Musical Krimi-Dinner in Stemmen bietet beste Unterhaltung für alle Sinne

Vier Gänge, fünf Szenen und ein Todesfall

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Die Einbeziehung der Gäste gehört für Ulrike Pinhammer dazu.

Stemmen - Von Ulla Heyne. „Sie sind erbberechtigt!“ Die Gäste des Krimi-Dinner-Musical im Landgut Stemmen am Freitagabend wurden gleich am Eingang von den sechs Schauspielern in das Geschehen einbezogen. Und das hatte es in sich, galt es doch, den Geburtstag des Gourmetkritikers Sir Bunny zu feiern. Und der offenbarte schon vor dem ersten Gang: Ein echter Kotzbrocken!

Der wie alle Akteure herrlich überzeichnete Charakter lieferte sich bitterböse Wortgefechte mit seinen liebsten geladenen Feinden, den von ihn kritisierten Sterneköchen, mit der überkandidelten Gattin Barbara oder dem fast tauben Butler – viel Zündstoff für schwarzen Humor. Sehr zum Amüsement der rund 80 Besucher, die diesen Abend als Gäste des Geburtstagsdinners als geschickte Inszenierung zwischen Schauspiel, Impro-Comedy und immer wieder eingestreuten Gesangsstücken mit Live-Klavierbegleitung erlebten.

Da wurde eine Besucherin zur Überbringerin eines Geschenks, das sich als tödliche Bananenspinne entpuppte; später musste ein anderer Gast, spontan in die Rolle des Arztes geschlüpft, den Tod des Hausherrn noch vor der Suppe konstatieren.

Die Einbeziehung der Gäste, inklusive Verdächtigung als potenzielle Täter, begeistert nicht nur das Publikum, sondern auch die professionellen Schauspieler selbst: „Das macht den Reiz aus, in den Pausen herumzugehen und in der Rolle Unbekannte miteinander bekannt zu machen“, so Profi-Schauspielerin Ulrike Pinhammer. So könne sie in der Rolle der Barbara Bunny, die sie seit Beginn der Truppe vor sechs Jahren in drei von momentan sechs gespielten Stücken verkörpert, Skeptiker oder „Labertaschen“ schon mal „liebevoll in die Schranken weisen.“

Krimidinner in Stemmen

Auch an diesem Abend mischen die Zuschauer kräftig mit – schließlich gilt es, kurz vor Schluss den Quizbogen für Täter, Tatmotiv und vorgeschlagener Höchststrafe auszufüllen.

Unnötig zu sagen, dass der Schuldige am Ende dingfest gemacht wird – wer, darf hier selbstverständlich nicht verraten werden – und einer der kriminalistisch geschulten Richtig-Rater eine Flasche Haussekt gewinnt.

Die spendiert Geschäftsführer und geistiger Vater der „Schlemmer-Erlebnisse“-Reihe Alexander Trau nur zu gern. Er zeigte sich nicht nur begeistert von seinem „Internet-Fund“, sondern auch vom Erfolg seiner Serie aus Kultur und Kulinarik: „Normalerweise braucht sowas um die fünf Jahre, um sich zu etablieren – wir konnten jetzt im zweiten Jahr qualitativ einen Zahn zu legen.“

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