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Lauenbrück: Landkino-Lockdown endet

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Von: Marié Detlefsen

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Programmflyer vor dem Eingang der Fintauschule.
Das Landkino in der Lauenbrücker Fintauschule ist zurück. Die Organisatoren haben ein Programm gestaltet, das am Dienstag seinen Auftakt feiert. © Detlefsen

Zwei Jahre Pandemie treffen auch das Landkino Lauenbrück. Inzwischen gibt es andere Voraussetzungen und zum Neustart daher einige Veränderungen. Unter anderem wird der Kinobesuch in Lauenbrück etwas teurer. Am Dienstag läuft der Projektor erstmals wieder.

Lauenbrück – Der Vorhang geht wieder auf. Nach etwa zwei Jahren Pause startet das Landkino Lauenbrück am Dienstag in seine neue Saison. Besucher dürfen sich endlich wieder auf die bewährten Elemente der Vorstellungen freuen, müssen sich allerdings auch auf die ein oder andere Veränderung einstellen.

„Nachdem ich immer wieder von allen gefragt wurde, wann das Landkino denn endlich wieder starten wird, kann ich mit Freude verkünden, dass es nun soweit ist“, so Reinhard Zimmer, der ehrenamtliche Leiter. Heute um 20 Uhr wird mit dem Drama „Der Pfad“ die neue Saison eingeläutet. Der Veranstaltungsort ist wie gewohnt weiterhin die Aula der Fintauschule. Grund für die lange Pause war, wie in vielen anderen Fällen auch, die Corona-Pandemie. „Wir hatten gehofft, schon im Herbst wieder öffnen zu können, aber das Risiko war zu hoch“, erklärt Zimmer frühere Planungen und warum die Umsetzung dauerte.

Erste Vorstellungen

Die erste Vorstellung des Landkinos mit dem Film „Der Pfad“ beginnt heute um 20 Uhr in der Fintauschule Lauenbrück. Als Nächstes folgen „À la carte“ am 10. Mai sowie „Wunderschön“ am 24. Mai.

Auch ein Start nach Weihnachten wurde aufgrund der damals noch anders bewerteten, hohen Infektionszahlen im Winter wieder verschoben. „Zu dem Zeitpunkt wären Vorstellungen unter hohen Hygieneauflagen zwar wieder möglich gewesen, aber der Aufwand, jeden Impfausweis zu prüfen, wäre bei unserer dünnen Personaldecke einfach zu groß gewesen.“

Dafür halten sich die Corona-Regelungen mit dem jetzigen Neustart in Grenzen: Im Eingangsbereich muss weiterhin eine Maske getragen werden, diese darf aber am Platz abgenommen werden. Eine Station zur Händedesinfektion steht im Vorraum und auch einen Snack- und Getränkeverkauf gibt es.

Im Gegenzug muss an der Kinokasse allerdings ein wenig tiefer in die Tasche gegriffen werden. „Aufgrund der steigenden Kosten müssen wir leider die Eintrittspreise um jeweils einen Euro erhöhen“, bedauert der Landkino-Leiter. Somit müssen Kinder anstatt vier nun fünf und Erwachsene sechs Euro bezahlen. Doch nicht nur die Preise, das ganze Kassensystem hat das Landkino verändert.

Obwohl man erst 2018 extra auf ein digitales System umgestiegen ist, kann dieses nun nicht weiter benutzt werden. Der Grund: Der Vertreiber des Kassensystems möchte ebenfalls mehr Geld haben. „Deshalb reißen wir die Karten jetzt wieder altmodisch per Hand ab. Das haben wir ganz zu Anfang auch so gemacht, und außerdem hat das gleich viel mehr Kinoflair“, kann Zimmer dem schmunzelnd noch etwas Positives abgewinnen.

Eine weitere Veränderung bezieht sich auf die Personenanzahl. Während in der Vergangenheit teilweise über 120 Besucher das Kino besuchen konnten, dürfen aufgrund der Abstandsregel nun lediglich 40 Personen in der Aula der Fintauschule Platz nehmen. „Das ist dann natürlich schade, wenn doch mehr kommen und wir gezwungen sind, welche wieder nach Hause zu schicken. Dafür kann ich mich jetzt schon nur für entschuldigen.“ Hinzu kommt, dass es keine wöchentliche Erwachsenenvorstellung mehr gibt, sondern vorerst nur jede zweite Woche. Die Kindervorstellung findet dagegen wie gewohnt einmal im Monat statt.

Diese Entscheidung wurde gefällt, weil nicht nur das Filmangebot knapp ist, sondern auch das Personal. „Die meisten ehrenamtlichen Helfer sind seit Anfang an mit dabei, also schon seit zwölf Jahren. Wir werden auch nicht jünger, die Belastung dafür aber immer größer“, erklärt Zimmer, selbst schon über 80 Jahre alt. Dazu sind einige Helfer berufstätig und zeitlich daher nicht hundertprozentig flexibel. Deshalb würde sich das gesamte Team über Unterstützung freuen, um das Landkino weiter am Leben zu erhalten. Bei Interesse kann einfach eine Vorstellung besucht und sich vorne an der Kasse gemeldet werden.

Podcast: Kinobetreiber zu Corona-Auswirkungen und Streaming-Konkurrenz

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kinolandschaft geht es auch in unserem Podcast „Kreis und Quer“. Darin berichten zwei Kinobetreiber aus Wildeshausen und Diepholz/Vechta, wie ihre Umsätze sich immer noch nicht ganz erholt haben und welche Auswirkungen die Streaming-Konkurrenz aus dem Internet auf ihr Geschäft hat. Die Folge „Welche Zukunft haben Kinos?“ gibt es auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube und überall sonst, wo es Podcasts gibt. Kontakt zur Podcast-Redaktion über podcast@kreiszeitung.de.

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