„Das Leben ist kein Wunschkonzert“ 

Diakonisse stellt Anthologie vor

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Lauenbrücks Pastor Lars Rüter begrüßt Schwester Heidemarie Führer. 

Lauenbrück - Gerade zurück von einer christlichen Kreuzfahrt rund um die britischen Inseln, wo ihr „Wort an Bord“ gefragt war, eilte Schwester Heidemarie Führer, Diakonisse im Aidlinger Diakonissenhaus, nach Lauenbrück.

In der Kirche stellte sie ihre kürzlich erschienene Anthologie „Herr, weil mich festhält deine Hand“ vor – eine Sammlung von tröstlichen, hoffnungsvollen Gedichten, Gebeten und Liedern von Helga Winkel. Die war 2016 im Alter von 90 Jahren gestorben und ebenfalls Diakonisse in Aidlingen. Welche spezielle Verbindung Führer zu Lauenbrück hat, darüber haben wir uns mit der 74-Jährigen unterhalten.

Frau Führer, warum stellen sie ihr neues Buch ausgerechnet in Lauenbrück vor?

Heidemarie Führer: Die Lauenbrücker liegen mir am Herzen. Hier habe ich zwölf Jahre mit Schwester Elisabeth gewirkt, gearbeitet und gelebt, ganz anders, als das in unserer Schwesternschaft in Aidlingen möglich ist. Ich konnte unsere Vorstellungen live mit den Menschen umsetzen, wie beispielsweise die Einführung einer Hospiz- und Sterbebegleitung im Alten- und Pflegeheim, die Anschaffung eines transportablen Altars, aber auch ein Sinnesgarten konnte angelegt, eine Klangstation aufgestellt und die „Wümmetaler Gespräche“ angeregt werden. Ich konnte sogar meinem Hobby, der Musik frönen. Ich habe in der Scheeßeler Kantorei mitgesungen im Flötenchor gespielt. Diese Zeit in Lauenbrück kann ich nicht missen, sie ist eine wichtige Lebenserfahrung. Ich konnte Menschen beeinflussen, näher zu Gott zu kommen.

Sie haben in Lauenbrück unauslöschliche Spuren hinterlassen, solche, die bis heute noch nachwirken: In der Fintauschule bildete sich unter Leitung der Sozialpädagogin Silke Krumbeck beispielsweise eine Gruppe, die jede Woche Bewohner im Altenheim besucht.

Führer: Das freut mich natürlich. Wir haben alles aus unserer Verantwortung zu Gott getan. Die Lauenbrücker Erfahrungen, wie die Treffen und der Austausch mit den Menschen, die Erlebnisse mit ihnen, haben unser Leben bereichert. Auf der einen Seite zehre ich davon. Es zieht mich ab und an wieder einmal zurück nach Lauenbrück, wie zum Anlass der Buchvorstellung. Auf der anderen Seite geht das Leben weiter. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Gott ist überall. Auch bei den Menschen auf dem Schiff der „Hand in Hand“-Tour, auf dem ich kürzlich mitreisen und in Veranstaltungen und Gesprächen im „Wort an Bord“ mit ihnen über Gott und seine Botschaften sprechen konnte.

Sie sind doch sozusagen im Ruhestand. Die Hände in den Schoß legen, das können Sie wohl auch nicht.

Führer: Solange ich lebe und Gott mir Kraft, Verstand und ein Herz gibt, ich sprechen oder schreiben kann, werde ich für ihn da sein. So wie es Schwester Helga Winkel in vielen Gedichten, Gebeten und Liedern ausgedrückt hat. Die Zeit der Recherchen hat mich ermutigt, ihm weiter voll zu vertrauen und mich führen zu lassen. Ich grüße alle, die sich mit mir verbunden fühlen.

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