Aus dem matschigen, ungepflegten Gelände wird Natur-Erlebnispark für Jung und Alt

Biotop am Heimathaus in Planung

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Haben mit dem Gelände hinter dem Heimathaus viel vor (v.l.)Wiebke Peters, Dr. Erika Vauk und Hans-Joachim Schmidt.

Fintel - Von Hannelore Rutzen. Noch ist das Gelände hinter der Wagenremise auf dem Heimathausgelände in Fintel matschig, ein bisschen sumpfig und wurde teilweise als Zwischenlagerplatz für das Laub des Heimathausgeländes genutzt. Teilweise bereits umgeknickte Pappeln sowie nicht aufgeräumtes und geschnittenes Gestrüpp laden nicht gerade ein, das immerhin fast 2500 Quadratmeter große Gelände zu betreten. Das soll sich bald ändern, denn ein großes Biotop soll entstehen.

Jahrelang fand das Gelände kaum Beachtung. In früheren Jahren soll das „Hintergrundstück“ des Heimathauses sogar als Kälberwiese gedient haben. Vor 70 Jahren wurden dort Schwarzpappeln angepflanzt, die das Gelände prägten und beschatteten. Sie belasteten mit ihrem Laubfall die Erdoberfläche, auf der kaum Licht und Luft ankam. Das Laub konnte sich nicht in Humus umwandeln.

„Ich habe mich sowieso immer gewundert, dass sich um dieses Gelände eigentlich niemand kümmerte. Das muss sich ändern“ sagte Dr. Erika Vauk, die mit Wiebke Peters und Hans-Joachim Schmidt an der Seite seit Jahren die Kinderakademie leitet.

Sie forcierte den Gedanken besonders nach dem Umzug der Kinderakademie vom Redderberg in das Zentrum Fintels am Heimathaus. Mit den Kindern nutzte sie den vorderen Bereich, stellte eine Lehrtafel dorthin, legte ein Hochbeet an, die Kinder stromerten unter Aufsicht durch das Gelände. „Hier könnte ein prima innerdörfliches Biotop entstehen“, überlegten die drei, sprachen mit der Gemeinde über das Vorhaben und holten sich das Okay für die Gestaltung des Geländes zwischen der Wagenremise hinter dem Heimathaus und der „Masch“.

Eine Planerin erstellte dazu einen Entwurf. „Der beruht auf vier Säulen“, erläuterte Hans-Joachim Schmidt. „So gibt es zum Beispiel die Kinder der Kinderakademie, denen das Gelände nützlich und zugänglich sein wird ebenso wie für die Schul- und Kindergartenkinder. Das Gelände ist aber genauso für die Senioren da, denn es werden Bänke aufgestellt. Die Wege sind mit wassergebundener Decke gut begehbar. Das Biotop ist für die Touristen gedacht, die dort Natur aktiv erleben.“

Die entstehende Attraktion werde verknüpft mit den nahe gelegenen Rad- und Wanderwegen und dem Eurostrand. Im vergangenen Jahr hätten das Heimathaus in Fintel mehr als 2500 Tagesgäste besucht, die erweitert über das Gelände geführt würden. Es werte außerdem die Infrastruktur für lokale und regionale Gäste auf und biete für die Einheimischen einen Naherholungsraum. „Auch unsere fremden Neubürger können hier Natur, Umwelt und Integration kennen lernen und sich mit der Pflanzen- und Tierwelt des Gebietes vertraut machen“, so Schmidt.

Es entstünde kein Park und kein Spielplatz, so die Biologin Dr. Vauk, sondern ein Biotop mit pädagogischem Hintergrund, das als Lebensraum von verschieden Pflanzen- und Tierarten genutzt werde.

Der Pflanzen- und vor allem Baumbestand werde ausgelichtet und einzelne Bäume, wie Ulme, Feldahorn und Wildapfel sowie mit standortgerechten Sträuchern neu bepflanzt und ergänzt. Ein kleiner Tümpel entsteht ebenfalls.

Vom Zugangsbereich bis zum Versammlungsplatz wird ein Weg führen, der eine barrierefreie Brücke erhält. Über Erlebnisstationen können die Besucher die Natur mit allen Sinnen erleben. Es gibt bald „Guckkästen“ zu den Bewohnern der Alt-Eiche, einen Barfußpfad, ein sichtbares Bodenprofil und ein Sandbienenbeet für Erdinsekten, Ruhebänke, Beschilderungen, eine Eidechsenburg und vieles andere.

Die Holz- und Erdarbeiten sollen den Planungen nach im Februar beginnen und wenn alles klappt, könnte die Maßnahme im April/Mai beendet sein.

„Das Ganze wird etwa 50000 Euro kosten. Wir konnten über Anträge erreichen, dass rund 70 Prozent über die Gesundregion gefördert wird. Ein Teil steuert die Gemeinde bei. Wir arbeiten daran und sind guter Hoffnung, dass uns Sponsoren bei diesem Vorhaben unterstützen“, sagte Hans--Joachim Schmidt über die Finanzierung.

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