Start geglückt

Neuer Bürgermeister Sven Maier: Schlaflos in Fintel

Sven Maier an seinem Schreibtisch
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Start geglückt? „Aus meiner Sicht ja“, sagt der neue Finteler Samtgemeindebürgermeister Sven Maier und lacht.  FOTO: SCHULTZ

Sven Maier hat viel erlebt in den vergangenen Wochen: Zum Beispiel fällt die Geburt seiner Tochter auf den Termin seiner Vereidigung zum Samtgemeindebürgermeister von Fintel. Auch wenn der Amtsantritt mit Schlafmangel einhergeht, ist Maiers Terminplan gut gefüllt. 

Fintel – Sven Maier lacht viel. „Ich bin super glücklich, dass das alles so geklappt hat“. Der neue Bürgermeister der Samtgemeinde Fintel ist gut aufgelegt. Dabei kommt in diesen Tagen viel zusammen: das erneute Hochschnellen der Corona-Infektionszahlen, die Bürde des Amtes in einer Krisenzeit und wenig Schlaf. Ursache für Letzteres dürfte auch die für seine gute Laune sein:

Die unlängst im Hause Maier zur Welt gekommene Tochter sorgt für Freude – und mit ihrer nächtlichen Aktivität auch für sich zart abzeichnende Augenringe.

„Ich bin Vater geworden“, sagt der Samtgemeindebürgermeister und atmet nach diesem Satz erst einmal durch. Ja, es kommt viel zusammen. In diesem Fall das Datum von Maiers Vereidigung, die eigentlich während der konstituierenden Ratssitzung Anfang des Monats hätte sein sollen, und der Geburtstag des Nachwuchses. Der 34-jährige Familienvater tat das aus seiner Sicht einzig Richtige und war anwesend im Kreiß- statt im Sitzungssaal: Geburt statt Vereidigung. Eine Entscheidung, für die es aus Rathaus und Politik viel Verständnis gab, wie Maier später sagt. „Die meisten haben sich darüber gefreut“, ist Maier überzeugt. Zu bereuen gebe es nichts: „Da werde ich noch lange dran denken. Das war einer der schönsten Tage meines Lebens“.

Maier ist immer ansprechbar, wenn auch in diesen ersten Wochen nicht immer vor Ort im Rathaus. Macht nichts: „Ich habe eine super Truppe, die mir den Rücken freihält“, seine Verwaltung macht das möglich. „Familie geht halt vor. Das ist Credo bei uns. Immerhin ist die Samtgemeinde Fintel Träger des Zertifikats für Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wieso sollte ich das als Samtgemeindebürgermeister dann nicht vorleben?“, sagt Maier und lacht wieder. Ein bisschen Luft hat er sich dadurch verschaffen können, dass er zwei Wochen vor Amtsantritt inoffiziell Samtgemeindebürgermeister üben konnte, denn Vorgänger Tobias Krüger hatte noch Resturlaub abzubauen. Zudem war der 1. November durch vorangegangene Jahre der Verwaltungstätigkeit, unter anderem als Fachbereichsleiter, alles andere als ein harter Umbruch.

Und trotzdem: „Es wird nicht langweilig“, sagt Maier. Treffen und Gespräche mit anderen Hauptverwaltungsbeamten, mit Unternehmens- und Vereinsvertretern: Viele Bürger der Samtgemeinde und Interessenvertreter wollen den neuen Amtsträger kennenlernen. Dazu komme die Ratsarbeit. Und er verschafft sich unter anderem im Rahmen von Besuchen bei Kita- und Schulleitungen erst mal einen Überblick. Maier will zeigen, dass er da ist: „Ich will präsent sein“, sagt er.

Ohnehin hat der neue Amtsträger einiges vor der Brust. Wie überall ist auch im Rathaus die Pandemie Thema: Wie klappt die Umsetzung der Vorgaben hausintern am besten? Wie kann das vom Landkreis organisierte dezentrale Impfen in der Samtgemeinde Fintel funktionieren? Nur einige Fragen, die es zu beantworten gilt. „Und das bindet einfach Zeit“, moniert Maier.

Dabei gebe es auch abseits des Virus durchaus Projekte: So geht die Samtgemeinde große Schritte in Richtung Millionenprojekt Grundschulbau in Lauenbrück, sie erweitert ihre Abwasserreinigungsanlage. Es gelte, Nachtragshaushalte zu verabschieden und Haushaltsplanungen anzustrengen. „Das sind Dinge, bei denen wir im Moment einfach hinterherhängen“, sagt Maier und schiebt nach: „Aber das bekommen wir alles hin!“

Und abseits bereits anlaufender Projekte? „Digitalisierung wird uns in allen Bereichen beschäftigen“, ist der neue Amtsträger überzeugt. Bürgerdienstleistungen stehen dabei im Blickpunkt, aber auch Interna sollen sich mehr im Digitalen bewegen. In Sachen Klimaschutz will die Samtgemeinde dem Zeitgeist folgen. Die Arbeit liege im Verantwortungsbereich des Klimaschutzmanagers Joost Meyer, der sich derzeit vernetzt und Ideen sammelt. Darüber hinaus kämpft die Samtgemeinde – wie die meisten anderen Kommunen auch – mit der Personalentwicklung im Kita-Bereich. Außerdem arbeiten Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden weiter an dem Projekt „Weiterentwicklung in der Samtgemeinde Fintel und ihrer Mitgliedsgemeinden“ (WiSuM). „Da ist schon einiges angestoßen, jetzt müssen wir das in den Räten weiter voranbringen“, sagt Maier.

Für ihn ebenfalls wichtig: Öffentlichkeitsarbeit. Im Wahlkampf sei er vielfach darauf angesprochen worden, dass die Arbeit von Politik und Verwaltung nicht so transparent nach außen getragen werde, wie viele Bürger es sich wünschen. „Es gibt Ideen, das besser zu machen. Wir sammeln da noch“, sagt der Bürgermeister. Die Homepage effizienter zu gestalten, ist eine davon. Aber auch der Einsatz Sozialer Medien schwebt Maier vor, wenngleich angesichts der eher kleinen Verwaltung ein eigens dafür abgestellter Mitarbeiter wohl den Rahmen sprengen würde, schränkt er gleich wieder ein.

Die Liste an Projekten zeigt: Der neue Samtgemeindebürgermeister schläft nicht – weder zuhause noch im Rathaus.

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