Leefers für Brünjes

Wechsel an der Spitze des Tourismusverbands „Tourow“

Weggefährten Gina Lemme-Haase (v.r.) und Tourow-Geschäftsführer Udo Fischer dankten dem Ehepaar Brünjes für die geleistete Arbeit.

Lauenbrück - Brünjes geht, Leefers kommt – das war die wohl bedeutsamste Erkenntnis der Jahreshauptversammlung des Touristikverbands des Landkreises (Tourow) am Donnerstagnachmittag im Landpark Lauenbrück.

Rund 50 Delegierte, darunter Mitglieder des Gaststättenverbandes Dehoga, der Kommunen und des Kreistags, wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, denn: Der erste Vorsitzende wird seit jeher vom Kreistag benannt. Reinhard Brünjes, der nach 17 Jahren aufgrund der Kommunalwahl 2016 ausschied, hat seinen Stempel hinterlassen. Das verdeutlichte Tourow-Geschäftsführer Udo Fischer in seinem Abriss des Wirkens des Bremervörders: Von der Einweihung des Moorexpresses als eine der ersten Amtshandlungen über Diskussionen zu Windkraftanlagen über die Einweihung des Wümme-Radweges 2001 bis zu den jüngsten Errungenschaften, nämlich der Fertigstellung eines regionalen Tourismuskonzepts für den Landkreis und der Realisierung der 24 Nordpfade 2014, dem Aushängeschild.

„Wir brauchen ein gemeinsames Sprachrohr!“

Sie könnten seiner Ansicht nach den „verbindenden Faktor“ schaffen, der der „Durchfahrts-Region“ bislang gefehlt habe: „Der Tourow hat es nicht geschafft, wie etwa das Alte Land oder Worpswede zur Marke zu werden.“ Das gelänge jedoch nur, wenn die Kommunen weiterhin an einem Strang zögen und man sich Elbe-Weser-weit organisiere: „Keiner kann mehr vor Ort seinen eigenen Tourismus machen, wir brauchen ein gemeinsames Sprachrohr!“

Fischer würdigte, dass Brünjes immer das große Ganze im Blick gehabt und nie einen Teil der Region favorisiert habe. Und: „Sie haben es geschafft, dass der Tourismus nicht zu einem parteipolitischen Thema wurde!“ So habe Brünjes die Region positiv verändert und für den Tourow andere Schwerpunkte gesetzt, etwa die Arbeitsgemeinschaft Gästeführungen oder die Unterstützung der „grün-weißen Melkhus-Damen“.

Sein Nachfolger Hartmut Leefers weiß, dass er in große Fußstapfen tritt. Der Funktionsträger sieht sich als bindendes Glied zwischen Schaffenden. „Die Netzwerke passen zusammen – es bedarf der großen kommunalen Familie“. Für den Ortsbürgermeister von Waffensen ist der Strukturwandel im ländlichen Raum das A und O: „Wir müssen die Dörfer stärken – bei uns in Waffensen ist das geglückt.“

Tourow setzt neue Prioritäten

Messepräsentationen, Mitgliederbefragungen und Kooperationsprojekte: Geschäftsführer Udo Fischer konnte den gut 50 anwesenden Mitgliedern eine ganze Fülle von Marketing-Aktivitäten vorstellen. So werden die „Nordpfade“, seit einigen Jahren Zugpferd in der Region, auf den Tischen aller Züge des Metronoms ausliegen, das Projekt „Tischlein deck dich“, bei dem zwei Rasttische im Grünen von örtlichen Gasthöfen kulinarisch betreut werden, steht kurz vor der Einweihung, Wanderkalender und Prospekte liegen aus. Und auch sonst rühren die Tourow-Mitarbeiter die Werbetrommel: So haben sich das ZDF-Mittagsmagazin und eine dänische Journalisten-Delegation angekündigt.

Der Blick auf die Finanzen offenbarte weniger liquide Mittel. Die um 30.000 Euro verringerte Bilanzsumme und ein entsprechend erhöhtes Anlagevermögen sind EDV-Anlagen und Kameras geschuldet. Ferner schlügen durch tarifliche Steigerungen um knapp drei Prozent höhere Personalkosten zu Buche. Neuerungen gibt es im Vorstand: Der Kreistag benannte neben Hartmut Leefers als erstem Vorsitzenden den Helweger Wolfgang Harling als Vertreter, Kreistagsmitglied Ursula Hoppe als Kreistagsmitglied zur Beisitzerin. Als Vertreter der Hauptverwaltungsbeamten wurden Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden sowie die Bürgermeister von Gnarrenburg Axel Renken und Rotenburg Andreas Weber als Beisitzer benannt. Von der Mitgliederversammlung gewählt wurden Gina Lemme-Haase zur zweiten stellvertretenden Vorsitzenden sowie als Beisitzer Dehoga-Vertreter Erich Oerding und Frank Westermann sowie Ralph Paulsen.

hey

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