Samtgemeinde Fintel will Bürger auf Umgang mit Pflanzenschutzmitteln hinweisen

Ohne erhobenen Zeigefinger

Rosen in einem Garten werden mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel besprüht. - Foto: imago

Lauenbrück - Die Samtgemeinde Fintel soll „pestizidfreie Kommune“ werden. So hat es die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag formuliert, der bereits intensiv in den politischen Gremien diskutiert worden war. Wie aber etwas ändern, wo es nichts zu ändern gibt? Die Samtgemeindeverwaltung beteuert jedenfalls, bei der Unterhaltung ihrer Straßen, Liegenschaften und sonstigen öffentlichen Grundstücken auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu verzichten. Einen positiven Effekt könnte der Antrag aber dennoch haben.

Denn noch immer, will Grünenfraktionschef Hans-Jürgen Schnellrieder beobachtet haben, könne man auf dem einen oder anderen Privatgelände die Spritzkanne im Einsatz beobachten. „Hier sollte die Samtgemeinde ihren Bürgern ein Vorbild sein und die Öffentlichkeit auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln hinweisen“, appellierte der Finteler in der jüngsten Ratssitzung. Dem wollte Bürgermeister Tobias Krüger (parteilos) auch nicht widersprechen. Demnach sei geplant, die Bevölkerung im nächsten Bürger-Infobrief, der an alle Haushalte verteilt wird, auf das Thema aufmerksam zu machen. „Das aber ohne erhobenen Zeigefinger, es soll vielmehr zum Nachdenken angeregt werden“, erklärte die Grünen-Ratsfrau Monika Freitag, die damit auf eine Stellungnahme von Klaus Miesner (CDU) reagierte, er halte nichts von einem strikten Verbot, welches sich an Privatpersonen richtet. „Wir müssen ja auch nichts verbieten, was ohnehin schon auf Hofeinfahrten verboten ist“, warf sein Fraktionskollege Reinhard Trau ein.

Landwirt Jürgen Rademacher (CDU) nahm die Debatte zum Anlass, eine Lanze für seinen Berufsstand zu brechen. „Viele Menschen denken, dass wenn ein Landwirt mit der Spritze durch die Gegend fährt, gleich Glyphosat zum Einsatz käme – dem ist aber nicht so.“ Allein bei der Queckenbekämpfung sei das Mittel fast unverzichtbar, aber auch hier würde es nur alle drei bis vier Jahre großflächig auf den landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt. Als sehr aufwendig und am Ende auch für die Böden nicht nutzbringend würden sich seinen Worten nach dagegen alternative Methoden wie eine mechanische Bodenbearbeitung erweisen. „Am Ende können wir also gar nicht auf einen verantwortungsvollen Einsatz von Glyphosat verzichten“, betonte der Vahlder.

Dem widersprach Hans-Jürgen Schnellrieder. Seiner Auskunft nach gebe es seit vier Jahren schon ein Bundesprogramm, in dem Landwirte pestizidfrei unter Einsatz mechanischer Hilfsmittel arbeiten würden. „Und die haben bei nicht wesentlich mehr Aufwand keine Einbußen in ihren Erträgen.“

Von Lars Warnecke

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