Pächterfrage noch offen

Neue Bestimmung: Bürgertestzentrum öffnet im Gasthof Fintel

Sind froh darüber, dass der Gasthof Fintel erst einmal eine Nutzung als Bürgertestzentrum erfährt: Charly Aselmann (v.l.) Steffen Florin und Hans-Hermann Ruschmeyer vom Vorstand der Genossenschaft Dorfmitte. Fotos Warnecke
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Sind froh darüber, dass der Gasthof Fintel erst einmal eine Nutzung als Bürgertestzentrum erfährt: Charly Aselmann (v.l.) Steffen Florin und Hans-Hermann Ruschmeyer vom Vorstand der Genossenschaft Dorfmitte. Fotos Warnecke

Fintel – Endlich kehrt wieder Leben ein im Gasthof Fintel (ehemals Röhrs). Nein, einen neuen Pächter, der das gastronomische Angebot im Ort fortführen möchte, den hat die Eigentümerin des Hauses, die im Februar 2020 gegründete und rund 220 Mitglieder zählende Genossenschaft Dorfmitte, immer noch nicht gefunden. Dafür heißt es seit Mittwoch am Pferdemarkt nun: positiv oder negativ? Die Räumlichkeiten sind nämlich vorübergehend Domizil für ein Corona-Bürgertestzentrum – und sie dienen darüber hinaus einmal wöchentlich, immer wieder donnerstags, als Impfstätte.

„So haben wir aus der Not noch eine Tugend gemacht“, freut sich Steffen Florin, Vorstandsmitglied und zugleich Fintels stellvertretender Bürgermeister. Denn neben dem ihm und seinen Mitstreitern so wichtigen Aspekt, durch die so gar nicht geplante Zweckentfremdung der Immobilie etwas für das Allgemeinwohl tun zu können, habe seine Genossenschaft durch den Betreiber fortan auch wieder Einnahmen, Stichwort Pacht, welche die laufenden Kosten wenigstens in Teilen decken würden. „Es ist zwar kein Gastwirtschaftsbetrieb, aber egal, wir sind da gerade total glücklich drüber“, so Florin.

Wir – das sind noch Hans-Hermann Ruschmeyer und Charly Aselmann, seit November Fintels neuer CDU-Bürgermeister. Letzterer war es auch, der den Stein ins Rollen gebracht hatte, seine Fühler zu Markus Hielscher, dem erfahrenen Leiter des Schneverdinger Testzentrums, ausstreckte, um den Geschäftsmann am Ende davon zu überzeugen, ebenso ein Angebot in Fintel vorzuhalten. „Viele Bürger meinten nämlich schon, dass es dafür an der Zeit sei“, berichtet Florin. Die Fahrt zu den nächstgelegenen Zentren in Scheeßel, Tostedt oder eben in Schneverdingen, sagt er, sei eben nicht für jeden zumutbar gewesen.

Nun sei so eine Einrichtung aber nicht mal eben fix aus dem Boden gestampft, weiß Charly Aselmann, habe es zuvor doch gegolten, noch mehrere bürokratische Hürden zu meistern – auch und vor allem, weil das Konzept aus dem Heidekreis erst auf das des Landkreises Rotenburg hätte umgeschrieben werden müssen. „Die Samtgemeinde hat uns bei dem ganzen Prozedere aber richtig toll unterstützt“, findet der Bürgermeister über das Lauenbrücker Rathaus lobende Worte.

Voll motiviert: Jonas Cordes (v.l.), Anne-Kathrin Klee und Rabea Hermann vom mobilen Impfteam des Landkreises.

Klar: Kein Personal, kein Testzentrum. Darum war dem offiziellen Start am Mittwochmorgen, um Punkt 7.01 Uhr, auch eine öffentliche, von der Gemeinde Fintel organisierte Informationsveranstaltung vorausgegangen, die sich tatsächlich großer Resonanz erfreute. Steffen Florin gibt einen Zwischenstand: „Von den 50 Freiwilligen, die hier mitarbeiten möchten, entweder unentgeltlich oder auf 450-Euro-Basis, sind inzwischen schon 30 in ihre neue Aufgabe eingewiesen worden.“ Im Gasthaus getestet werden könne so montags bis freitags von 7 bis 9 Uhr sowie von 17 bis 19 Uhr und samstags und sonntags von 16 bis 18 Uhr – auch an Weihnachten.

Bleibt die Frage, wie lange die vom Landkreis eingesetzten Impfteams am Finteler Pferdemarkt, mitten im Ort, noch Station machen werden. Drei Termine im Dezember, berichtet der stellvertretende Bürgermeister, seien ursprünglich anberaumt gewesen. „Heute sollte diesbezüglich eigentlich die letzte Aktion sein, aber jetzt ist es so angedacht, dass es hier im wöchentlichen Turnus wohl weitergehen soll.“ Bei bis zu 300 Impfwilligen, die pro Tag gezählt worden seien, auch solche von weither, etwa aus dem Visselhöveder Raum oder aus Sittensen, mache das wohl auch weiterhin noch Sinn, findet er.

Was die Suche nach einem Pächter betrifft, der den Gasthof als solchen auch irgendwann betreiben möchte, bleibe man natürlich am Ball, versichert Hans-Hermann Ruschmeyer. „Wir haben wirklich alle Möglichkeiten, die uns eingefallen sind, genutzt, um auf unser Objekt aufmerksam zu machen – aber das in diesem Jahr leider ohne Erfolg“, bedauert er. Gleichwohl sei die Lokalität, quasi als Übergangslösung, bereits mehrfach für Feierlichkeiten wie beispielsweise Beerdigungscafés genutzt worden. „Solange wir noch niemanden haben, soll es eben auch möglich sein, hier Feiern auszurichten.“

Infos im Netz

Wer mehr über das Bürgertestzentrum in Fintel erfahren möchte, findet nützliche Informationen unter www.btz-fintel.de.

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