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Neubaugebiet „Treiderkamp“ in Lauenbrück: Investor plant klimafreundliches Konzept

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Von: Lars Warnecke

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Das Plangebiet liegt am westlichen Ortsrand der Gemeinde Lauenbrück und wird von
Das Plangebiet liegt am westlichen Ortsrand der Gemeinde Lauenbrück und wird von © -

Lauenbrück – Keine Frage: Bauplätze in Lauenbrück sind heiß begehrt, die Nachfrage reißt nicht ab. Dem möchte die GEB, die Gesellschaft für Entwicklung und Bauen, bekanntlich nachkommen – und das im ganz großen Stil: Mehr als 40 Wohneinheiten sollen unter ihrer Regie im Neubaugebiet „Treiderkamp“ am westlichen Ortsrand, angrenzend an die Straße Richterkamp, entstehen.

Und auch die spätere Vermarktung der Grundstücke obliegt der GEB, einer Tochtergesellschaft der Volksbank Lüneburger Heide. Bevor der Gemeinderat den bereits im vergangenen Jahr vorgestellten B-Plan-Vorentwurf absegnen wird, in einer Sitzung am Donnerstagabend, hat sich jetzt noch einmal der Lauenbrücker Bau- und Planungsausschuss das Projekt zur Brust genommen und über vier wesentliche Punkte beraten

Anschluss ans Nahwärmenetz

Lauenbrücks Bürgermeister Jochen Intelmann (SPD) nennt es ein zukunftsweisendes Konzept. Und in der Tat: Sämtliche Wohneinheiten, Passivhäuser ausgenommen, möchte die GEB an ein Nahwärmenetz angeschlossen wissen. Idee ist, dass man so die Häuser mit aus dem Grundwasser gezogener Energie heizt, was dem Prinzip eines umgekehrten Kühlschranks gleichkäme. Die Wärmeerzeugung selbst würde unter dem für das Baugebiet zwingend notwendigen Regenrückhaltebecken erfolgen. „Dort gibt es viel ertragreiches Oberflächenwasser“, erläuterte Projektmanagerin Laura Arp.

In Bewegung gehalten werden soll das durch die Stadtwerke Rotenburg oder die EWE begleitete Netz mittels einer zentralen Pumpe. Da könne sich jeder einzelne Hauseigentümer herauspicken, was er benötige, so Arp. Hinsichtlich der Wärmekosten sei ihrer Auskunft nach mit vier bis sechs Euro pro Kilowatt und Monat zu rechnen – was bei einem Einfamilienhaus unterm Strich jährlich 500 bis 700 Euro ausmachen würde.

Wir können festlegen, dass kein einziges Haus mit fossiler Wärme beheizt werden soll, weder mit Öl noch mit Gas.

Lauenbrücks Bürgermeister Jochen Intelmann, SPD

Um das Projekt im Sinne der Energiewende konsequent umsetzen zu können, schlägt die GEB einen Anschlusszwang vor. Der kann vom Gemeinderat beschlossen werden – nur machten im Fachausschuss diesbezüglich Zweifel die Runde. Wie Intelmann ausführte, bräuchte die Politik aber auch überhaupt keinen Zwang aussprechen. „Wir können stattdessen festlegen, dass kein einziges Haus mit fossiler Wärme beheizt werden soll, weder mit Öl noch mit Gas, und es Sache der Gesellschaft ist, nur an solche Interessen die Grundstücke zu verkaufen, die das Nahwärmenetz nutzen oder eben ein Passivhaus machen.“ So etwas, schlug er vor, sollte im städtebaulichen Vertrag dann aber noch mit der GEB geregelt werden.

Hinzu kämen noch die Stromkosten für die auf den Grundstücken befindlichen Wärmeübergabestationen, die mit etwa einem Quadratmeter Größe auch nicht so flächenintensiv seien wie etwa eine Öl- oder Gasheizung, sowie die einmaligen Herstellungskosten, die bei 22 000 bis 26 000 Euro liegen würden.

der Straße Am Fintausee/Richterkamp durchquert. Grafik: GEB
der Straße Am Fintausee/Richterkamp durchquert. Grafik: GEB © -

Genossenschaftlicher Wohnungsbau

Bezahlbaren Wohnraum mit 20 bis 25 Wohneinheiten möchte im „Treiderkamp“ die auf genossenschaftlichen Wohnungsbau spezialisierte Firma Ting aus Schwentinental (Schleswig-Holstein) realisieren. „Die interessiert sich vor allem für zwei Mehrfamilien- und fünf der Reihenhäuser, um ein gemischtes Angebot zu machen“, gab Laura Arp Auskunft. Sollte die Gemeinde sich mit einer Kooperation einverstanden erklären, könnten die Grundstücke zwecks Entwicklung des Baurechts herausgenommen werden. „Wir als Volksbank würden es dann nur an die Firma veräußern, den mehrgeschossigen Wohnungsbau wollen wir aber auf jeden Fall mit der Politik abstimmen, beispielsweise wenn es darum geht, wie viel geförderter Wohnraum in welcher Größe entstehen soll.“ In einer öffentlichen Infoveranstaltung sollen die Bürger noch mit ins Boot geholt werden.

Zufahrt über Gemeindeweg

Für die geplante Zuwegung für den Baustellenverkehr möchte die GEB einen hohen fünfstelligen Betrag in die Hand nehmen. Der öffentliche Gemeindeweg zweigt südlich von Richterkamp ab und mündet am Ende in den Alten Kirchweg, auch als Moorweg bekannt. Auf diese Weise bräuchten die Baufahrzeuge später nicht über die Lindenstraße und auch nicht unbedingt über den Schmiedeberg – so sieht es jedenfalls der Investor. „Den Weg wollen wir für den Begegnungsverkehr noch ein bisschen befestigen“, kündigte Arp an. Kritik erntete das Vorhaben von einem Zuhörer: Dass etwa 42-Tonner-Lastwagen gegenläufig auf dem schmalen Weg fahren könnten, sei illusorisch, merkte er in der Sitzung an. Und: „Der Verkehr wird genauso wie bei der Baustelle für die Wümmebrücke über den Richterkamp und den Schmiedeberg laufen.“

Spielplatz in mittiger Lage

Ein Anliegen ist dem Rat die Realisierung eines Spielplatzes, der mit einer Fläche von 700 Quadratmetern gerechnet ist. Zwei Vorschläge liegen vor, in welcher Lage der im Baugebiet angelegt werden soll. Eine dritte Möglichkeit, die aber auf wenig Gegenliebe stieß, brachte die Projektmanagerin ins Spiel: „Man könnte so etwas auch am Regenrückhaltebecken umsetzen, da das dort ohnehin umzäunt sein könnte.“ Sicher sei dies aber noch nicht, erklärte sie, darauf müsse sich die Politik noch festlegen. Die liebäugelt ohnehin aber schon mit einer Variante, die den Spielplatz in mittiger Lage zum Inhalt hat. So, hieß es in der Sitzung, könnte die Anlage auch als eine Art kommunikatischer Treffpunkt dienen.

Öffentliche Sitzung

Thema wird der B-Plan „Treiderkamp“ wieder in einer öffentlichen Sitzung des Lauenbrücker Gemeinderats sein. Die findet am Donnerstag, 27. Januar, im Rathaus der Samtgemeinde Fintel statt. Beginn ist um 19 Uhr.

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