Filiale in Lauenbrück schließt

Volksbank: Lichter aus an der Bahnhofstraße

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Sie ist eine der kleinsten Filialen der Volksbank Zeven und sie ist nur mit einem Mitarbeiter besetzt. In sieben Wochen schließt die Lauenbrücker Niederlassung an der Bahnhofstraße.

Lauenbrück - Von Lars Warnecke. Aus, Schluss und vorbei: Die Volksbank Zeven schließt ihre Lauenbrücker Filiale. Ende Juni gehen an der Bahnhofstraße die Lichter aus. Die Umwandlung in eine reine SB-Geschäftsstelle mit Bankautomat und Kontoauszugsdrucker ist nicht vorgesehen. Mit dem Rückzug beendet das Kreditinstitut eine mehr als 40 Jahre alte Tradition in der kleinen Gemeinde. Die knapp 1 000 Kunden sind von der Bank bereits angeschrieben und über den Schritt informiert worden.

Die Zeiten, als jeder Volksbank-Kunde zu seiner Filiale „um die Ecke“ tippeln konnte – sie scheinen endgültig vorbei. „Offenbar zählen nur noch das schnelle Geld und die nackte Rendite“, sagt ein etwa 60 Jahre alter Lauenbrücker, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Oder aber, es gehe der Bank so schlecht, dass sie „sogar auf die paar Kröten angewiesen ist, die der Verkauf des Gebäudes abwirft“, mutmaßt der Kunde. Ältere, nicht mobile Menschen seien jetzt jedenfalls die Gelackmeierten, schimpft er.

Insgesamt acht Filialen gehören zum Geschäftsgebiet der Zevener Volksbank – nach dem 30. Juni werden es zwei weniger sein. Denn neben Lauenbrück ist auch Nartum von einer Schließung betroffen. Einen großflächigen Rückzug aus der Fläche dementiert Uwe Schradick aber. „Wir ziehen uns nicht zurück, wir konzentrieren und bündeln unsere Kompetenzen“, betont der Leiter des Vorstandsstabes auf Anfrage. Er führt mehrere Gründe für die Schließung an: den tiefgreifenden Umbruch in der Finanzbranche, das sich mit fortschreitender Digitalisierung ändernde Kundenverhalten und den zusätzlichen Kostendruck durch die Niedrigzinsphase. Sprich: Die Filiale war nicht mehr rentabel.

Zuletzt auch für Bankberater wenig zu tun

Auch die Bankberater, die laut Schradick nun in einer anderen Filiale unterkommen würden, hätten vor Ort zuletzt nicht mehr allzu viel zu tun gehabt. So hatte die Niederlassung in Lauenbrück nur noch montags, mittwochs und freitags geöffnet. „Statistisch gesehen betritt hier, wie auch in Nartum alle 30 Minuten ein Kunde das Haus, während es in unserer Hauptgeschäftsstelle Schlag auf Schlag geht.“ Das gleiche Bild ergebe sich seinen Worten nach auch mit Blick auf die Verfügungen, die die Kunden am Automaten tätigen würden. In Lauenbrück und Nartum seien es jeweils rund 10 000 pro Jahr, am Standort Zeven dagegen knapp 70 000.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, beide Filialen zu schließen, seien allerdings anstehende Investitionen gewesen, die das Aufstellen neuer Bankautomaten sowie die Installation von Schleusen zu den gesicherten Bereichen der Gebäude betreffen. Dafür, so das Vorstandsmitglied, hätte man jeweils 80 000 bis 100 000 Euro in die Hand nehmen müssen. „Diese Ausgaben hätten sich aber niemals amortisiert, sie wären nicht zu verantworten gewesen und hätten auch die Bankenaufseher auf den Plan gerufen“, erklärt der 54-Jährige.

Für zukünftige Bankangelegenheiten am Schalter verweist die Volksbank ihre Lauenbrücker Kundschaft ins knapp 13 Kilometer entfernte Sittensen – oder eben in die digitale Filiale per Computer oder Smartphone. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont Uwe Schradick. Man habe die Markt- und Strukturveränderungen genau analysiert und wolle für die Klientel auch in Zukunft leistungsstark bleiben. Was das Gebäude, eine eigene Immobilie der Volksbank, betrifft, sei man bereits auf der Suche nach potenziellen Käufern. „Interessenten können sich gerne bei uns melden.“

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