„Runder Tisch“ sammelt Ideen / Heranwachsende haben immer weniger Zeit / Vereine gefordert

Neue Wege in der Jugendarbeit

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Michael Peters, Jugendhilfeplaner beim Landkreis Rotenburg (l.), mit Mitgliedern des „Runden Tischs“ Jugendarbeit.

Fintel - Von Hannelore Rutzen. Seit zehn Jahren wird in Fintel die „offene Jugendarbeit“ gepflegt. Die Jugendlichen trafen sich zunächst in Räumen, die inzwischen zum Kindergarten gehören. Zuletzt in einer Wohnung der Gemeinde. Das Problem: Es sind immer weniger Jugendliche aus dem Ort, die den Jugendtreff nutzen. Ein „Runder Tisch“ soll Abhilfe schaffen.

Nach den Sommerferien gibt es oft einen Umbruch. Einige Jugendliche bleiben weg, andere kommen dazu und gruppieren sich neu. Zuletzt kamen aber immer weniger, um sich zu treffen, Billard zu spielen oder sich sogar bei Sozialarbeitern Rat und Hilfe zu holen.

Grund genug für die Gemeinde, einen sogenannten „Runden Tisch“ ins Leben zu rufen, um der vermeintlichen Interessenlosigkeit der Jugendlichen zu begegnen. Oder hat sich diese Form der Jugendarbeit überholt? Gibt es in Fintel keinen Bedarf mehr?

Darüber diskutierten der Sprecher des Freundeskreises Jugendarbeit, Manfred Kröger, Pastor Thomas Steinke, Bürgermeister Rüdiger Bruns sowie Grundschulleiterin Andrea Neuhaus mit 25 Vertretern aus Vereinen und anderen Institutionen. Zu Gast war Michael Peters, Jugendhilfeplaner beim Landkreis Rotenburg. Er moderierte die Veranstaltung, stellte entscheidende Fragen und listete sie als Sachstand auf.

„Gibt es aktuelle Angebote für Jugendliche in Fintel, die wahr- und angenommen werden?“, wollte Peters wissen. Auch er weiß, dass die Heranwachsenden die Möglichkeit haben, sich in den Vereinen, in der Kirche, in der Kinderakademie, im Ferienprogramm oder in der Schule die Nachmittage oder Abende zu vertreiben.

„Anders als früher“, so stellte die Gesprächsrunde fest, „haben die Kinder und Jugendlichen von heute eher ein Zeitproblem. Sie sind oft bis in den Nachmittag hinein in der Schule. Dann bleibt nicht mehr viel, um sich anderswo zu orientieren.“

Zudem gebe es in den Vereinen nicht genügend ausgebildete Jugendleiter, die sich speziell um zeitaufwendige Probleme mit den Jugendlichen kümmern können.

Die Ehrenamtlichen der Vereinsvorstände, die es selber in die Hand nehmen sollten, hätten auch nur begrenzte zeitliche Ressourcen. Außerdem stünden jede Menge Fahrdienste an, um den Jugendlichen die Teilnahme an einigen Aktionen überhaupt zu ermöglichen.

„Oft sind die Verantwortlichen in den Vereinen auch enttäuscht darüber, wie wenig Interesse manche Eltern an den Aktivitäten ihrer Kinder haben“, resümierte der „Runde Tisch“.

Aber was ist zu tun? Für die Weiterführung offener Jugendarbeit wurde eine Reihe Ideen gesammelt. Dazu zählen unter anderem eine intensivere Zusammenarbeit mit den Schulen, das Aufsuchen der Jugendlichen an ihren Treffpunkten sowie der Einbezug der Kinder und Jugendlichen von Flüchtlingen.

Um den Nachwuchs eine Chance zu geben, sich so richtig auszutoben, sollen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten im Zusammenhang mit einem Treffpunkt geschaffen werden. Weiter müsse ein beständiger Informationsaustausch der verschiedenen Institutionen zur Regel werden, hieß es.

Manfred Kröger zog am Ende Bilanz: „Das war für uns eine erste wichtige Bestandsaufnahme. Wir lassen das jetzt erst einmal sacken und werden noch in diesem Jahr zusammenkommen, um Nägel mit Köpfen zu machen, um herauszuarbeiten wie es mit der Jugendarbeit in unserer Gemeinde weitergeht.“

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