Gesetzesnovellierung

Neue Regeln in Sachen Düngen: Landwirte informieren sich

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Als Hauptursache für die Nitratbelastung gilt der übermäßige Einsatz von stickstoffhaltigem Dünger in der Landwirtschaft. 

Lauenbrück - Von Hannelore Rutzen. Voraussichtlich im Frühjahr dieses Jahres tritt sie in Kraft, die neue Düngemittelverordnung. Was es mit dem vom Agrarministerium in Berlin erarbeiteten Regelwerk auf sich hat und wie landwirtschaftliche Betriebe sich auf die neuen Vorgaben einstellen können, darüber gab Michael Knop während der Winterversammlung der Landwirte aus Stemmen und Lauenbrück Auskunft. Er ist Berater der Landwirtschaftskammer Bremervörde.

Eines nahm der Fachmann, der vor zahlreichen Landwirten im Lauenbrücker Hof sprach, gleich vorweg: Die Verordnung enthält verschärfte Regeln, die einen umweltbewussten sparsamen Umgang mit Nährstoffen in der Landwirtschaft sicherstellen sollen. „Die Landwirte sind daran interessiert, Düngemittel einzusparen und gezielt einzusetzen, wenn es dazu dient, eine optimales Wachstum, Ernährung der Pflanzen und einen hohen Ernteertrag zu sichern“, so Knop.

Die Düngung diene dem Ziel, die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen, preiswerten Erzeugnissen zu sichern. Zweck des Gesetzes sei es, die Ernährung von Nutzpflanzen sicherzustellen und zu fördern, den Ertrag zu erhöhen und ihre Qualität zu verbessern. „Es gilt, die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten oder nachhaltig zu optimieren, Gefahren für die Gesundheit von Menschen und Tieren nicht zu gefährden sowie Risiken für den Naturhaushalt vorzubeugen oder abzuwenden“, zählte der Fachmann auf. Dazu gehöre, dass Art, Menge und Zeitpunkt der Anwendung am Bedarf der Pflanzen und des Bodens ausgerichtet werden. „Dieser Nährstoffbedarf einer Kultur wird durch die zu erwartende Erntemenge bestimmt und beeinflusst die Qualität bei der Vermarktung“, erläuterte der Referent. Damit diese Ziele der EG-Nitratrichtlinie und der EG-Wasserrahmenrichtlinie erreicht werden, sei vorgesehen, Vorgaben zur Begrenzung der Düngung und zur Reduzierung von Nährstoffüberschüssen festzulegen sowie Vorgaben zur Verlängerung der Sperrfristen für die Ausbringung von stickstoffhaltigen Düngemitteln im Herbst und Winter. Es werde Vorgaben zur Erhöhung der Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger sowie eine Regelung für die Düngung in der Nähe von Wasserläufen und im hängigen Gelände sowie Beschränkungen der Düngung auf gefrorenen und schneebedeckten Böden und präzisere Vorgaben zur Ausbringungstechnik geben.

Thomas Exner von der Geschäftsstelle des Landvolkverbandes Rotenburg informierte im weiteren Verlauf über einige Fragen der „SuedLink“-Trasse von Netzbetreiber Tennet. Deren Verlauf treffe die Landwirte im Bereich Lauenbrück und Stemmen nicht. Dennoch warfen die Anwesenden die Frage nach der Entschädigung auf. Wegen der Durchmischung des entnommenen und wieder zugeführten Bodens würden sich schließlich noch Jahre danach Beeinträchtigungen und Ausfälle ergeben.

Auch auf das Thema Wolf kam Exner zu sprechen. Schäden durch das Tier seien in der Gegend noch nicht aufgetreten, „dennoch gibt es gefährdete Gebiete“. Er empfahl, einen genügend hohen Zaun von mindestens 90 Zentimetern zu setzen und Herdenschutzhunde zu halten.

Auch sprach der Experte Fragen der landwirtschaftlichen Sozialversicherung und die künftige Entwicklung der Mitgliedsbeiträge an. Was ebenfalls den Landwirten große Sorge mache seien die erhöhten Nitratgehalte im Wasser bei den Messstellen des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschft, Küsten- und Naturschutz.

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