Pastor Manfred Thoden aus Selsingen liest in der Finteler Bücherstube aus seinen Romanen

Fußballeuphorie trifft auf den Familienkater

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Pastor Manfred Thoden und Kathrin Vagt von der Bücherstube.

Fintel - Die Bücherstube der Kirchengemeinde Fintel entwickelt sich mehr und mehr zum Publikumsmagneten. Die Wertigkeit der Texte und die abwechslungsreichen Lesungen haben sich herumgesprochen – und so war auch die jüngste Lesung mit Manfred Thoden im Haus der Begegnung wieder sehr gut besucht.

Von Berufs wegen ist Thoden Pastor in Selsingen. In seiner Freizeit liest und schreibt er gerne. „Lesen ist für mich wie Sauerstoff für mein Gehirn“, beteuerte er. Er erzählte von sich, seiner Familie und wie er dazu kam, Pastor zu werden. „Mein Vater hatte ein Baugeschäft und die ganze Familie mit dem Handwerk zu tun.“Seine Mutter habe ihm eines Tages geraten, es einmal mit der Theologie zu probieren. Gesagt, getan. Nach dem Studium trat er seine erste Pastorenstelle in Sittensen an. 20 Jahre blieb er. Nun ist Selsingen seine Heimatgemeinde.

Pastor zu sein, so Thoden, sei die eine Seite. „Wenn ich handwerklich etwas arbeite, schießen mir Gedanken durch den Kopf, die ich ordnen muss“, sagte er. Aufschreiben musste er sie – wie in seinem Roman „Duwensee – Ein Leben in Weltmeisterschaften“. Darin verwebt der Autor mit großem erzählerischen Geschick Autobiographisches mit der Regionalgeschichte des Vörder Landes: Im Vier-Jahres-Takt der Fußball-Weltmeisterschaften erzählt er die Geschichte zweier Jungs, die die Fußballgötter auch schon mal mit einer Opfergabe im Moorsee zu überlisten versuchen, die erste Liebe entdecken und so ganz nebenbei in den 1970er Jahren erwachsen werden. Extra hatte Thoden sich bei Ebay alte Erinnerungsstücke an diese Zeit als Anschauung besorgt: Fotos, Alben, Bücher und Maskottchen.

Nach einer Pause stellte er sein zweites Buch „Hannes“ in Plattdeutsch vor. In diesem erzählt der abenteuerlustige Familienkater auf amüsante Weise seine Erlebnisse. „Die Idee kam, als unsere Nachbarin eines Abends den Kater an der Haustür ablieferte“, erzählte Thoden. Er sei ihr am späten Samstagabend zum Discozelt gefolgt. „Ich überlegte, was er dort alles wohl erlebt haben könnte und begann, die Geschichten aufzuschreiben.“,

Viel Beifall zollte das Publikum dem 53-Jährigen und ermunterte ihn, weiterzumachen. „Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich noch mehr schreiben“, meinte Thoden. Vielleicht war dieser Abend ein Ansporn für ihn.

hr

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