Fintauschule Lauenbrück legt im Fachausschuss alarmierende Prognose vor

Mehr Schüler, mehr Raumbedarf

Geben einen Ausblick, wo die Reise hingehen könnte: Schulleiter Frank Lehmann (l.) und sein Konrektor Sascha Murso.
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Geben einen Ausblick, wo die Reise hingehen könnte: Schulleiter Frank Lehmann (l.) und sein Konrektor Sascha Murso.

Lauenbrück – Da waren die Kommunalpolitiker ganz Ohr: Die Schülerzahlen an der Lauenbrücker Fintauschule werden in den nächsten Jahren enorm steigen – und das nicht nur geburtenstarker Jahrgänge wegen, sondern auch, weil in der Samtgemeinde Fintel mit der Ausweisung neuer Wohnbaugebiete massig Zuzüge zu erwarten sind. Doch wer schon gedacht hatte, die räumlichen Kapazitäten, die die Oberschule an der Habichtallee bietet, würden schon irgendwie ausreichen, um den Kernunterricht, die schulische Ganztagsofferte und den Mensabetrieb im bisherigen Maß weiterfahren zu können, sah sich am Donnerstagabend in der Sitzung des Schulausschusses der Samtgemeinde angesichts der von der Schulleitung vorgetragenen Rechenbeispiele schnell eines Besseren belehrt. Die AG Schule, ein Zusammenschluss aus Politik, Verwaltung, pädagogischen Vertretern wie auch solchen aus der Elternschaft, dürfte jedenfalls gut beschäftigt sein, um Lösungen zu finden, wie man der Sache denn Herr werden kann. Laut Rektor Frank Lehmann sei es jedenfalls höchste Eisenbahn, die richtigen Weichen zu stellen. „Nichts wäre fataler, als es jetzt zu verschlafen. Die Entwicklung ist ja nicht von der Hand zu weisen“, betonte er. An sich sei die ja auch schön, sieht er darin doch nicht zuletzt auch ein klares Zeichen der Wertschätzung für den Schulstandort.

Viele Zahlen, Daten und Fakten machten in der Schulaula abgehaltenen Sitzung die Runde. Lehmann: „Um eine einigermaßen sichere Prognose abgeben zu können, wo die Reise hingeht, sind wir ins Eingemachte abgetaucht.“ Dabei habe man sich ausschließlich die Entwicklung der letzten sechs Jahre angeschaut – und zwar mit dem Fokus auf die Übergangsquote von Klasse vier an den beiden Grundschulen Fintel und Lauenbrück zu Klasse fünf an der Fintauschule. Die, erläuterte Sascha Murso, liege im Schnitt bei 60 Prozent. „Basierend darauf müssten wir jetzt 260 Schüler haben, wir liegen aber tatsächlich bei 280“, so der Konrektor. Betrachte man die durchschnittliche Jahrgangsstärke über die Schuljahrgänge fünf bis zehn, käme man so auf einen Durchschnittswert von 71 Prozent des vierten Jahrganges. „Wobei 75 Prozent noch realistischer sind“, machte der Pädagoge deutlich. In konkreten Zahlen, die auf der aktuellen Geburtenrate fußen würden, hieße das: Die Oberschule könnte auf lange Sicht gesehen auf deutlich mehr als 400 Schüler anwachsen – zu viel für das derzeit bestehende Raumangebot. „Aktuell liegen wir bei 21 Klassen- und Differenzierungsräumen – und alle werden bis zur Kapazitätsgrenze auch schon genutzt“, gab Frank Lehmann eine Übersicht. Wolle man dem zu erwartenden Mehr an Schülern Rechnung tragen, bräuchte die Schule unterm Strich acht zusätzliche Räume, unter anderem auch für die Inklusionsklasse. Der Größenordnung entsprechend müsse ebenso der Mensabereich eine Erweiterung erfahren – und zwar nach wie vor vom Unterrichtsbetrieb getrennt. Außerdem würde die Lauenbrücker Bildungseinrichtung mit einer didaktischen Leitung einen weiteren Leitungsposten hinzubekommen, für den erstmal ein Verwaltungsbereich geschaffen werden müsse. Und auch das ließ Lehmann nicht unerwähnt: „Wir sind jetzt bei 280 Schülern 37 Lehrer sowie acht Schulbegleiter – das Lehrerzimmer platzt aus allen Nähten.“ Noch gar nicht in die Prognosen mit eingerechnet worden sei die Option eines gymnasialen Zweigs, den die Haupt- und Realschule als Oberschule, sollte sie dreizügig sein und mindestens 400 Schüler unter ihrem Dach vereinen, bei sich einführen könnte. „Vorausgesetzt natürlich, die Politik wünscht sich später so etwas.“

Schlussendlich müsste die Statistik aber wohl noch ein Stück weiter nach oben korrigiert werden. Denn die zukünftigen Baugebiete in der Samtgemeinde seien laut Sascha Murso noch gar nicht in die Prognose mit einbezogen worden. „Dann könnte die Zahl mit Blick auf die Tatsache, dass jede Mitgliedsgemeinde dabei ist, neues Wohnland auszuweisen, ja durchaus noch durch die Decke gehen“, brachte CDU-Ratsherr Jürgen Rademacher seine Befürchtung zum Ausdruck. Seinen Worten nach sei es jedenfalls gut, dass die Politik aufgeweckt worden sei. „Wir haben ja auch unsere Kitas und Grundschulen im Blick zu behalten, die Infrastruktur muss mitwachsen – da stehen wir in Zukunft noch vor großen Aufgaben.“

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