Optimierungsbedarf

Öffentlicher Nahverkehr in Fintel: Mobilität auf dem Prüfstand

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Aufgaben nimmt die Samtgemeinde Fintel beim Thema öffentlicher Nahverkehr in vielen Bereichen wahr - den Bahnhof in Lauenbrück ausgenommen.

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Wie ist es gegenwärtig um den öffentlichen Nahverkehr in der Samtgemeinde Fintel bestellt? Eine Frage, die jetzt im Bau- und Planungsausschuss diskutiert wurde. Einig sind sich die Politiker darüber, dass es hier und da noch Optimierungsbedarf gibt.

Hintergrund der wieder aufgefrischten Debatte ist ein Antrag der Bündnisgrünen. Die möchten die komplette Mobilitätsfrage von der Samtgemeindeverwaltung als Studiengrundlage auf den Weg gebracht wissen. „Da gehören sicher der Bürgerbus, unser Bahnhof im Hinblick auf den HVV-Beitritt und auch Standflächen dazu“, äußerte sich Grünen-Ratsherr Hans-Jürgen Schnellrieder in der Sitzung. „Unsere Infrastruktur im öffentlichen Nahverkehr ist jedenfalls so grottenschlecht, dass es nicht annehmbar ist.“

Er sprach von ganz unterschiedlichen Institutionen, die der Kommune bei einer Bestandsaufname kostenfrei zur Hand gehen könnten - im Speziellen von der niedersächsischen Klimaschutz- und Energieagentur. „Warum bitten wir die nicht einfach mal, uns vorzustellen, welche Möglichkeiten wir grundsätzlich hätten, den kommunalen Klimaschutz mit der Mobilität zu verbinden?“, stellte er die Frage in den Raum.

Dass das Thema ÖPNV tatsächlich Aufgabe der Samtgemeinde sei, daran ließ deren Bürgermeister Tobias Krüger keinen Zweifel aufkommen. Allerdings stellte er auch klar, dass sich der Bahnhof im Eigentum der Gemeinde Lauenbrück befinden würde - die Aufgaben laut Hauptsatzung hier also klar geregelt seien. „Ich persönlich sehe es kritisch, wenn die Samtgemeinde hier auch noch Einfluss ausübt, was zusätzlich Geld kosten würde.“ Konkrete Optimierungsmaßnahmen beim Bahnhof erkenne er jedenfalls nicht.

Christian Geddert, beratendes Mitglied im Ausschuss, dafür aber sehr wohl: „Ich bin selbst immer nach Hamburg gependelt, hatte aber das Problem, dass ich mein teures Fahrrad an Ort und Stelle nicht vernünftig abstellen konnte“, wandte der Vahlder ein. Ein abschließbarer Fahrradschuppen würde hier schon ein Fortschritt sein.

Die Bürger überhaupt an den öffentlichen Nahverkehr heranzuführen, das sei laut Rüdiger Bruns (SPD) ein schwieriges Unterfangen. Als Paradebeispiel nannte er den Bürgerbus. „Wir müssen doch mal ehrlich sein: Seit die Flüchtlinge den kaum noch nutzen, fährt der Bus heute fast leer.“ Zu sprechen kam der Finteler in diesem Zusammenhang auch auf die mittlerweile eingestellte Linie Fintel - Königsmoor - Tostedt: „Die Nutzung war eine Katastrophe, die Linie hat der öffentlichen Hand am Ende 100 000 Euro gekostet.“ Seinen Worten nach sei auch aus seiner Sicht nichts dagegen einzuwenden, Vertreter der Agentur ins Rathaus einzuladen, um sich so in Sachen Fördermöglichkeiten ein Gesamtbild zu verschaffen.

„Diese Themen werden uns ganz sicher noch an ganz vielen anderen Stellen tangieren“, ergriff Ausschussvorsitzender Hermann von der Wehl (CDU) abschließend das Wort. „Nur wir dürfen nicht der Bevölkerung suggerieren, dass die Samtgemeinde in irgendeiner Weise für den Bahnhof zuständig ist. Das weckt falsche Erwartungen.“

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