Larry Matthews mischt mit eigenen Songs und Traditionals die Scheune auf

Mehr als nur „Molly Malone“

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Der Aufforderung zum Mitklatschen und Mitsingen hätte es kaum bedurft.

Lauenbrück - Von Ulla Heyne. Schöner als im Bistro „Scheune“ in Lauenbrück hätten auch die Scheiben eines irischen Pubs nicht beschlagen können: Wenn Larry Matthews aus dem County Kerry am Sonnabend mit seinen „Blackstones“ wie jedes Jahr im Januar vor ausverkauftem Haus mit Liedern, Jigs & Reels von der grünen Insel einheizt, fließt neben Guinness und „Blondem“ auch viel Schweiß.

Das, was der Ire in Deutschland an Pubkultur vermisst, schafft er Jahr für Jahr – am Sonnabend bereits zum 13. Mal – kurzerhand selbst. Neben vielen Stammgästen, wie Angeline Trefke-Kück aus Scheeßel, die bereits zum dritten Mal hier war, um wie so viele andere der Leidenschaft für Irland und Schottland auch musikalisch zu frönen, erlebten auch zahlreiche neue Gäste ein Paradestück traditioneller irischer Folkmusik. Und das ist weit mehr als nur „Molly Malone“ – wobei natürlich auch dieser Gassenhauer nicht fehlen durfte. Ob Stimmungslieder zum Mitsingen und „Mitschunkling“, virtuose Instrumentalstücke oder eigenes Material, mal folkig, mal in bester Singer-Songwriter-Tradition – bei dem mehr als drei stündigen Programm kamen wohl alle auf ihre Kosten: Diejenigen, die bei handwerklich exzellenter Musik abfeiern wollten ebenso wie die, die – gerade bei den virtuos an der E-Fiddle vorgetragenen Jigs and Reels – ganz genau hinhörten und auch die leiseren Töne zu schätzen wussten. Auf die setzte Matthews besonders im ersten Teil, mit viel Sinn für gefällige Melodien, wie bei dem wunderschönen, nachdenklichen „Up To Overflow“ oder dem Liebeslied „Little Too Late“. Nicht nur hier durften seine deutschen Mitstreiter zeigen, wie gut auch sie die traditionellen irischen Instrumente wie Bodráhn, Uillen Pipes oder Tin Whistle beherrschen. Akzente setzte vor allem Ralf Bühr an Mandoline und Gitarre, aber auch Henning Wulff an den Pipes und Percussionist Bernd Haseneder. Auch in seinen eigenen Songs blieb der seit mehr als zehn Jahren im Südhamburger Raum beheimatete Profimusiker Matthews ganz der musikalischen Tradition seiner Heimat verpflichtet, und das nicht nur bei der Instrumentierung und den detaillierten Einführungen, sondern auch inhaltlich: Die Themen Heimat, der Aufbruch in die Fremde und immer wieder die Härten des Lebens, wie in „Poverty And Pain“ – da ist Matthews auch nach mehr als zehn Jahren Deutschland ganz Ire geblieben. Und spätestens nach der gemeinsamen Hymne „Whiskey In The Jar“, der Mutter aller irischen Ohrwürmer, stand für viele fest: Nächsten Januar wird wieder gefeiert!

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