Larry Mathews und Blackstone verwandeln Scheune in irischen Pub

Mehr als nur „Molly Malone“

Der Ire Larry Mathews (l.) und Bernd Haseneder am Cajon: Zwei, die sich blind verstehen.

Lauenbrück – Beschlagene Scheiben, wilde Geigen-Kaskaden, eine volle Kneipe mit vielen tanzenden Gästen: Jahr für Jahr verwandelt der Wahl-Hamburger Larry Mathews mit seiner Band Blackstone die Scheune in Lauenbrück in einen irischen Pub. Dabei hatte der Ire am Samstag auch in der 15. Auflage des musikalischen Jahresauftakts – Wirt Angelos Matsis hatte 2018 unter anderem eine Bluegras-Band und die Coverband Tripod verpflichtet – so viel mehr zu bieten als „Molly Malone“ und „Whiskey in the Jar“: Feinstes Songwriting, eingestreute Instrumentalstücke zum Tanzen und eine bestens eingespielte Band, die so alle traditionellen Instrumente von der Pipe über Banjo bis zur irischen Trommel Bodráhn beherrscht.

So gerät der rund dreistündige Auftritt – auch dieses Mal ist erst kurz vor Mitternacht Schluss – auch dieses Mal zu einem Spagat. Viele hier sind gekommen, um die Eigenkompositionen des Singer-Songwriters zu hören und seinen exzellenten Musikern zu lauschen. Die wunderbare Melodik der akustische Gitarre von Ralph Bühr bei „Can of Worms“ erinnert an frühe Dire-Straits-Songs, und Henning Wulf gibt Cover-Songs wie „Knocking on Heaven’s Door“ mit Einwürfen an der Pipe einen irischen Einschlag. Wer den Text kann, singt mit – wie so oft an diesem Abend. Dass Mathews nach wie vor verdammt flink auf den Saiten seiner Fiddle ist, merken vor allem die Tänzer vor der Bühne. Bei seinen Jigs & Reels, wie die tanzbaren Instrumentalstücke von der grünen Insel heißen, zieht das Tempo immer mehr an und fordert selbst die Kondition der hart gesottenen Fans in der ersten Reihe. Ihnen widmet er auch einen seiner eigenen Songs, das eingängige „Pictures of You“. Auch hier kann – und will – Mathews seine Herkunft nicht verleugnen: immer wieder streut er Solopassagen irischer Tunes ein, und auch thematisch kommt er neben gesellschaftskritischen Texten und Liebesliedern oft auf die großen irischen Themen zurück: Die Emigration, die Sehnsucht nach der alten Heimat und den Zurückgebliebenen, wie auch in „Letter from America“, ein Song so neu, dass er nicht auf CD zu finden ist.

Mathews zieht Stammpublikum, Neugierige und Feiervolk gleichermaßen. „Larry ist immer wieder klasse“, befindet der musikaffine Erich Kaddatz aus Meckelsen, der sogar schon die Scorpions live in einer Sittensener Disco erlebt hat.

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