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Lauenbrücker Ausschuss diskutiert über Teilhabemöglichkeiten und Jugendtreff

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Von: Lars Warnecke

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Bis 2016 war das Haus der Lauenbrücker Kirchengemeinde Domizil für einen Jugendtreff. Wegen zu wenig Zuspruch wurde die Einrichtung geschlossen.
Bis 2016 war das Haus der Lauenbrücker Kirchengemeinde Domizil für einen Jugendtreff. Wegen zu wenig Zuspruch wurde die Einrichtung geschlossen. © Warnecke

Die Politik in Lauenbrück will Jugendliche stärker in Entscheidungsprozesse einbinden. Die Frage ist aber noch in welcher Form.

Lauenbrück – Es ist schon eine ganze Weile her, da gab es ihn noch: einen Jugendtreff in Lauenbrück. Bis 2016 hatte die Einrichtung Bestand, danach war Schluss. Denn ein Jugendtreff ohne Jugendliche, das wollte und konnte die Gemeinde sich auf Dauer nicht mehr leisten, wie CDU-Ratsherr Arne Homfeldt in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales erklärte: „Das von einem Verein betreute Angebot hat uns damals 1 000 Euro im Monat gekostet – und nachher waren vielleicht nur vier oder fünf Jugendliche mal sporadisch da, warum auch immer.“

Lange Zeit sah es nicht danach aus, als ob ein solcher Treff, wie er seinerzeit in einem Kellerraum unter dem Haus der Kirchengemeinde eingerichtet war, inklusive Tischkicker, Darts-Automat und Podest, wieder ins Leben gerufen werden könnte. Warum das Thema seit ungefähr zwei Jahren nun doch wieder verstärkt in den Fokus gerückt ist? „Auf uns sind mehrere Bürger zugekommen und haben gefragt, wo die jungen Leute hinkönnen und welche Angebote es gibt“, erklärte Ingo Norrenbrock vom Verein Dorfgemeinschaft Lauenbrück (DGL), zugleich beratendes SPD-Mitglied im Fachausschuss. Erste Gedankenspiele, an welcher Stelle im Ort man eine Anlaufstelle neu auflegen könnte, hätten bereits stattgefunden. Praktikabel, so Norrenbrock, wäre etwa das leerstehende Bothmer-Haus bei der Wümmebrücke – einer Sanierung der sanitären Anlagen vorausgesetzt. Und auch für die Nachnutzung der alten Grundschule habe die DGL bereits einige Ideen gesammelt. „Nur sollten wir dann auch eine Lösung finden, wo wir uns nicht mehr vertraglich binden“, mahnte Homfeldt, der damals federführend an den Planungen für einen Jugendtreff beteiligt war, wohlweislich der gesammelten Erfahrungen.

In einer Sache bestand im Gremium Konsens: Nicht den Jungbürgern einfach nur einen eigenen Raum vorsetzen, sei das Gebot der Stunde, sondern sie auch aktiv am Prozess teilnehmen lassen. Oder, wie Homfeldt, der in Lauenbrück stellvertretender Bürgermeister ist, es formulierte: „Bei der Ausgestaltung muss unsere Zielgruppe mitarbeiten – die Jugendlichen sollen selber sagen, was sie wollen.“ Wenn dies nicht passiere, sei er überzeugt, verschwende die Politik nur Zeit. Allerdings, lenkte Alexandra Aeplinius (SPD) ein, sollte das Interesse doch besser über eine direkte Ansprache abgefragt werden und nicht – wie ihr Parteifreund Rasmus Prien es vorschlug – über eine allgemeine Umfrage, in dem Fall an der Fintauschule. „Das Ganze könnte dann in einem Schneeballsystem erfolgen – da sehe ich den höheren Nutzen drin“, befand die Sozialdemokratin.

Dass junge Menschen im Ort stärker einbezogen werden sollten, stünde natürlich außer Frage, betonte Ausschussvorsitzende Anja Oppermann (SPD). Nur ob das im Sinne eines Jugendparlamentes oder -beirates geschehen soll, wolle sie doch lieber dahingestellt lassen. Genau ein solches Gremium aber wünscht sich Monika Freitag (Grüne): „Dort könnten die Kinder und Jugendlichen zu den Themen, die ihnen wichtig sind, auch gehört werden.“ Und weiter erklärte sie: „Das mangelnde Interesse an der Politik, wofür wir uns ja bemühen, es zu wecken, sollte uns nicht davon abhalten, es trotzdem weiter zu versuchen – weil wir ja Nachwuchs brauchen.“

Am Ende einigten sich die Mitglieder darauf, beim Thema Jugendteilhabe am Ball bleiben zu wollen. „Wir sollten es gemeinsam wieder aufleben lassen und daran weiterarbeiten“, befand Oppermann. Dass die DGL dabei den Hut aufhaben könnte, da in ihr ja alle Generationen vertreten seien, wie Alexandra Aeplinius einwarf, bleibt aber wohl abzuwarten. Schließlich, meinte der zweite Vorsitzende Norrenbrock, müsse man dafür erst die vereinseigene Satzung überarbeiten. „Wir haben sonst ja immer nur den Erntewagen-umzug und das Fischerstechen organisiert.“

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