Meldeknöfe als Notlösung

Leitstelle in Zeven bereitet Probleme

Samtgemeindebrandmeister Klaus Intelmann.

Lauenbrück - Die jüngsten Unwettereinsätze für die Brandschützer, nicht nur die aus den Ortswehren der Samtgemeinde Fintel, hätten es gezeigt: Das neue Leitstellenprogramm, das der Landkreis erst in diesem Sommer für seine in Zeven ansässige Einsatzzentrale für Feuerwehr und Rettungsdienst in Betrieb genommen hatte, funktioniert inzwischen mehr schlecht als recht.

„Es stößt nicht nur an seine Grenzen der Leistungsfähigkeit, teilweise ist es sogar zu einem Totalversagen gekommen, was zu katastrophalen Szenarien führte“, kommentierte Fintels Samtgemeindebrandmeister Klaus Intelmann am Donnerstagabend den Status quo bei der Sitzung des Feuerwehrausschusses im Lauenbrücker Rathaus. So sei die Leitstelle, die gemeinsam mit dem Heidekreis und dem Landkreis Harburg als Verbund geführt wird, während der Unwetterlagen weder über die 112 noch über andere Telefonleitungen erreichbar gewesen. „So etwas ist weder für uns Feuerwehrleute noch für die breite Bevölkerung hinnehmbar“, machte Intelmann seinem Ärger Luft.

Inzwischen habe die Kreisführung zwar reagiert, indem zusätzlich zu der Leitstelle die mobile Einsatzleitung, über die man ebenfalls Schadenslagen führen könne, alarmiert worden sei („Das Problem konnte so wenigstens abgemildert werden“), auf Dauer, betonte er, sei dies aber keine zufriedenstellende Lösung. „Die zu finden, liegt auch nicht bei uns, sondern bei den Vertretern des Kreistages.“

Tatsächlich würden mittlerweile alle drei Landkreise im Schulterschluss „unter Hochdruck“ an einer Umsetzung neuer Verfahren arbeiten. Bis diese aber erst greifen – Intelmann ist überzeugt, dass „das schon seine Zeit in Anspruch nehmen wird“ –, sei Anfang dieser Woche bei der jüngsten Kreiskommandositzung der Feuerwehren beschlossen worden, den in Zeven aufbewahrten Einsatzleitwagen 3 weiterhin zu besetzen. Und nicht nur darauf hätten sich die Verantwortlichen geeinigt, wie der Samtgemeindebrandmeister ausführte. Demnach solle in jeder Verwaltungseinheit ein sogenannter Meldekopf gebildet werden, ein aus zwei bis vier Personen bestehendes Kollektiv, das für die Leistelle als Ansprechpartner fungiert. „Das heißt, alle Einsätze werden an diesen Meldekopf durchgegeben, der dann im Anschluss die Einsätze an die betreffenden Feuerwehren weiterleitet“, erläuterte er.

Für Ratsherr Axel Matthies (SPD), beratendes Mitglied im Feuerwehrausschuss, habe dieses Vorgehen inzwischen Methode: „Ich habe das Gefühl, dass der Landkreis heimlich schleichend immer mehr Aufgaben an die Freiwilligen verteilt – frei nach der Devise: ,Wir kriegen es nicht hin, dann lasst uns mal Meldeköpfe bilden‘“, meldete sich der Lauenbrücker zu Wort. 

lw

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