Noch ist unter Tage alles dicht / Ein Viertel der Leitungen weist Schäden auf

Digitales Kanalkataster für die Samtgemeinde Fintel

+
Dichtheitsprüfung: Eine ferngesteuerte Kamera fährt zur optischen Inspektion durch den Kanal.

Lauenbrück - Otto Normalverbraucher mag das Thema vielleicht nicht sonderlich spannend finden, spätestens mit Blick auf den Abwassergebührenbescheid dürfte es ihn aber interessieren. Denn je mehr Geld eine Kommune für kaputte Leitungen aufbringen muss, desto höher dürften am Ende die Abwassergebühren klettern. Im Rathaus der Samtgemeinde Fintel ist man sich dieses Problems bewusst. Um sich einen Überblick über den Zustand der örtlichen Kanalisation zu verschaffen, hat sie eine Inspektion in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse sich nun in einem digitalen Kataster darstellen lassen können.

Vorbei die Zeiten also, in denen im Rathaus analoge Pläne auf Papier oder Folie herangezogen werden mussten. Um Schäden in den Regen- und den Schmutzwassernetzen besser ausfindig machen zu können, sind die Bestandspläne komplett digitalisiert worden. So, erläuterte Bauamtsleiter Volker Behrens bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses, könne nun theoretisch von jedem PC mit Internetzugang aus auf Kanaldaten zugegriffen werden, die sich zuvor nur in Ordnern befanden.

Mit der Aufgabe betraut wurde ein Achimer Ingenieurbüro schon 2013. Dessen Mitarbeiter, Hans Hammerich, gab den Politikern nun vier Jahre später nicht nur Einblicke in das hochmoderne Verfahren, sondern ebenso Auskünfte darüber, wie es um die Schächte, auch um die Regenwasserkanäle, in Fintel und Lauenbrück bestellt ist. Dafür sei in beiden Ortschaften eine optische Inspektion durchgeführt worden, bei der eine ferngesteuerte Kamera zum Einsatz gekommen war.

Knapp zwei Drittel bereits bereits inspiziert

Das Ergebnis: Rund ein Viertel der erfassten Leitungen weise mittlere bis starke Schäden auf, die seiner Empfehlung nach in absehbarer Zukunft behoben werden müssten. „Wichtig ist, dass der Kanal der gesetzlichen Vorschrift nach dicht sein muss“, so Hammerich. Besonders für Schäden anfällig seien biegeweiche PVC-Rohre, die anteilig rund 20 Prozent des untersuchten Kanalnetzes ausmachen würden. „Da können mit der Zeit schon mal extreme Verformungen auftreten, wenn die Rohre zusammengedrückt werden.“

Drei Stellen habe man mit einer solchen Schadenslage ausfindig machen können. Sie zu beheben mache ihm zufolge aber keinen Sinn. „Noch sind die Dichtigkeit, die Standsicherheit und die Funktionsfähigkeit an allen drei Standorten erfüllt, irgendwann müssten die Rohre aber komplett erneuert werden“, so der Fachmann.

Knapp zwei Drittel des 60 Kilometer langen Schmutzwasser- und 45 Kilometer langen Regenwasserkanalnetzes der Samtgemeinde sind bereits inspiziert worden, eine Untersuchung der Schächte in den Gemeinden Vahlde, Helvesiek und Stemmen steht noch aus.

lw

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Clemens Fritz im Interview: „Ich möchte von Frank lernen“

Clemens Fritz im Interview: „Ich möchte von Frank lernen“

Kerry: USA können Klimaziele einhalten - auch ohne Trump

Kerry: USA können Klimaziele einhalten - auch ohne Trump

Explosion in Österreich behindert Südeuropas Gasversorgung

Explosion in Österreich behindert Südeuropas Gasversorgung

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Meistgelesene Artikel

Erschließung des Hellweger Baugebiets kostet jetzt 700.000 Euro

Erschließung des Hellweger Baugebiets kostet jetzt 700.000 Euro

Ein Hauch von Weihnachten in Rotenburg

Ein Hauch von Weihnachten in Rotenburg

Chor „Northern Spirit“ gibt Adventskonzert im verschneiten Hellwege

Chor „Northern Spirit“ gibt Adventskonzert im verschneiten Hellwege

61-jährige Autofahrerin bei Kollision mit Baum schwer verletzt

61-jährige Autofahrerin bei Kollision mit Baum schwer verletzt

Kommentare