Bürgermeister: „Ein holpriger Start“

Richtfest für den Krippenanbau in Fintel

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Gesegnet ist das Gebäude schon einmal. „Glück und Halt zu aller Zeit“, rief der Zimmerer vom Dach des Hauses, nachdem er und seine Kollegen den Kranz auf dem Dachfirst aufgestellt hatte. 

Fintel - Von Lars Warnecke. Ob ihnen der Bau gefalle, fragt der Zimmerer vom Dach und bekommt ein Nicken von den Anwesenden. Daraufhin zerschellt eine Flasche an einem Stützpfeiler. Am Wochenende wurde in Fintel der Richtkranz auf dem Rohbau gehisst. In einem Anbau neben dem bestehenden Kindergarten „Vintloh-Zwerge“ wird Platz geschaffen für weitere 15 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren.

Nur eine kurze Pause genehmigten sich am Sonnabend die Zimmerleute für ein kleines Richtfest, zu dem die Gemeinde Fintel an den Erweiterungsbau in Ortsrandlage eingeladen hatte. Denn die Zeit drängt: Länger als geplant habe der Baustart auf sich warten lassen, ließ Bürgermeister Wilfried Behrens (SPD) in seiner Begrüßungsansprache wissen. Eine „wie verrückt laufende“ Baukonjunktur und „behördliche Stolpersteine“ hätten für die Verzögerung ihr Übriges getan. 

Nachfrage nach Krippenplätzen ist explodiert

„Es war jedenfalls ein ziemlich holpriger Start“, betonte er. Trotzdem fehlte es weder an frischem Grün als Richtkrone noch am selbstgedichteten Richtspruch, den ein Zimmerermeister verlas: „Wie diese Flasche zerspringe in tausend Scherben, kurz und klein, ziehe Glück in dieses Haus mit ein.“ Da war ihm der Applaus der Ratspolitiker, des Kindergartenpersonals und von Samtgemeindebürgermeister Tobias Krüger sicher.

Insgesamt 700.0000 Euro kostet die Errichtung der neuen Krippe, von denen die Gemeinde Zuschüsse in Höhe von 180.000 Euro erhält. Dennoch: „Ohne die Aufnahme von Krediten hätten wir als Gemeinde das sicher nicht stemmen können“, so Behrens. Die Nachfrage nach Krippenplätzen sei jedenfalls regelrecht explodiert. „Wir hatten im vergangenen Jahr mit 34 Geburten auffällig mehr als noch in den Vorjahren. Mit dem Anbau wolle man nun den Engpass lösen, laut Simone Langer, Leiterin der „Vintloh-Zwerge“, würden allein jetzt schon 50 Anmeldungen vorliegen.

Energie wird aus einer Biogasanlage bezogen

Das Gebäude am Rande der Sportanlagen, das früher als Jugendherberge genutzt wurde, bietet Platz für zwei Vormittagsgruppen und zwei Ganztagsgruppen, davon eine Krippengruppe in einem bereits 2009 fertiggestellten Anbau. Verteilt auf zwei Geschosse entstehen auf rund 330 Quadratmetern Fläche nun ein Gruppenraum, ein Schlaf- und ein Sanitärraum, ein Therapieraum, ein Bereich für die 20 Mitarbeiter sowie weitere Räumlichkeiten als Reserve für zukünftige Hortkinder. Energie bezieht der Neubau, wie auch schon das Bestandsgebäude und das benachbarte Sporthaus, via Fernwärme aus einer Biogasanlage. So, meint Behrens, würden wenigstens die Betriebskosten einigermaßen überschaubar ausfallen. „Wir rechnen mit einer Fertigstellung zum 1. November – so schnell wie möglich eben“, sagt der Bürgermeister. Schon heute, erklärt Langer, hätten die neuen Krippenkinder in einer sogenannten Übergangsgruppe notdürftig Unterschlupf im Kindergarten gefunden. Elf Jungen und Mädchen seien es an der Zahl.

Nicht nur in Fintel, auch in der Gemeinde Vahlde entstehen derzeit neue Krippenplätze. Im Oktober sollen dort weitere Krippenkinder einziehen können. Schon im November 2016 ist in Lauenbrück der Anbau der Kita „Löwenburg“ fertiggestellt worden. Auch dort können nun 15 Krippenkinder zusätzlich betreut werden.

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