120 Ostpreußen beim Hauptkreistreffen im Finteler Eurostrand

„Menschen in Europa sollen aus der Geschichte lernen“

Das Publikum beim Ostpreußentreffen in Fintel amüsierte sich prächtig.. - Fotos: Rutzen

Fintel - Von Hannelore Rutzen. 120 Ostpreußen aus dem ehemaligen Treuburg und heutigen Olecko (Polen) weilten jetzt zu einem sogenannten Hauptkreistreffen im Finteler Eurostrand. Es folgte ein reger Austausch mit Vertretern aus Fintel und natürlich ein Blick zurück, aber vor allem nach vorn.

Einige Gäste präsentierten sich sogar in alter Ostpreußentracht. Die Hymne der Region wurde gesungen und Geschichten erzählt, die von der ehemaligen Heimat, der Landschaft und den Menschen handelten. Die markante ostpreußische Mundart jedoch war kaum zu hören.

Diese Zusammenkunft war nämlich eher von einer jüngeren Generation geprägt. Die Mitglieder des Kreistages Treuburg wählten gerade Ulf Püstow (Jahrgang 1967) aus Schwerin zum neuen Vertreter für den Heimatkreis. „Ich gehöre der nachgeborenen Generation an. Manche fragen sich, warum tut er das? Ich bin mit den Erzählungen meiner ostpreußischen Großmutter aufgewachsen und möchte mithelfen, die Erinnerung an die deutsche Vergangenheit Ostpreußens wach zu halten und der nachgeborenen Generation nahe zu bringen“, so Püstow. „Ich möchte, dass die Menschen in Europa aus der Geschichte lernen, damit sich solche Ereignisse wie damals nicht wiederholen“.

Extra zu dieser Zusammenkunft war der Bürgermeister der Stadt Olecko, Waclaw Olszewski, angereist. Seit 18 Jahren ist er Verwaltungschef der Stadt. Er würdigte den beidseitigen intensiven und inspirierenden langjährigen Kontakt mit der Kreisgemeinschaft. Für seine Aktivitäten wurde Olszewski mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Er regte mit an, dass der evangelische Friedhof gepflegt, vor Jahren ein Obelisk eingeweiht und eine Heimatstube eingerichtet wurde. „Viele der früheren deutschen Ostpreußen übergaben Gegenstände für dieses Kleinod und nehmen aktiven Anteil an der Ausgestaltung“, berichtete Olszewski.

Sein Finteler Kollege Rüdiger Bruns freute sich, dass die ehemaligen Treuburger sich Fintel zum wiederholten Mal als Treffpunkt ausgewählt hatten. Er erinnerte daran, dass Fintel nach dem Zweiten Weltkrieg viele heimatvertriebene Ostpreußen aufgenommen hatte. „In Vahlde stellte man ostpreußischen Familien Bauland zur Verfügung. So entstand die Ostpreußensiedlung, wie sie heute noch bei älteren Vahldern heißt“, wie Bruns berichtete.

Er lobte: „Für die Jüngeren ist die Kreisgemeinschaft Treuburg ein Stück gelebte Heimat und ein völkerverbindendes Glied zu den Menschen im heutigen Ostpreußen. Lassen Sie kein gefährliches Auseinanderdriften der Völker und Nationalitäten zu.“ Agata Kern, Kulturreferentin des Ostpreußischen Landesmuseums Lüneburg berichtete während dieser Hauptversammlung, dass in Deutschland sechs Kulturreferentenstellen für die ehemals deutschen Siedlungsgebiete in Ostmitteleuropa geschaffen wurden: in Lüneburg (für Ostpreußen), Münster (Westpreußen), Greifswald (Pommern), Ulm (Donauschwabingen und Siebenbürgen), Görlitz (Schlesien) und München (für die Region Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien). „Sie arbeiten die deutsche Kultur und Geschichte der dort von Deutschen mitgeprägten Landschaften auf. Sie wollen das Bewusstsein und Interesse junger Menschen an der Geschichte, Kultur und Kunst dafür wecken, stärken und diesen Teil deutscher Geschichte in allen Facetten darstellen“, erläuterte Kern.

Die heutigen Bewohner sollen über die deutsche Geschichte ihrer Region informiert werden, um so wechselseitig zu einem besseren Verständnis beizutragen. „Vorträge, Lesungen, Studienreisen und Projekte in enger Zusammenarbeit mit den Schulen, auch grenzüberschreitend, werden angeboten“, informierte Kern.

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