Mehr als 60 Finteler Grundschüler erkunden mit Jägern den Wald

Schlau werden wie der Fuchs

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In Gruppen marschierten die Dritt- und Viertklässler von Station zu Station.

Fintel - Von Hannelore Rutzen. Mehr als 60 Dritt- und Viertklässler der Finteler Friedrich-Freudenthal-Grundschule haben am Freitagvormittag den Klassenraum mit dem „Lernort Natur“ getauscht. Unter diesem Titel hatte der Hegering Lauenbrück zum Unterricht in den Wald an den Nuddelteichen eingeladen.

Den Weg dorthin legten einige Teilnehmer mit einem mulmigen Gefühl im Bauch zurück. Immerhin hatte die Mutter eines Grundschulkindes im Vorfeld lautstark Kritik an der von der Jägerschaft seit mehr als 20 Jahren angebotenen Aktion geäußert (wir berichteten). Doch die Sorgen, die Bildungsarbeit könne womöglich direkt während der Durchführung gestört werden, erwies sich als unbegründet – auch zur Erleichterung von Samtgemeindebürgermeister Michael Niestädt, Fintels Ortsbürgermeister Rüdiger Bruns sowie dem örtlichen Landschaftswart Artur Thiel, die vorsichtshalber zu Beginn nach dem Rechten geschaut hatten.

Bevor es richtig losging, zeigten die Hegeringsmitglieder den Kindern, dass in ihnen echte Musiker stecken: Zünftig begrüßten sie sie mit jagdlichen Bläsersignalen. Neun Stationen hatten die Experten für die Grundschüler vorbereitet – vom Feder- bis zum Schalenwild, Jagdhunde und Raubwild, über Zecken und Bienen, der Wald und die Bäume bis hin zu den Trittsiegeln und einer Fühlkiste. Auch brachten die Jäger, die mit 15 Personen zugegen waren, allerlei Anschauungsmaterial mit. Denn welches der Kinder hatte schon einmal Gelegenheit, aus der Nähe einen Fuchs, Dachs oder eine Schleiereule aus der Nähe zu sehen oder gar anzufassen?

An den Stationen selbst konnten die in Kleingruppen aufgeteilten Schüler ihren Wissensdurst stillen. Und der war groß, wie sich zeigte: Warum sind denn Bienen nun so wichtig? Woran erkennt man bei Blättern und Borken, um welche Bäume es sich handelt? Warum blasen die Jäger heute noch? Welche Aufgabe haben die Hunde bei der Jagd? – Nur einige der Fragen, die sie an die Experten stellten.

Das Wichtigste für die Jäger, erfuhren die Kinder, sei die Hege und Pflege des Waldes. „Die Jagd ist nur ein kleiner Teil unseres Aufgabengebietes, wenn es beispielsweise darum geht, krankes Wild aus dem Bestand zu entfernen“, erklärte ihnen der Hegeringsleiter Hubertus Steinke. Die „Waldschüler“ lernten hautnah vieles über das Zusammenspiel von Wald, Tier und Mensch – und über den Natur- und Umweltschutz.

Zur Erinnerung an diesen Vormittag, den sich auch Kreisjägermeister Hermann Gerken sowie Ulrich Voß, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, nicht entgehen ließen, durfte sich jeder noch ein in Ton gepresstes Trittsiegel mit nach Hause nehmen und – als Überraschungsgeschenk – eine kleine Buche, die sie im eigenen Garten gepflanzt wohl noch lange an den Besuch im Wald zurückdenken lassen wird.

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