“, so Vater Hendrik.

Posaunenchor passt sein Repertoire an das Ambiente an

Und auch auf individuelle Wünsche wurde eingegangen. So erfüllte Pastor Thomas Steinke aus Fintel gern den ausdrücklichen Wunsch eines erwachsenen Täuflings, statt des eher symbolischen Übergießens mit Wasser ganz mit dem Kopf unterzutauchen, gern: „Der Wunsch, es so ursprünglich wie möglich zu machen, hat natürlich auch eine starke Symbolkraft – es steht für das Hinabtauchen mit Jesus in den Tod und seine Überwindung.“

Symbolträchtig auch die vielen Hände, die sich den Taufgruppen entgegenstreckten, Säuglinge entgegennahmen oder Handtücher reichten – schöne Sinnbilder für eine Gemeinde, die Täuflinge und ihre Familien die Hände reicht und stützt. Doch auch der Spaß kam nicht zu kurz. Zum Beispiel, als die Schwester eines Täuflings sich beschwerte: „Mama, mein Kleid ist ganz pitschenass“ oder der Kommentar einer Mutter: „Das ist ja kälter als beim Aquajogging.“

Der Posaunenchor der Gemeinde Scheeßel/Lauenbrück tat sein Übriges: Er hatte aus dem gegebenen Anlass neben klassischer“ Kirchenliteratur auch Werke wie „Down by the Riverside“ und „Rivers of Babylon“ ins Programm genommen.

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