Mehr Wahlbeteiligte als 2013

Behrens: „Ohrfeige für die große Koalition“

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Ramin Pahlke (r.) gab im Rathaus Lauenbrück seine Erst- und Zweitstimme ab. Wahlhelfer Rainer Greck hielt an der versiegelten Urne Wache.

Fintel - Von Joris Ujen. 79,5 Prozent der Wahlberechtigten haben gestern den Weg in ihre Wahllokale der Samtgemeinde Fintel gefunden – rund zwei Prozent mehr, als bei der Bundestagswahl 2013.

Die beiden Großparteien schnitten im Vergleich zum Bundesentscheid mit 38,93 (CDU) und 25,54 Prozent (SPD) deutlich besser ab. Die AfD holte 8,59 Prozent und ist damit auch in der Samtgemeinde drittstärkste Partei, wenn auch nur knapp.

„Über die hohe Wahlbeteiligung der Samtgemeinde bin ich sehr erfreut. Nicht so erfreulich ist der Rechtsruck, der sich gerade abzeichnet. Das ist enttäuschend. Diese Leute sollten mal anfangen, über den Tellerrand zu schauen,“ äußert sich Jürgen Rademacher, CDU-Fraktionsvorsitzender im Samtgemeinderat Fintel. Rösels Niederlage im Wahlkreis bedauert er, habe sie sich doch viel Mühe gegeben. „Gegen Klingbeil, als alteingesessenen Kandidaten, war das aber auch schwer“, so Rademacher. In der Samtgemeinde gewann sie das Rennen gegen den SPD-Kandidaten. 

„Ich kann die Leute nicht verstehen, die dort ein Kreuz gesetzt haben“

SPD-Fraktionsvorsitzender Wilfried Behrens ist über Klingbeils Sieg natürlich erfreut, ist aber auch wie sein Amtskollege „schockiert“ vom Wahlergebnis der AfD: „Das ist eine Ohrfeige für die große Koalition gewesen. Ich kann die Leute nicht verstehen, die dort ein Kreuz gesetzt haben.“ Überrascht vom schlechten Ergebnis der SPD war er nicht: „Dass wir als Juniorpartner bei der großen Koalition untergehen, war absehbar.“ Zudem haben die beiden Großparteien es versäumt, „brennende Themen wie Mindestlohn und Rente“ konkreter anzusprechen.

Die Grünen erreichten in der Samtgemeinde ein ähnliches Ergebnis wie auf Bundesebene. Mit 8,44 Prozent landeten sie nur knapp hinter der FDP und AfD. Hans-Jürgen Schnellrieder (Grüne) ist zufrieden: „Ich sehe unsere Partei gut aufgestellt.“ Über das Abschneiden seiner Parteikollegin Ellen Gause ist er ebenfalls erfreut, „da sie bei uns im Kreis nicht so bekannt ist. Das ist auch eine Hausnummer.“ Zur AfD sagt Schnellrieder, dass es ihn nicht verwundert, „da es auch hier viele Rechtsradikale gibt. Wir müssen mehr für die Demokratie tun und den Bürgern mehr Informationsgehalt liefern. Da hat die Politik einiges nachzuholen.“

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