Werner Winkel zu Gast

Liebeslieder zum Vanilleeis

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Werner Winkel unterhielt mit nachdenklichen Texten und eingängigen Melodien.

Fintel - Ein bisschen Hannes Wader, ein bisschen Gunter Gabriel – doch die Klänge, die Besuchern der „Lütje Isdeel“ am Wochenende aus dem lauschigen Garten entgegenwehten, gehörten zu einem anderen, nämlich Werner Winkel.

„Chansonnier mit deutschen Texten“ nennt sich der Ottersberger Singer-Songwriter, der sein jüngstes, zweites Album für Erwachsene „Wieder Zuhause“ an dem etwas anderen Veranstaltungsort vorstellte.

Eingeladen worden war der vor allem als Kinderliedermacher bekannte Mittsechziger vom Kulturverein Kulturknick, der nach einer ruhigeren Phase nun wieder durchstartet. Die Bereitschaft der Eisdielen-Betreiberin Doris Golücke, ihr kleines Café Op‘n Block kostenlos zur Verfügung zu stellen, kam da gerade recht. „Eine tolle Location – nur etwas mehr Besucher wären schön“, so der Künstler in der Pause.

In der Tat: Einbrechende Temperaturen nach wochenlangem Hochsommerwetter hatten die Bierbänke vor der ehemaligen Garage, die nun als Bühne fungierte, nur mit etwa 20 Gästen gefüllt. „Nicht so schlimm“, findet Ute Kreib vom Kulturknick-Vorstand, „Hauptsache ist, dass diejenigen, die hier sind, etwas mitnehmen und eine gute Atmosphäre herrscht.“ 

Und das bewahrheitete sich. Nicht nur mit teils nachdenklichen, zuweilen poetischen und häufig kritisch-ironischen Texten in bester Liedermacher-Manier fesselte der Ottersberger seine Zuhörer, sondern auch mit schön durchkomponierten Melodien und stimmiger Begleitung mit Gitarre und Mundharmonika.

Thematisch bezieht der auch als Puppenspieler und mit einem plattdeutschen Duo-Programm seine Einflüsse, so verriet er in seinen Moderationen, auch von anderen Dichtern und Autoren wie etwa Ringelnatz – wichtiger als dessen Aussage ist jedoch die eigene Interpretation. So fragt er sich zu Rock‘n Roll-Riffs: „Bist du glücklich mit deinem Leben?“, schlägt mit seinem skurrilen Song „Der Narr“ einen Bogen zu Trump, bricht eine Lanze für die Frauen, „die keinen Märchenprinz brauchen“ und lässt bei der Anmoderation zur vertonten Bankenkritik den Alt-68er durchscheinen.

Auch Romantiker kommen auf ihre Kosten, wenn er eines seiner Liebeslieder vorträgt – und beim „Autobahnsong“ schafft Winkel es gar, einen kleinen Publikumschor zu motivieren. Hut ab – und möglichst großzügige Spenden hinein, denn Eintritt hat das nachmittägliche Hörvergnügen nicht gekostet.

hey

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