Begegnungen von Herz zu Herz

„Gemeinsam statt einsam“ führt Kinder mit Senioren zusammen

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Die Initiatorinnen Silke Krumbeck (hinten rechts) und Yvonne Bartels (hinten Mitte) mit Bewohnern des Hauses Wümmetal und den AG-Teilnehmern der Fintauschule.

Lauenbrück - Von Ursula Ujen. Zu den regelmäßig im Seniorenheim Haus Wümmetal in Lauenbrück stattfinden „Wümmetaler Gesprächen“ begrüßt Einrichtungsleiterin Christine von Fintel normalerweise ausschließlich erwachsene Gäste – nicht so anlässlich der Vorstellung des Projektes „Gemeinsam einsam – Ehrenamt für coole Kids“: Sechs elf- bis 14-jährige Jungen und Mädchen warteten gleich in der ersten Reihe des gut gefüllten Saals erwartungsvoll auf ihren Auftritt.

Sie hatten einen guten Grund für ihre Aufregung, denn schließlich sind sie Teilnehmer an dem Gemeinschaftsprojekt des Hauses Wümmetal und der Fintauschule in Lauenbrück, das von Silke Krumbeck und Yvonne Bartels initiiert wurde: Einmal wöchentlich kommen acht Kinder der fünften bis siebten Klasse der Oberschule an der Habichtallee nach dem Unterricht für eine Stunde in das Pflegeheim, um mit den Bewohnern aktive Zeit zu verbringen.

Silke Krumbeck, Sozialarbeiterin an der Fintauschule, leitet seit vielen Jahren die Arbeitsgemeinschaft „Ehrenamt für coole Kids“, die den Schwerpunkt hat, soziale Verantwortung bei den Kindern zu entwickeln und zu fördern. In Zusammenarbeit mit den Schülern wurden in dieser AG diverse Projekte wie Beratung in der Schule oder Charity-Veranstaltungen verwirklicht – ebenso entstand zur Förderung des Ehrenamtes die Idee einer Kinder-Senioren-Begegnung.

Vorschlag begeistert aufgenommen

Der Vorschlag wurde von Yvonne Bartels vom Haus Wümmetal, die seit vielen Jahren in der Begleitung von psychisch und demenziell erkrankten Senioren tätig ist und sich außerdem in der Hospizarbeit für Kinder und Erwachsene engagiert, begeistert aufgenommen. Im Haus Wümmetal wurde dieser Wunsch freudig begrüßt und somit der Weg für das gemeinsame Projekt frei gemacht.

„Aufgrund des demografischen Wandels verändert sich auch der Blick zwischen Jung und Alt“, weiß Bartels. „Kinder und Senioren haben immer weniger Berührungspunkte, dabei ist die Begegnung zwischen den Generationen elementar wichtig für viele Lebensthemen wie seinen Platz zu finden, Haltung zu entwickeln oder Struktur zu schaffen.“ Der Austausch sei ein Gewinn für alle Beteiligten, denn er fördere die Sozialkompetenz, das Erkennen eigener Stärken, die Förderung von Mimik, Gestik und Körpersprache sowie das Erkennen von Gefühlen.

„Jeder darf sein, wie er will“

Ausgesprochen engagiert stellten die Schüler dann selbst anhand von vielen Fotos vor, was sie an den Nachmittagen mit den Senioren unternommen hatten. Das ging vom gemeinsamen Malen einer großen Heidelandschaft oder Basteln von Wollbändern über Obstsalat zubereiten bis zum Filzen von bunten Blättern. Beim Wissensspiel „Wer wird Millionär?“ waren alle gefordert: „Das war richtig spannend, mal haben wir, mal die Senioren gewonnen“, erzählt AG-Schüler Finn begeistert. Viel Spaß hatten die Teilnehmer auch beim Blumen pflanzen und Gärtnern in den Hochbeeten, besonders das Kartoffel-Eimer-Bepflanzen einschließlich Ernten und Verspeisen der Kartoffeln war ein Highlight.

„Die AG ist ein großer Erfolg und soll unbedingt weitergeführt werden“, erklärt Sozialarbeiterin Krumbeck. Ihren Worten nach sei es „eine Begegnung von Herz zu Herz“. Die Schüler seien nach und nach ein Teil der Gemeinschaft geworden. „Jeder darf sein, wie er will; wir lachen sehr viel. Der Mensch steht im Vordergrund, und die Begegnungen geschehen mit voller Akzeptanz und großem gegenseitigen Respekt. Kinder sehen für ihr Lebenskonstrukt, dass nicht nur Leistung zählt, sondern auch die Erfahrung, wie man mit schwierigen Lebenssituationen wie Krankheit oder Tod umgehen kann.“

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