Feuerwehrausschuss der Samtgemeinde: Brandmeister gibt Übersicht

Mehr Einsätze, schwindende Personalzahlen

Klaus Intelmann trägt Zahlen und Fakten zu den Einsätzen vor.
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Klaus Intelmann trägt Zahlen und Fakten zu den Einsätzen vor.

Lauenbrück – In diesem Jahr musste die Feuerwehr der Samtgemeinde auf ihrem Gebiet bereits 55 Einsätze leisten. Dies sind schon jetzt mehr als 2019 und das, obwohl das Jahr noch nicht abgeschlossen ist. Bislang fielen 18 Brandeinsätze, 23 technische Hilfeleistungen, neun Brandmeldeanlagen und fünf weitere Einsätze an. Hinzu kamen bereits vier Einsätze außerhalb der Samtgemeinde. Diese Zahlen brachte Gemeindebrandmeister Klaus Intelmann, seit 47 Jahren Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Lauenbrück, mit in die Feuerwehrausschuss-Sitzung. „Wir liegen seit drei Jahren immer weit über der Prognose, was diese Einsätze angeht. Da muss man sicher mal sehen, wie das weiter geht“, kommentierte er den Sachstand.

Intelmann berichtete auch über den Personalstand. Demnach sind vier Mitglieder aus der Altersabteilung, aber auch drei aus der Jugendfeuerwehr ausgeschieden. Die Einsatzabteilung habe zwei Zugänge und bestehe somit aus 247 Personen, die Musikgruppe freut sich über 17 Mitglieder. „Die Situation mit Blick auf die Pandemie ist schwierig, weil die Lehrgänge auf Landes- und Kreisebene ausfallen“, führte der Brandmeister weiter aus. Die Lehrgangsausbildung sei zur Zeit extrem eingeschränkt. Der Nachwuchs müsse daher warten, und einige Lehrgänge könne man nicht nachholen. „Wir führen das jetzt auf Ortsebene in eigener Regie durch, da unsere Gerätepfleger ansonsten ihre Genehmigungen verlieren“, erläuterte er. Alle hofften, dass die Situation im kommenden Sommer oder Herbst wieder normal werde.

Eine weitere große Sorge sprach Intelmann an: Durch die Trockenheit in den vergangenen Jahren sackten die Bohrbrunnen immer mehr ab, „die Löschwasserversorgung ist schwierig“. Teilweise habe man schon Wasser aus den Flüssen genommen, aber auch die seien ob der Trockenheit nicht ausreichend mit Wasser gefüllt. Er sprach auch von der Notwendigkeit, neue Bohrungen zu installieren und vor allem in Neubaugebieten dafür zu sorgen, dass Rückhaltebecken zugänglich sind. „Die Situation der ,unabhängigen Löschwasserversorgung‘ rückt immer mehr in den Fokus“, so Intelmann. Auch die unzureichende Internetversorgung in den Feuerwehrhäusern sprach er an. „Wir haben Onlineprogramme vom Land bekommen, können diese aber vor Ort gar nicht nutzen“, schilderte der Brandmeister. Bestandslisten zum Beispiel könne man nicht zu Hause prüfen, in den Feuerwehrhäusern fehlt aber der Onlinezugang. „Nur das neue Feuerwehrhaus in Lauenbrück hat Internet“, betonte er.

Nach der Zusammenfassung von Intelmann sprach Reinhard Trau (CDU) an, dass es in den vergangenen Monaten auffallend viele Fehlalarme gegeben hätte. „Das waren keine Fehlalarme, die Meldegeräte haben korrekt ausgelöst“, widersprach Intelmann. Die Anlagentechnik sei in Ordnung, manches müsse sich einspielen.

Monika Freitag (Grüne) kam auf das Thema Bohrbrunnen zurück: „Wir reden da schon lange drüber, aber was kann man tun?“, fragte sie. „Der Grundwasserspiegel sinkt immer mehr“, so Intelmann. Er fügte hinzu, dass die Brunnen teilweise 30 bis 40 Jahre alt seien, auch die Filter seien veraltet – eine einfache Lösung konnte er aber auch nicht präsentieren. Eine Option sei, tiefer zu bohren, dann aber müssten Pumpen eingesetzt werden, die in die Brunnen eingeschoben werden müssen – ob dies eine Lösung sein könnte, wurde an diesem Abend nicht mehr besprochen.  jtb

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