„Meine Lust wächst“

Sven Maier über seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in der Samtgemeinde Fintel

Sven Maier in seinem Büro im Rathaus der Samtgemeinde in Lauenbrück. „Ich hoffe natürlich, dass die Wahlbeteiligung sehr hoch sein wird“, sagt der Kandidat.
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Sven Maier in seinem Büro im Rathaus der Samtgemeinde in Lauenbrück. „Ich hoffe natürlich, dass die Wahlbeteiligung sehr hoch sein wird“, sagt der Kandidat.

Lauenbrück – Jung, dynamisch, ehrgeizig – Attribute, die Sven Maier sehr gut zu Gesicht stehen. Am 12. September will der 33-jährige Verwaltungsfachmann, der aktuell den Bereich Bauen und Finanzen in der Finteler Samtgemeindeverwaltung leitet, bei den Wählern punkten – und Tobias Krüger als Hauptverwaltungsbeamten „beerben“. Unterstützung auf dem Weg dorthin erfährt er von der CDU und den Grünen.

Über seine Kandidatur und die Perspektiven danach haben wir uns mit dem parteilosen Bewerber unterhalten.

Herr Maier, wollen Sie noch immer Bürgermeister werden?

Selbstverständlich! Ich habe mich Ende letzten Jahres bewusst für diesen Schritt entschieden, zu kandidieren. Daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: Meine Lust, sich den zukünftigen Aufgaben zu stellen, wächst mit jedem Tag mehr.

Mit Anne Cordes steht Ihnen aber doch harte Mitbewerber-Konkurrenz ins Haus. Immerhin ist sie in der Samtgemeinde fest verwurzelt, hat Beziehungen zu Vereinen, Firmen und Institutionen – Sie eher nicht.

Eine interessante Feststellung. Natürlich habe ich mit Frau Cordes eine Mitbewerberin, die in der Samtgemeinde lebt, jedoch, soviel mir bekannt ist, in einer anderen Gemeinde arbeitet. Ich habe in meiner Funktion als Fachbereichsleiter Bauen und Finanzen in den letzten zwei Jahren gesehen, dass es durch die tägliche Anwesenheit in der Samtgemeinde durchaus möglich ist, mit den unterschiedlichsten Leuten vor Ort in Kontakt zu treten und durchaus das Ohr am Bürger zu haben, um auch die alltäglichen Probleme hautnah mitzubekommen. Nun bin ich von Natur aus ein sehr offener Mensch und versuche sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltagsleben immer, gut zuzuhören und die Anliegen meiner Mitmenschen ernst zu nehmen. Ich freue mich auch schon, in den nächsten Monaten die Kommunikation mit den Bürgern in der Samtgemeinde zu vertiefen und hoffe auf interessante Gespräche.

Der Bonus „verwaltungsaffin“ dürfte für Sie jedenfalls schon mal von Vorteil sein?

Ich mag diesen Begriff nicht so richtig. Das hört sich irgendwie so altmodisch und abgedroschen an und ich denke, das bin ich nicht. Ich habe in den letzten zehn Jahren einige Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Kommunalverwaltung sammeln dürfen und würde durchaus behaupten, dass ich mir mittlerweile einen sehr guten Überblick verschafft habe, wie eine Kommunalverwaltung mit all ihren Sorgen, Problemen und Ansprüchen tickt und was tagtäglich auf die Bürger, die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden und die Verwaltungsmitarbeiter zukommen kann.

Also messen Sie Ihrer Herausforderin keine Chancen zu?

Im Moment gibt es zwei Bewerber für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters – und jeder hat die gleichen Chancen, die Wahl zu gewinnen. Bei den letzten beiden Wahlen konnten ja die Bürger nicht zwischen mehreren Personen auswählen. Somit finde ich es gut, dass es diesmal die Wahl zwischen mindestens zwei Bewerbern gibt. Und natürlich freue ich mich, wenn ich das Vertrauen der Wähler bekomme.

Fassen wir noch mal zusammen: Warum wollen Sie auf den „Chefsessel“ im Rathaus?

Die Zusammenarbeit mit den politischen Gremien, sowohl auf Samtgemeindeebene als auch in den Mitgliedsgemeinden, macht mir unheimlich viel Spaß, sie fühlt sich gut an. Und ich möchte die in meinen Augen gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit der letzten Jahre weiterführen, um gemeinsam mit den ebenfalls im September neu gewählten Räten unsere angefangenen Projekte weiterzuführen und neue Ideen mit den Räten auf den Weg zu bringen.

Ein Schwerpunkt dürfte hierbei die Ausweisung weiterer Wohn- und Gewerbeflächen sein.

Richtig, gemeinsam mit den Mitgliedsgemeinden. Aber natürlich auch die Ortsentwicklung im Allgemeinen, die Erweiterung der Schulen und Kitas, das Vorantreiben der Digitalisierung, die Sicherstellung der medizinischen Versorgung, Erstellen von städtebaulichen Konzepten, der Neubau von Feuerwehrhäusern und die Umsetzung der Maßnahmen aus dem gemeinsamen Projekt „Weiterentwicklung der Samtgemeinde und ihrer Mitgliedsgemeinden“, welches im Moment ja läuft.

Wie sieht es mit dem ÖPNV aus?

Aktuell durch unseren Beitritt zum HVV steht der natürlich auch auf dem Plan, verbunden mit dem Bürgerbus. So sollen zum Beispiel auch Mitarbeiter aus allen Teilen der Samtgemeinde und darüber hinaus aus der Region die Samtgemeindeverwaltung erreichen und in den neuen Baugebieten auch bezahlbare Wohnungen beziehen können. Was für mich als Mitglied unseres tollen Verwaltungsteams allerdings ein besonderes Anliegen darstellt, ist die Tatsache, dass wir in den letzten Jahren gemeinsam einiges auf die Beine gestellt haben und daran würde ich sehr gerne zusammen mit allen Mitarbeitern und der Politik für die Samtgemeinde ohne Unterbrechung weiterarbeiten.

Aber Ihren Wohnsitz in Horneburg wollen Sie nicht in die Samtgemeinde verlagern?

Meine Frau und ich leben seit über sechs Jahren gemeinsam in Horneburg. Momentan planen wir keinen Umzug, aber das stellt für mich kein Hindernis dar. Ich bin hier in der Samtgemeinde Fintel sehr gut angekommen und möchte unsere schon begonnene Arbeit unbedingt erfolgreich weiterführen.

Das hieße im Umkehrschluss dann wohl „Dienst nach Vorschrift“.

Was ist das? Mit rund 130 Mitarbeitern verteilt auf knapp 100 Vollzeitstellen gleicht die Samtgemeindeverwaltung mittlerweile einem mittelständischen Unternehmen, welches den Samtgemeindebürgermeister zu jeder Zeit voll und ganz fordert, sodass in meinen Augen der „Dienst nach Vorschrift“ in dieser Position gar nicht möglich ist. Das ist es für mich weder als Fachbereichsleiter, noch wird es das als möglicher Samtgemeindebürgermeister sein.

Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Ich denke, das wäre dann wohl die konstituierende Sitzung.

Was würde ein Samtgemeindebürgermeister Maier vielleicht anders machen als ein Samtgemeindebürgermeister Krüger?

Die Kommunikation und die Beteiligung der Bürger würde ich aus Sicht der Verwaltung intensivieren. Im Speziellen denke ich da an Bürgerversammlungen und beispielsweise auch mehr Transparenz über die sozialen Netzwerke.

Konnten beziehungsweise können Sie von dem scheidenden Amtsinhaber, Ihrem Noch-Chef, etwas lernen?

Durchaus! Tobias Krüger hat in meinen Augen bewiesen, dass es sehr gut möglich ist, sich ein neutrales Blickfeld zu leisten, ohne durch Altlasten, Befindlichkeiten und Beeinflussungen aus den Gemeinden, die Politik und die Verwaltung zusammenzuführen und dafür zu sorgen, dass alle an einem Strang ziehen und sehr gut miteinander zusammenarbeiten. Das würde ich mir für die Zukunft auch wünschen.

Ein Wahlkampf im klassischen Sinne dürfte wegen Corona wohl nicht stattfinden.

So wie die aktuelle Situation aussieht, wird es wohl schwierig werden. Deshalb ist es umso wichtiger, andere Wege zu gehen, als die sonst üblichen.

Die da wären?

Ich denke, dass einiges über die sozialen Medien laufen wird, hier möchte ich bald aktiv werden. Zudem plane ich Videokonferenzen, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Um das persönliche Gespräch zu suchen, kann ich mir vorstellen, dass ich feste Termine anbiete, an denen ich selbstverständlich auch am Wochenende in der Samtgemeinde unterwegs bin, um dort den direkten Kontakt zu den Menschen zu suchen. Die persönlichen Treffen müssen natürlich mit den aktuellen Coronabedingungen im Einklang stehen und trotzdem ein Gefühl von Nähe vermitteln. Zudem hoffe ich, dass es bald wieder möglich ist, sich mit mehreren Leuten zusammenzusetzen, sodass wir gemeinsam mit meinen Unterstützern der beiden Parteien auch persönlich mit Vereinen, Firmen und Institutionen in den Austausch kommen. Ansonsten bin ich jederzeit über die Mailadresse sven.maier2021@gmx.de zu erreichen.

Beschreiben Sie doch mal den Privatmenschen Sven Maier.

Als gebürtiger Schwabe bin ich natürlich fleißig und sparsam – meiner Meinung nach sind das doch die besten Voraussetzungen für den neuen Samtgemeindebürgermeister (lacht). Nein, Spaß beiseite. Ich verbringe soviel Zeit wie möglich mit meiner Frau und unserem Hund und versuche, wann immer es die Zeit zulässt, Sport zu treiben. Ansonsten freue ich mich schon darauf, dass man sich wieder mit Freunden treffen kann, da in meinen Augen die sozialen Kontakte in den letzten Monaten deutlich zu kurz kamen.

Blicken wir zum Schluss auf den 12. September, den Tag der Wahl. Mit welchem Ergebnis rechnen Sie hinsichtlich der Wahlbeteiligung und Ihrem Abschneiden?

Ich hoffe natürlich, dass die Wahlbeteiligung sehr hoch sein wird, wenn es eine richtige Bürgermeisterwahl mit mindestens zwei Bewerbern geben wird. Natürlich freue ich mich sehr, wenn die Wähler mir ihre Stimme geben werden. Alles andere sehen wir dann.

Und wenn Sie verlieren sollten?

Dann kann ich hoffentlich auf einen fairen, respektvollen und spannenden Wahlkampf zurückblicken.  

Von Lars Warnecke

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