Projekt „Gesunde Dörfer“ startet mit Koordinierungsstelle

Gesundheitslotsen gesucht

Beim Projekt „Gesunde Dörfer“ ziehen Marcel Bonse von der Gesundregion (v.l.), Fintels Samtgemeinde-Bürgermeister Tobias Krüger, Verena Kimpel, Veronika Czech und Christina Laabs als Koordinatorinnen auf jeden Fall an einem Strang.
+
Beim Projekt „Gesunde Dörfer“ ziehen Marcel Bonse von der Gesundregion (v.l.), Fintels Samtgemeinde-Bürgermeister Tobias Krüger, Verena Kimpel, Veronika Czech und Christina Laabs als Koordinatorinnen auf jeden Fall an einem Strang.

Der Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung plant in Kooperation mit den fünf Kommunen Scheeßel, Rotenburg, Sottrum, Fintel und Ottersberg die Einrichtung von Informationsstellen. Die Fäden sollen bei ehrenamtlichen Gesundheitslotsen zusammenlaufen. Dafür werden Freiwillige gesucht.

Lauenbrück – Eine unlängst zugezogene Familie fragt sich, ob es Krabbelgruppen vor Ort gibt. Ein Epileptiker sucht eine Selbsthilfegruppe. Dem Fußballtrainer einer Jugendmannschaft fällt auf, dass einer seiner Schützlinge unter Übergewicht leidet. Er würde den Eltern gern einen Kontakt für professionelle Hilfe auf den Weg geben. In diesen und weiteren Fällen können die Betroffenen, wenn es nach dem Willen der Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung geht, in Zukunft auf Hilfe hoffen.

Sie plant in Kooperation mit den fünf Kommunen Scheeßel, Rotenburg, Sottrum, Fintel und Ottersberg die Einrichtung von Informationsstellen. In den Büros, die stundenweise von ehrenamtlichen Gesundheitslotsen besetzt werden sollen und die beispielsweise im Rathaus beheimatet sein könnten, sollen die Fäden zusammengeführt werden für regionale und überregionale Angebote aus dem Bereich Gesundheit und Prävention.

Und davon gibt es reichlich, weiß Koordinatorin in spe Veronika Czech: Allein 67 Selbsthilfegruppen sind es derzeit im Landkreis, während der Pandemie seien zahlreiche dazugekommen, sechs im vergangenen Jahr, sieben im laufenden Jahr. „Nach den Erfahrungen der Pandemie suchen die Menschen gerade jetzt in Krisen den persönlichen Kontakt“, hat ihre Mitstreiterin Verena Kimpel festgestellt. Die Sozialarbeiterin sieht hierin auch Potenzial: „Aufgrund ihrer persönlichen Lage oder Erfahrungen sind viele in einem Gebiet zu Experten geworden, die ihr Wissen gern weitergeben.“

Auch Fintels Samtgemeinde-Bürgermeister Tobias Krüger begrüßt das Projekt „Gesunde Dörfer“ zur Gesundheitsförderung und Prävention im ländlichen Raum, dem eine wissenschaftliche Studie vorausgegangen ist: „Es gibt so viele tolle Angebote, man weiß nur leider von zu wenigen.“ Er ist zuversichtlich, dass sich Ehrenamtliche finden, die sich zu Gesundheitslotsen schulen lassen. Dabei komme es nicht auf eine Ausbildung an, sondern auf Motivation und Spaß im Umgang mit Menschen, das erforderliche Wissen werde im Rahmen spezieller Schulungen vermittelt. Wichtig ist es Czech zu betonen, dass es sich nicht um Beratungen, sondern vielmehr um Informationsvermittlung handelt: „Wenn es fachlich wird, kommen wir als Koordinierungsstelle ins Spiel.“

Mit dem Caritasverband Rotenburg und Stade habe man, so Marcel Bonse vom Regionalmanagement der Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung, einen kompetenten Träger für die Koordinierungsstelle gefunden.

Nachdem sich der Start des Projekts pandemiebedingt um etwa ein Jahr verzögert hatte, werden Verena Kimpel und Veronika Czech von der Zentralen Informationsstelle Selbsthilfe, Selbsthilfekontaktstelle (ZISS) die Aufgaben der Koordinierungsstelle in der Bahnhofstraße 20 in Rotenburg übernehmen, um für den fachlichen Hintergrund zu sorgen und die Vernetzung der Ehrenamtler untereinander zu unterstützen. Ab Mitte Juli sind sie auch telefonisch unter der Nummer 04261/ 9637875 erreichbar.

Hunderte Präventions- und Gesundheitsangebote in fünf Kommunen wie dieses „Pilates im Park“ gilt es zu koordinieren und publik zu machen.

Statt der zunächst für März 2020 geplanten großen Informationsveranstaltung werden im ersten Schritt im Rahmen kleinerer, dezentraler Aktionen Gesundheitslotsen in spe gesucht. „Idealerweise kommen die aus den jeweiligen Dörfern, denn die Menschen vor Ort kennen sich in der Regel am besten aus“, so Kimpel. Zurückgreifen können sie auf eine – ebenfalls noch aufzubauende – Datenbank mit den entsprechenden Angeboten, die das Herzstück der Vermittlungstätigkeit bilden soll. Das noch bis 2025 mit Fördermitteln der Techniker Krankenkasse unterstützte Projekt ist in Deutschland einmalig, eine Weiterführung laut Bonse geplant.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf

Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf

Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf
Die Kreissprecher über den Zustand der Grünen: „Das ist jetzt eine andere Partei“

Die Kreissprecher über den Zustand der Grünen: „Das ist jetzt eine andere Partei“

Die Kreissprecher über den Zustand der Grünen: „Das ist jetzt eine andere Partei“
Selten auf den Feldern: Clüversborsteler Bauern bauen Knoblauch an

Selten auf den Feldern: Clüversborsteler Bauern bauen Knoblauch an

Selten auf den Feldern: Clüversborsteler Bauern bauen Knoblauch an
Zweite Corona-Ausgabe des Ferdinands Feld Festival

Zweite Corona-Ausgabe des Ferdinands Feld Festival

Zweite Corona-Ausgabe des Ferdinands Feld Festival

Kommentare