Lauenbrücker Verein sieht bundesweiten Bedarf

Nominiert für den „Deutschen Engagementpreis“

Fernanda Wolff Metternich (l.) und Xenia von Schiller freuen sich über die Nominierung.
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Fernanda Wolff Metternich (l.) und Xenia von Schiller freuen sich über die Nominierung.

Lauenbrück – Vor knapp drei Jahren hat die Lauenbrücker Familie von Schiller gemeinsam mit Freunden den Verein „HerzCaspar“ gegründet. Hintergrund war die schwere Herzerkrankung, die Friedrich-Caspar von Schiller hatte und an der er 2014 im Alter von 20 Jahren starb. Seine Ideen und Visionen, wie man Kinder und jungen Erwachsene mit langen Krankheitsverläufen helfen könnte, wurde aber aufgegriffen. So entstand der Verein, der jungen Patienten, aber auch Angehörigen ein wenig Mut, Abwechslung und vor allem „Herz“ schenken will.

Heute sind die beiden Schwestern, Xenia von Schiller und Fernanda Wolff Metternich, Vorsitzenden des Vereins. „Es gibt uns ja noch nicht so lange und gerade passiert ganz viel“, freut sich Xenia von Schiller (24). Dieses „ganz viel“ liegt unter anderem am Verein „startsocial“, denn dieser vergibt jedes Jahr 100 viermonatige Stipendien an soziale Initiativen. Und darum hatten sich die „HerzCaspar“-Initiatoren 2019 erfolgreich beworben. „Wir konnten so sehr wertvolle Unterstützung durch zwei professionelle Coaches erfahren“, berichtet die junge Vereinsvorsitzende. Neben der inhaltlichen Unterstützung, die zum Beispiel die Entwicklung einer gemeinsamen Vision beinhaltete, ergab sich nun auch noch die Nominierung zum „Deutschen Engagementpreis“, „denn ,startsocial‘ hat uns vorgeschlagen“, strahlt von Schiller. „Unsere Arbeit ist ganz offensichtlich wichtig“, stellen die Vereinsmitglieder fest. „Wir waren im ersten Moment etwas sprachlos“, gibt von Schiller zu. Doch dieser erste Moment dauerte nicht lange. Gemeinsam mit 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern wollen die beiden Gründerinnen ihr Engagement nun ausbauen, auch bundesweit.

Das Durchschnittsalter der engagierten Helfer liegt bei 26 Jahren und das ist kein Zufall – viele andere Vereine, die langwierig Erkrankte unterstützen, richten sich an die ältere Generation. „Wir haben unsere Vision so formuliert: Wir ermöglichen erkrankten jungen Menschen während ihres Klinikalltags das Erleben von Glücksmomenten“, erklärt von Schiller.

Umgesetzt wird die Idee in Zeiten von Corona übrigens digital und per Zoom, denn ein realer Kontakt zwischen Ehrenamtlern und Erkrankten ist noch mindestens bis Ende 2020 zu gefährlich. Dennoch stecken die „Buddies“, also die Freiwilligen, die Zeit mit den jungen Patienten verbringen, viel Energie in die weitere Entwicklung des Vereins und bringen kreative Ideen ein. „Es geht dabei auch um Augenhöhe. Wir wollen gar nicht, dass ein Buddy dem Kranken Zeit schenkt, sondern dass beide Partner gemeinsam Glücksmomente erfahren“, erklärt Xenia von Schiller.

Seit einem Jahr besteht eine feste Zusammenarbeit mit dem Hamburger Universitätsklinikum (UKE), andere Krankenhäuser sollen jetzt folgen. Inzwischen hat der Verein eine hauptamtliche Mitarbeiterin, die sich auch um den weiteren Aufbau der Kooperation mit anderen Vereinen kümmert.

Unterstützen:

Wer auch ehrenamtlich helfen möchte, kann sich unter www.herzcaspar.info informieren.

Von Judith Tausendfreund

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