Fachausschuss diskutiert Mobilität in der Samtgemeinde Fintel

Noch viele Fragen offen

Einfach hinsetzen und abwarten – in Visselhövede ist das dank der Mitfahrerbänke schon möglich. Ob diese auch in der Samtgemeinde Fintel zum Einsatz kommen, soll durch eine Umfrage geklärt werden. Foto: Buschmann

Lauenbrück – Stündlich fährt der Metronom von Lauenbrück nach Hamburg oder Bremen. Derweil hat sich der Bürgerbus der Samtgemeinde Fintel in den Ortschaften mit einem festen Fahrplan etabliert. Dennoch gibt es zwischen Fintau und Eurostrand einige Lücken im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat sich mit dem Thema befasst und mögliche Vorschläge für eine Untersuchung des ÖPNV präsentiert.

Viele Pendler können den Nahverkehr auf ihrem Weg zur Arbeit nicht nutzen, da zum Beispiel die Abfahrtszeiten des Bürgerbusses nicht passen oder weil die Strecken bis zur nächsten Haltestelle zu lang sind und die generelle Anbindung an den Verkehr eher schwierig gestaltet ist. Um die derzeitige Situation zu überprüfen und einen eventuellen Lösungsvorschlag zu erarbeiten, haben die Grünen im August vergangenen Jahres einen Antrag auf die Untersuchung eines ganzheitlichen Mobilitätskonzepts gestellt. Darunter würden beispielsweise die Förderung der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, eine Weiterentwicklung des Bürgerbusangebotes, der Ausbau von sicheren Radwegen und die Berücksichtigung von Tarifen für geringe Einkommen fallen, erklärte Ratsmitglied und Bürgerbusvereinsvorsitzender Hans-Jürgen Schnellrieder. Ratsvorsitzender Rüdiger Bruns (SPD) habe diesbezüglich auch auf die Idee sogenannter Mitfahrerbänke hingewiesen. Diese werden seit 2010 in vielen Städten und Gemeinden aufgestellt, um die Mobilität von Menschen ohne Auto zu verbessern und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das Prinzip hinter solch einer Bank besteht darin, sie an einer viel befahrenen Straße oder einer Haltestelle aufzustellen, damit „Vorbeifahrer“ wartende Personen schneller sehen und zum Beispiel bis ins nächste Dorf mitnehmen können. „Es gibt schon viele Mitfahrer-Projekte, die gut angenommen werden und eine positive Wirkung zeigen“, gab Kämmerer Friedhelm Indorf zu Protokoll. Auch in Visselhövede sei die Idee bereits umgesetzt worden, allerdings würde das Projekt bisher nicht in befriedigendem Maße angenommen. „Daher wollen wir erst einmal untersuchen, inwieweit das hier überhaupt möglich und sinnvoll wäre“, so Indorf.

Um dies zu ermitteln, soll als Teil des Mobilitätskonzepts im ersten Schritt eine Umfrage gestartet werden. Dazu zählt die Idee einer Fragebogenaktion am Lauenbrücker Bahnhof sowie eine Onlineumfrage, die dann später auf der Webseite der Samtgemeinde abrufbar sein soll. Allerdings klingt das Ganze einfacher, als es ist. Wer auf dem Bahnhofsgelände eine Umfrage starten will, braucht dafür das Einverständnis der Bahn beziehungsweise des Besitzers. In Lauenbrück sollte das wohl kein Problem sein, aber will man die Umfrage bis Tostedt ausweiten, würde das Ganze schon wieder schwieriger werden.

Noch dazu müsse geklärt werden, wie lang die Umfrage überhaupt werden soll. Einige bisher potenziell erarbeitete Fragen beziehen sich auf den Wohnort, auf eine zukünftige Bürgerbusnutzung bei verbessertem Fahrplan, auf die Benennung potenzieller Haltestellen sowie auf persönliche An- und Abfahrtszeiten. Auch die Frage nach E-Ladestationen, zum Beispiel für Autos, steht im Raum.

Zur Erarbeitung des Fragebogens und des weiteren Vorgehens hat der Ausschuss die Gründung einer Arbeitsgruppe empfohlen. Diese soll sich intensiv mit der Untersuchung beschäftigen und mögliche Weiterentwicklungen erarbeiten. „Ich bin froh, dass wir mit unserem Antrag so weit gekommen sind“, freute sich Schnellrieder. „Nun gilt es, von jeder Gemeinde entsprechende Interessenten zu finden, die sich dieser Aufgabe annehmen wollen. Auf alle Fälle ist der Bürgerbusverein ein aktiver Teilhaber.“ Der habe laut dem Grünen-Ratsherrn vor, einen Shuttle zu den Stoßzeiten zum Bahnhof anzubieten, um die Motivation für einen Umstieg auf den ÖPNV zu steigern.

Allerdings, mahnte Rüdiger Bruns, sein Ausschusskollege von der SPD, sollte man dem Thema nicht mit Eile hinterherjagen, da Corona die Ergebnisse beeinflussen würde.

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