Ein Plan für den Friedhof

Lauenbrücker Fachausschuss will Ruhestätte für die Zukunft wappnen

Auf den Urnengräbern darf laut Satzung nichts abgestellt werden. Doch daran halten sich nicht alle, was die Pflege der Fläche erschwert.
+
Auf den Urnengräbern darf laut Satzung nichts abgestellt werden. Doch daran halten sich nicht alle, was die Pflege der Fläche erschwert.

Lauenbrück – Über das zukünftige Aussehen des Friedhofs haben die Mitglieder des Friedhofs- und Umweltausschusses der Gemeinde Lauenbrück während der jüngsten Sitzung diskutiert. Um sich vor Ort ein Bild einiger Probleme zu machen, haben sich die Politiker vorab auf dem Friedhof getroffen. Neben den Mitgliedern des Gremiums war auch Bestattermeister Thomas Miesner vor Ort.

Ausschussvorsitzender Heinz Promann (SPD) eröffnete die Gesprächsrunde: „Es geht heute um Überlegungen, wie wir den Friedhof attraktiv halten können“. Er schilderte verschiedene Probleme, die bei der Anlage und Pflege der Gräber anfallen und die im Zusammenhang mit der Friedhofssatzung stehen. Stefanie Stargardt, Fachdienstleiterin in Sachen Bürgerservice, Ordnung und Soziales bei der Samtgemeinde Fintel, war ebenfalls vor Ort. Sie schilderte, dass eine generelle Überprüfung der Grabstätten durch Mitarbeiter der Samtgemeinde aus personellen Gründen schwierig sei. „Wir sind da auf Informationen angewiesen, wir haben nicht die Kapazität, die Friedhöfe zu kontrollieren“, erklärte sie.

Ausführlich diskutierten die Ausschussmitglieder über die Pflege der Grabplatten im Urnen-Grünfeld. Zum einen enthalten nicht alle Platten die notwendigen Pflichtangaben wie Vor- und Nachname wie auch Geburts- und Sterbedatum. Zum anderen werden auf den Platten immer wieder Blumen oder andere Dinge abgestellt. Das sei aber laut Satzung nicht zulässig und erschwere die Pflege der Grünfläche deutlich. „In Fintel gibt es eine entsprechende Infotafel, die darauf hinweist, dass die Platten frei bleiben müssen“, berichtete Promann. Diese Idee könne man in Lauenbrück übernehmen – ein Vorschlag, der von den Politikern begrüßt wurde..

Viele wollen eben andere Bestattungsformen, und für diese müssten wir zumindest teilweise die Friedhofssatzung ändern.

Heinz Promann, Ausschussvorsitzender

Generell aber muss sich die Gemeinde überlegen, wie sie den Friedhof in Zukunft gestalten will – gerade hinsichtlich der sich verändernden Bestattungskultur. Mit Blick auf den nahe gelegenen Ruheforst wusste Miesner zu berichten, dass sich dort schon viele Anwohner eine Grabstätte gekauft hätten. „Die Bestattungswelt ändert sich seit zehn bis 15 Jahren, und wir sind mitten in dieser Veränderung“, so der Bestatter.

Gemeinschaftsgrabstellen und auch Grünfelder würden stark nachgefragt werden. „Kaum jemand möchte noch die Grabpflege übernehmen“, so seine Erfahrung. Besprochen wurden deshalb auch alternative Grabformen, zum Beispiel anonyme und halbanonyme Gräber.

Allerdings waren nicht alle der Anwesenden der Meinung, dass der Ruheforst eine Art Konkurrenz zum Lauenbrücker Friedhof sei. „Von dem Konkurrenzdenken muss man sich frei machen, die Waldatmosphäre ist einfach etwas anderes“, argumentierte etwa Arne Homfeldt (CDU).

Promann wies darauf hin, dass es Handlungsdruck gebe: „Es gibt viele Anfragen aus der Gemeinde in Sachen Gräbern. Aber viele wollen eben andere Bestattungsformen, und für diese müssten wir zumindest teilweise die Friedhofssatzung ändern“, erklärte er. Thomas Miesner bekräftigte vor Ort, dass er solche Prozesse unterstütze, und Stefanie Stargardt betonte, dass sie die Anregungen mitnehmen werde.

Im Rathaus, wo die Sitzung fortgeführt wurde, hat Bürgermeister Jochen Intelmann (SPD) nochmal die Friedhofsentwicklung aufgegriffen. „Wir sollten einen Entwicklungsplan erstellen“, schlug er vor. Homfeldt bemängelte, dass es kein konkretes Ergebnis gebe. Vor zweieinhalb Jahren habe es eine Arbeitsgruppe dazu gegeben, das sei im Sande verlaufen, „wie geht es jetzt weiter?“

Auch andere Ausschussmitglieder meldeten sich. Gemeinsam überlegte das Gremium, wie man am besten vorgehen könne. Besprochen wurde eine Bestandsaufnahme mit Belegungsplan, die Festlegung der zukünftigen Bestattungsarten, die Nutzung bereits aufgegebener Grabstellen und weitere Ideen. Promann hatte zudem eine Liste zusammengestellt, auf der die jetzige Aufgabenverteilung in Sachen Friedhofspflege zwischen der Gemeinde und der Samtgemeinde aufgelistet war.

Stargardt versprach, diese Liste mitzunehmen und zu klären, wie die Samtgemeinde diese Verteilung einschätzt. Promann wiederum plädierte dafür, die Rückmeldung nun zunächst abzuwarten, bevor man weitere Entscheidungen trifft.

Von Judith Tausendfreund

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

Tränen bei Joker Gregoritsch: Österreich schreibt Geschichte

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Meistgelesene Artikel

„Sie fühlen sich jetzt beobachteter“

„Sie fühlen sich jetzt beobachteter“

„Sie fühlen sich jetzt beobachteter“
Corona-Ausbruch: Team in Zevener Arztpraxis ohne Impfung

Corona-Ausbruch: Team in Zevener Arztpraxis ohne Impfung

Corona-Ausbruch: Team in Zevener Arztpraxis ohne Impfung

Kommentare