Lauenbrücker Taufgottesdienst an der Wümme

Mit Sandalen und Zweit-Talar

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Viele Eltern schätzen das besondere Ambiente der Taufen unter freiem Himmel.

Lauenbrück - Von Ulla Heyne. Einen ziemlich anderen Gottesdienst erlebten am Pfingstmontag nicht nur einige Täuflinge und ihre Familien, sondern auch die restlichen mehreren hundert Gottesdienstbesucher, die sich in den Lauenbrücker Wald hinter der Kirche aufgemacht hatten. Nur einige verlegte Kabel am Weg und der ständige Zustrom an Menschen deutete darauf hin, dass mitten im lauschigen Wald, unter dem Laubdach von Buchen und Eichen, zu stimmiger Begleitung des Posaunenchors ein ganz besonderes Glaubensfest gefeiert werden würde.

Dabei ging es nicht nur darum, neun Täuflinge in der Wümme zu taufen, sondern auch, den Geburtstag der evangelischen Kirche zu feiern – ganz wie bei der spontanen ersten Taufe vor rund 2000 Jahren ebenfalls unter freiem Himmel, wie Pastor Thomas Steinke betonte.

Auch wenn sich bei der zweiten Wümme-Taufe an dieser Stelle und der vierten in der Region nicht 3000 Täuflinge zum Glauben bekannten, sondern nur neun Elternpaare und Paten für ihre Kinder das Bekenntnis zum Glauben ablegten, handelte es sich doch ebenfalls um eine Premiere: Zum ersten Mal feierten die Gemeinden aus Fintel, Lauenbrück und Scheeßel im Schulterschluss diese besondere Art eines Taufgottedienstes.

Die schon durch die andere Umgebung ganz spezielle Atmosphäre wusste auch Familie Ehlen zu schätzen, die mit der Taufe ihrer Tochter Martha Karlotta extra gewartet hatte: „Unsere Tochter ist fast eins. Wir hätten sie schon eher taufen lassen, aber diese freie Form, mitten in der Natur – das ist einfach einmalig“, schwärmte Anna-Lena Ehlen. Und ihr Mann Tobias ergänzt: „Die Gemeinschaft mit den Familien der anderen Täuflinge, hier gemeinsam in lockerer und entspannter Atmosphäre zu feiern – das war es wert zu warten.“

Tauffest in Lauenbrück

Pastor Lars Rüter verzeichnet eine rege Nachfrage nach dieser Gottesdienstform: „Die Zahlen steigen zwar nicht, was sicherlich auch am demografischen Wandel liegt, aber es fragen immer wieder Eltern nach.“ Sein Finteler Kollege Thomas Steinke ergänzt: „Auch wenn wir dieses Mal keine Jugendlichen dabei haben wie im Vorjahr, die ihren Taufspruch auf Schiffchen geschrieben und auf die Reise geschickt haben, ist es doch eine Form, die besonders für Jugendliche und Erwachsene noch einmal etwas ganz Besonderes ist.“ Dass der Gottesdienst zum Event verkomme, kann er nicht bestätigen: „Die Vorbereitungen und die Gespräche mit den Eltern der Täuflinge waren genauso intensiv wie sonst!“

Steinke hatte sich genau wie sein Scheeßeler Counterpart Jens Ubben für seinen Einsatz im frischen Nass der Wümme mit Zweit-Talar und Sandalen ausgestattet: „Bei zwei Taufen geht das noch“; Lars Rüter, der den Löwenanteil an Taufen zu bestreiten hatte, hatte vorsorglich zu festeren Gummistiefeln gegriffen.

Einen Aufbruch stellte der Pfingstgottesdienst für Benjamin Jäckel dar: Nach neun Monaten in der Gemeinde wurde er offiziell verabschiedet, um sich als Schulpastor an der BBS Rotenburg zu engagieren.

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