Appell

Freilauffläche in Lauenbrück: Hundefreunde können Rasenpflege nicht mehr alleine zahlen - Kommune soll sich beteiligen

Knöchelhoch steht wieder das Gras auf der Hundefreilauffläche in Lauenbrück. Einmal in der Woche muss die Fläche gemäht werden.
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Knöchelhoch steht wieder das Gras auf der Hundefreilauffläche in Lauenbrück. Alle ein bis zwei Wochen muss die Fläche gemäht werden.

Lauenbrück – Ein sonniger Vormittag am Benkeloher Weg in Lauenbrück. Der Parkplatz an der Hundefreilauffläche ist wieder mal gut gefüllt. Die Kennzeichen lassen auf Besucher aus nah und fern schließen. Sogar Bremer Autos stehen hier. Hinter der Umzäunung streunen die Fellnasen vergnügt durchs Gras. Und natürlich wird sich auch gegenseitig aufgeregt beschnuppert. Was für ein herrlicher Spaß für die Tiere! An die Leine müssen Herrchen und Frauchen ihre treuen Begleiter natürlich nicht nehmen. Hier ist der Name der Anlage, mit 12 000 Quadratmetern kreisweit bekanntlich die größte ihrer Art, eben Programm.

Für Katrin Wulf ist es immer wieder eine Freude zu sehen, wie gut die vor zwölf Jahren angelegte Freilauffläche angenommen wird. Sie ist die Vorsitzende der Hundefreunde Lauenbrück, ihr Verein betreibt das Ganze. „Ich glaube, wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir hier etwas Tolles geschaffen haben – es funktioniert“, sagt sie. Dem können Almut und Artur Intemann, beide gehören sie zu den Gründungsmitgliedern und wohnen nur unweit der Anlage, nur beipflichten.

Doch, um den alten Goethe zu zitieren: Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Denn geht es um die Erhaltung, könne sich der Verein laut Wulf die auf Dauer nicht mehr auf eigene Kosten leisten. „Das A und O ist es natürlich, dass die Voraussetzungen stimmen – und das kostet Geld.“ Voraussetzungen, wie beispielsweise die jährlich zu zahlenden Pachten und Versicherungen, Reparaturen oder die Rasenpflege. Gerade letztere Maßnahme sei für eine solche Fläche essenziell. „Denn steht das Gras zu hoch, könnte man womöglich über Löcher stolpern oder in Hundehaufen treten“, schildert die Vorsitzende das Dilemma, das man weder den Zwei- noch den Vierbeinern zumuten wolle. Alle ein bis zwei Wochen werde also an Ort und Stelle (laut Wulf sei es die nasseste Stelle in ganz Lauenbrück, „da wächst es wie Teufel“) gemäht. Dafür haben die Hundefreunde eine ortsansässige Firma beauftragt. Etwa 220 Euro, sagt sie, koste der mit schwerem Gerät vorgenommene Schnitt – pro Einsatz.

Zu Beginn habe der Verein die Pflege selbst in die Hand genommen – „das haben wir damals auch ein gutes Stück aus Idealismus gemacht, nur heute, nachdem wir die Arbeiten vor sechs Jahren an einen Dienstleister vergeben haben, sind wir an einem Punkt angekommen, wo wir sagen, dass wir es finanziell alleine nicht mehr wuppen können.“ Denn auch das spiele ihren Worten nach mit hinein: Mit seinen Hunde-Basaren habe der Verein, dem nie eigenes Vermögen zur Verfügung gestanden hat, stets gute Erlöse erzielen können, die wiederum für die Erhaltung verwendet worden seien. „Nur wegen Corona mussten diese Veranstaltungen nun schon im zweiten Jahr ausfallen – da ist uns eine Menge weggebrochen.“

Und Almut Intemann ergänzt: „Wenn es mal Zuschüsse gab, dann nur auf unseren Antrag hin und immer nur an einzelne Projekte gebunden, wie unter anderem die Umzäunung, und nicht an Wartungsarbeiten.“ In den Genuss einer festen jährlichen Unterstützung, mit der auch verbindlich zu rechnen sei, sei man indes noch nicht gekommen. „Genau die brauchen wir aber.“

Sie möchten, dass sich die Samtgemeinde an den Erhaltungskosten für die Anlage beteiligt: Katrin Wulf (M.), Vorsitzende der Hundefreunde, und ihre Vereinsweggefährten Almut und Artur Intemann.

Darum haben sich die Lauenbrücker Hundefreunde jetzt zunächst auch erst mal mit einem frischen Antrag an die Samtgemeinde Fintel gewandt. Denn: „In der ganzen Samtgemeinde gibt es für Hundehalter einen generellen Leinenzwang“, berichtet Artur Intemann, der als Anwalt den Verein auch juristisch berät. „Aus unserer Sicht ist die Kommune daher verpflichtet, irgendwo Auslauf zu gewähren.“ Diesen Part würde der Verein nun schon übernehmen. „Daraus ergibt sich quasi ein Anspruch, sich finanziell zu beteiligen“, folgert der Fachmann.

Nur woher nehmen? Als Quelle schwebt dem Trio die Hundesteuer vor. Nach Katrin Wulfs Berechnungen dürfte die der Samtgemeinde bei aktuell 907 im Rathaus angemeldeten Tieren im Mittelwert bei mehr als 45 000 Euro pro Jahr einbringen. „Und wir möchten 4 000 Euro davon haben, damit wir mähen können“, so die Vorsitzende. Tatsächlich würden die Mitgliedsgemeinden nur einen lächerlich kleinen Bruchteil aus der nicht zweckgebundenen Steuer für das Wohl der Fellnasen aufwenden – und zwar bei der Unterbringung von Fundhunden. Das habe ihr der Lauenbrücker Bürgermeister jedenfalls auf Nachfrage mitgeteilt. „Mein Gefühl der Gerechtigkeit sagt, dass man davon einen Teil verbindlich für unseren Verein abzwacken kann.“

Tobias Krüger, Bürgermeister der Samtgemeinde Fintel, möchte sich dazu noch nicht festlegen. „Die Erfolgsaussichten vermag ich aktuell nicht zu beurteilen“, sagt er. Überhaupt würden solche Anträge üblicherweise im Rahmen der Haushaltsplanberatungen in den politischen Gremien beraten. „Sobald der Antrag bei uns eingegangen ist, werden wir uns mit dem Verein über die Details unterhalten.“

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